Geschichte
Die Geschichte unseres Hauses ist eng verknüpft mit der Geschichte des Ortes Essen, der bereits 1075 erste urkundliche Erwähnung fand:
Im 15. Jhd. wurde eine kochsalzhaltigen Quelle entdeckt und der "Trink- und Badeanstaltvereins" gegründet.
1862 ergab eine Analyse, dass die Essener Salzquelle zu den gehaltreichsten Quellen Deutschlandes gehört. Sodann wurde ein Badehauses an der "Heinrichquelle", benannt nach Heinrich Pelzer, der sich um den Badeverein verdient gemacht hat, errichtet und fortan entstanden zahlreiche Hotels und Pensionen.
1875 kamen die ersten Kurgäste in das „Alte Berghaus“, betrieben von der Familie W. Dieckmann. Auch heute noch im Familienbetrieb steht es direkt gegenüber der Klinik. Bereits 1900 konnte der damalige Ortsvorsteher dem Regierungspräsidenten von 1000 Badegästen im Jahr berichten.
1902 wurde Essen zu Bad Essen.
1906 wurde als Dependance des „Alten Berghauses“ das „Neue Berghaus“ gebaut.
Dieses ist das Ursprungsgebäude der heutigen Klinik. Im "Alten" und im "Neuen Berghaus" standen insgesamt 170 Betten zur Verfügung.
Gemeinsam mit anderen Hotels und Pensionen in Bad Essen warb Wilhelm Dieckmann für seine Gasthäuser mit "Sonniger Lage auf der Gebirgshöhe".
1937 wurde das "Neue Berghaus" von den Nationalsozialisten zur Ausbildung von Gauleitern in Beschlag genommen. Von jetzt an wehten hier für kurze Zeit Hakenkreuzfahnen.
1939 verkaufte Wilhelm Dieckmann das "Neue Berghaus" an die Landesversicherungsanstalt Oldenburg-Bremen, die das Haus 33 Jahre lang
bis 1972 als „Kinderheilstätte Berghof“ betrieb.
Viele lungenkranke Kinder haben in diesen Jahren einige Wochen hier verbracht, um gesund zu werden. Sie haben gespielt, gelacht und sicher auch Heimweh gehabt. Denn im Gegensatz zu heute, wo es keine "Kinderverschickungen" mehr gibt, mussten sie früher ohne Eltern reisen.
1972 verkaufte die LVA Oldenburg-Bremen das inzwischen erneut umgebaute und erweiterte Haus an Dr. Jutta Nebel-Rohloff, die es ab 1972 für wenige Jahre als "Berghof-Kurklinik" betrieb.
In den Jahren 1972-1975 standen den LVA-Versicherten 95 Gästebetten zur Verfügung.
Mit Beginn der Rezession 1974 stiegen gleichzeitig die Anforderungen an den Komfort einer Kurklinik. Es hätte erneut kräftig investiert werden müssen, um die Mehrbettzimmer mit Bädern auf den Fluren in moderne Doppelzimmer mit Dusche und WC umzubauen. Die Belegung sank. Finanzielle Einbußen waren die Folge. 1975 musste Dr. Nebel-Rohloff das Haus aufgeben. Es ging zunächst in den Besitz der Lampe-Bank in Bielefeld, einer Bank des Oetker-Konzerns, über. Diese verkaufte die "Berghof-Kurklinik" dann an Dr. Ernst Becker, der sie
1977 als Berghofklinik zur Behandlung von Abhängigkeitserkrankungen eröffnete und 10 Jahre lang betrieb.
1987 verkaufte Dr. Becker die Klinik an die Paracelsus-Gruppe Dr. med. Hartmut Krukemeyer. Fortan hieß die Klinik Paracelsus-Berghofklinik. Unter der ärztlichen Leitung von Dr. med. Jürgen Loos, der therapeutischen Leitung von Gradus Wagelaar und der Verwaltungsleitung von Horst Stockhaus wurde die Klinik in den folgenden Jahren erfolgreich geführt. Sie erwarb sich einen vortrefflichen Ruf bei Patienten, Fachleuten und Leistungsträgern. Von der Bundesversicherungsanstalt für Angestellte (BfA) und den Landesversicherungsanstalten (LVA) belegt, war die Klinik immer voll belegt. Von 1983 bis zum Ende der 80iger Jahre wurden viele der auch heute noch hier tätigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Berghofklinik eingestellt.
1994 nahmen bereits länger bestehende Pläne für eine erneute Sanierung der Berghofklinik konkrete Formen an. Die Bausubstanz war zwar noch gut, aber verbesserungsfähig. Die Zimmer und die Einrichtung entsprachen auch nicht mehr ganz den erneut gewachsenen Komfortansprüchen. Für Verwaltungsleiter Horst Stockhaus, gab es zwei Möglichkeiten: "...entweder die Klinik in dem bisherigen Standard weiter zu betreiben und irgendwann schließen zu müssen, weil sich Leistungsträger aus Belegungszusagen zurückziehen oder den Altbau gründlich zu modernisieren und zu erweitern."
Inzwischen war das Unternehmen von dem 1994 verstorbenen Dr. med. Hartmut Krukemeyer, an dessen Sohn Dr. med. Manfred Krukemeyer übergegangen.
Gemeinsam mit der neuen Unternehmensleitung wurde ein modernes Therapiezentrum mit insgesamt 230 Betten zur Behandlung von Abhängigkeitserkrankungen und psychosomatischen Erkrankungen geplant. Dabei sollte die seit 1988 bestehende und gegenüber liegende psychosomatische Paracelsus-Wittekindklinik auf dem Gelände der Berghofklinik integriert und auf 100 Betten erweitert werden. Im März 1995 begannen die umfangreichen Neubau- und Sanierungsmaßnahmen. Nach der Grundsteinlegung im Mai 1995 ging es in Riesenschritten voran.
1996, vierzehn Monate nach der Grundsteinlegung war der Neubau der Wittekindklinik sowie die Teilerweiterung der Berghofklinik abgeschlossen.
1997 war dann auch die Sanierung der alten Berghofklinik beendet und die Berghofklinik und Wittekindklinik eröffneten als Paracelsus-Therapiezentrum zur Behandlung von Abhängigkeitserkankungen und Psychosomatischen Erkrankungen ihre Pforten. Mit der Sanierung bekam die Klinik ihr heutiges Erscheinungsbild.










