Orthopädische Schmerztherapie

Unser schmerztherapeutisches Behandlungskonzept

Wir verfügen in der Paracelsus-Klinik an der Gande über umfangreiche Erfahrungen in der Untersuchung und Behandlung von Patienten mit chronischen Schmerzen aus dem Bereich der Orthopädie. Wir richten uns hierbei nach den aktuellen Untersuchungs- und Behandlungsvorgaben der Deutschen Gesellschaft zum Studium des Schmerzes (DGSS) und wenden die von dieser Gesellschaft empfohlenen Fragebögen an, um den jeweils bestehenden speziellen Behandlungsbedarf unseres Patienten individuell erkennen und umsetzen zu können.

In unserem schmerztherapeutischen Behandlungskonzept wird nicht nur das Krankheitszeichen (das so genannte Symptom) betrachtet und behandelt, zum Beispiel der Schmerz im Kniegelenk oder in einem bestimmten Wirbelsäulenabschnitt. Vielmehr wird entsprechend den aktuellen Erkenntnissen der Schmerzforschung der gesamte körperliche und seelische Befund des Patienten im Zusammenhang mit seiner Krankheit und seiner Schmerzverarbeitung erfasst und behandelt. Gerade chronische Schmerzen sprechen auf alleinige Behandlung des Krankheitssymptoms nicht ausreichend und langfristig an.

Daher gehört zur Therapie chronischer Schmerzen in unserer Klinik nicht nur die Behandlung des betreffenden schmerzenden Körperabschnitts, sondern auch eine Verbesserung der allgemeinen Fitness und Bewegungsfähigkeit unseres Patienten. Außerdem überprüfen wir die bisher angewendeten Schmerzmittel und nehmen gegebenenfalls eine Neueinstellung oder Umstellung auf Medikamente mit längerfristiger Wirkung vor. Wir wirken auf Einnahme zu festen Tageszeiten und nicht mehr nach Bedarf hin, um eine Abhängigkeit von oder gar Sucht nach starken Schmerzmitteln zu vermeiden.

Selbstbestimmter Umgang mit der Krankheit

Besonders wichtig ist zudem das Behandlungsziel, den Patienten aus seiner passiven Rolle als Leidender, der den Schmerzen ausgeliefert ist, herauszuführen und ihm zu einem aktiven und selbstbestimmten Umgang mit seiner Krankheit und gerade mit Schmerzen zu verhelfen.

In der modernen Schmerzforschung hat man erkannt, dass Schmerzen oft nicht alleine ein Warnsignal des Körpers und abhängig von der Stärke der körperlichen Schädigung sind, sondern dass die früheren Erfahrungen des betroffenen Patienten mit seiner Krankheit und sein Umgang mit seinen Schmerzen und seinem Körper ganz wesentlich für die Stärke der Schmerzempfindung sind. Man denke in diesem Zusammenhang an das Sprichwort: "Das gebrannte Kind scheut das Feuer."

Möglichkeiten der Schmerz- und Krankheitsbewältigung erlernen

Neben einer intensiven Physiotherapie, Medikamententherapie und gegebenenfalls notwendigen Injektionen gehört auch die Verbesserung des Schlafs, der Entspannungsfähigkeit und damit die Verbesserung des Umgangs mit Stress zur Behandlung.

Durch Schmerzen und chronische Krankheiten können erhebliche seelische Belastungen entstehen. Schmerzen belasten die Seele und machen traurig oder auch wütend, wenn sie über längere Zeit bestehen und sich keine wesentliche Änderung für den Patienten abzeichnet. Der Umgang mit den zahlreichen kleinen und großen Problemen des Alltags und mit dem Alltagsstress wird beim Bestehen einer chronischen Krankheit oft sehr schwierig. Hinzu kommen natürlich auch die körperlichen Einschränkungen, die einem das Leben mit einer chronischen Krankheit im Alltag sehr schwer machen können.

Hierbei unterstützen wir unsere Patienten auch durch das Erlernen einer verbesserten Schmerz- und Krankheitsbewältigung. Psychologische Einzelgespräche können die jeweilige Problemsituation unseres Patienten genauer eingrenzen und ihn bei der Bewältigung unterstützen. In der psychologisch geleiteten Schmerzbewältigungsgruppe erarbeiten Patienten mit chronischen Krankheiten gemeinsam Bewältigungsmöglichkeiten für den Alltag.