Düsseldorf :  Patientenforum
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Schmerzen und Peniskrümmung
geschrieben von: Sebastian L.
Datum: 24. Juni 2003 10:35

Sehr geehrte Damen und Herren,

Ich finde das Patientenforum eine tolle Idee, vielen Dank, dass Sie uns Patienten hier die Möglichkeit geben, Fragen zu stellen.

Ich hatte vor ca. 2 Monaten am eregierten Glied plötzlich starke
stechende Schmerzen etwas oberhalb der Stelle, an der der Penis aus
dem Körper steht. Es war zu dem Zeitpunkt keinerlei Belastung auf dem
Glied. Es gab keinen Bluterguss und Ultraschall-Untersuchungen haben
auch keine Verletzung am Schwellkörper gezeigt. Die starken stechenden
Schmerzen sind schnell leichteren Druckschmerzen gewichen, die sich
bis jetzt bis hinunter zur Peniswurzel und in den Beckenbereich ziehen. Am
Penis hat sich eine leichte Verkrümmung von der Schmerzstelle weg und
in Richtung Bauch sowie eine leichte Torsion ergeben.
Ich kann problemlos Geschlechtsverkehr haben, allerdings mit leichten
Schmerzen nach dem Verkehr.
Das ganze hat auch eine Vorgeschichte, da ich ähnliche Probleme schon
einmal vor ca. 10 Jahren für ein bis zwei Jahre hatte.

Nun hätte ich folgende Fragen an Sie:
- Bisher wurde mir empfohlen weiter normal Geschlechtsverkehr zu
haben. Stellt das ein Risiko dar ?
- Ich habe gehört, bei kleineren Verletzungen am Penis kann es zu
Verknöcherungen kommen. Gibt es eine Möglichkeit, dagegen vorzubeugen ?
- Wenn es keine Verletzung am Schwellkörper war, was könnte es sonst
noch sein ?

Vielen Dank für Ihre Hilfe.
Mit freundlichen Grüßen,

Sebastian L.

Re: Schmerzen und Peniskrümmung
geschrieben von: Dr. Martin Petsch
Datum: 25. Juni 2003 11:12

Sehr geehrter Patient,
vielen Dank für Ihre Anfrage, die sicher auch viele andere Betroffene interessiert.
Die Beschwerden, die Sie schildern, lassen mich an eine Erkrankung namens 'Induration penis plastica', kurz IPP (Synonym auch Morbus Peyronie) denken.
Bei einer IPP kommt es zu Veränderungen des Bindegewebes der Schwellkörper.
Die Symptome beginnen häufig mit Schmerzen, in der Folge kommt es zu einer Penisverkrümmung. Am Schwellkörper findet man in der Folge Verkalkungen und Knoten, die tastbar sind. Relativ häufig bildet sich das Krankheitsbild von selbst zurück, oft bleibt die Verkrümmung jedoch und kann in fortgeschrittenen Fällen sogar den Geschlechtsverkehr unmöglich machen.

Die Ursache der Erkrankung ist noch unklar. Einige Wissenschaftler sehen kleine Verletzungen als Ausgangspunkt. Andere vermuten eine Bindegewebserkrankung, wofür spricht, dass häufig bei den Patienten Bindegewebsveränderungen an anderen Stellen zu finden sind, vor allem Sehnenerkrankungen an den Händen (Dupuytrensche Kontraktur).

Es gibt keine wissenschaftlichen Hinweise, das sich die Erkrankung durch normalen Geschlechtsverkehr verschlimmert.

Vor allem im frühen Stadium der Erkrankung kann eine medikamentöse Therapie ein Fortschreiten der Erkrankung bremsen. Sie sollten sich daher von einem Urologen untersuchen und behandeln lassen.
Ist die Penisverkrümmung hochgradig, so können wir das Glied durch eine Aufrichtungsoperation wieder begradigen. Diese Operationen werden an unserer Klinik regelmäßig durchgeführt.

Weitere Informationen zum Thema Penisverkrümmung finden Sie übrigens auch unter www.androdoc.de.

Mit freundlichen Grüssen
Dr. Martin J. Petsch
Urologische Chirurgie, Andrologie
Oberarzt



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