Neurologie

Unser medizinisches Konzept

Die moderne Therapie des Morbus Parkinson beruht auf drei Säulen:

  • die medikamentöse Behandlung
  • krankengymnastisches, sprechtherapeutisches und kreativtherapeutisches Training
  • die psychologisch/psychotherapeutische Therapie

Grundlage ist die individuelle medikamentöse Einstellung des Patienten. Oft ist viel Geduld erforderlich, um für den Einzelnen die passenden "Pillen" herauszufinden. Häufig ist auch eine Kombination von verschiedenen Substanzen erforderlich, um ein zufrieden stellendes Ergebnis zu erzielen. Im weiteren Krankheitsverlauf oder beim Auftreten von Nebenwirkungen ist häufig eine Änderung oder Anpassung der Medikamente erforderlich. Oft ist so eine "Feineinstellung" ambulant nicht zu machen, weil die Termine beim niedergelassenen Nervenarzt oft weit auseinander liegen und in den kurzen Kontakten eine nachhaltige Einstellung nicht zu erzielen ist. Durch die tägliche Visite im Krankenhaus kann die Situation des Patienten besser eingeschätzt werden. Auch über Nebenwirkungen kann der Patient sofort berichten. Im Allgemeinen sind Nebenwirkungen aber viel seltener, als befürchtet wird.

Die zweite Säule ist die aktivierende, übende Behandlung durch Training eingeschränkter Fähigkeiten. Natürlich gibt es hier auch Massagen und Packungen, aber der Schwerpunkt liegt auf aktiven Therapien, zum Beispiel im Bewegungsbad oder in der Tanztherapie. Diese Übungen dürfen Spaß machen, sollten aber auch immer einen Bezug zu den Schwierigkeiten im Alltag haben und die vorhandenen Fähigkeiten stärken. Wegen des verstärkenden Effektes werden die meisten Therapien in Gruppen unterschiedlichen Leistungsvermögens durchgeführt. Bei speziellen Problemen gibt es aber auch Einzeltherapien. Den Einsatz von Hilfsmitteln können Sie ebenfalls hier üben. Wir besprechen jeweils den individuellen Behandlungsplan mit Ihnen persönlich.
    
Die psychotherapeutische Begleitung kann bei der Bewältigung der vielfältigen Probleme, die im Verlauf einer chronisch fortschreitenden Erkrankung auftreten können, sehr hilfreich sein. Häufig leiden Parkinson-Patienten an Depressionen. Diese können der Erkrankung vorausgehen, aber auch eine Reaktion auf die Erkrankung sein, die trotz der Behandlungsmöglichkeiten oft einen tiefen Einschnitt im Leben der Betroffenen darstellt. Die Aussprache über Veränderungen im Alltagsleben, aber auch im eigenen Erleben und Verhalten kann manche Schwierigkeiten leichter erträglich machen. Ein besonderer Schwerpunkt liegt im Training der Stressbewältigung. Auch das Erlernen eines Entspannungsverfahrens gehört dazu.

  • Frühdiagnose und Differenzialdiagnose des Morbus Parkinson: Erhebung der Vorgeschichte, klinische Untersuchung, L-DOPA-Test, Apomorphin-Test, Diagnose autonomer Störungen (FAN), Indikationsstellung zur weiteren apparativen Diagnostik (SPECT, PET, MRT)
  • Probleme bei der medikamentösen Therapie: Umstellung der Medikation, Wirkungsverlust der Medikamente, Überbewegungen, On-off-Phasen
  • Schlafstörungen: Einschlaf- und Durchschlafstörungen, nächtliche Unbeweglichkeit, Früherwachen, Restless-legs-Syndrom, frühmorgendliche Unbeweglichkeit
  • Psychische Probleme: durch Medikamente hervorgerufene Halluzinationen und Psychosen, Verwirrtheitszustände, nächtliche Alpträume, depressive Verstimmungen, Gedächtnisprobleme, Probleme bei der Krankheitsbewältigung
  • Tiefenhirnstimulation: Zusammenarbeit mit dem Universitätsklinikum Hamburg- Eppendorf und dem Universitätsklinikum Schleswig-Holstein in Kiel zur Betreuung von Patienten nach Implantation eines so genannten Hirnschrittmachers oder zur Anpassung der Stimulationsparameter im weiteren Verlauf und zur Anpassung der Medikation
  • Essenzieller Tremor
  • In Ausnahmefällen nach Absprache auch bei anderen Bewegungsstörungen

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