Düsseldorf :  Patientenforum
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Die Frage nach dem Graft-Material zur Patch-Deckung
geschrieben von: amar7
Datum: 15. Februar 2011 12:58

Guten Tag,

welches Graft-Material ist das beste? Ohne dafür medizinische Belege zu haben, sage ich vom Gefühl her, dass autologe Mittel wie die Vena Saphena gut sind, auch wenn diese eine "2. Baustelle" bedeuten, so ist die Abstoßung zumindest keine Sache über die man sich sorgen müsste.

Weiter verbreitet bei IPP erfahrenen Andrologen sind aber Gewebegenerierende Patches wie ihr SIS.

Wie sieht es da aber aus, wenn der Körper dieses Mittel abstößt?
Wird es vollständig durch eigenes Gewebe ersetzt oder bleibt davon noch ein Teil?

TachoSil (Kollagenvlies) soll sich als Patch vollständig auflösen.
Ich würde mich über eine Erläuterung über die verschiedenen Patchmittel freuen.

PS: Verwenden Sie außerdem zur Abpräparation des Gefäß-Nervenbündels ein Wasserskalpell zur sicheren Schonung vom umliegenden Gewebe? (Ihr ausscheidender Kollege Dr. Basting hat dieses Skalpell angewandt)

Mit freundlichen Grüßen

Re: Die Frage nach dem Graft-Material zur Patch-Deckung
geschrieben von: Dr. Martin Petsch
Datum: 15. Mai 2011 20:52

Hallo Amar7,
das sind ja interessante Fragen, die vermutlich auch andere Forum-Leser wissen möchten.
Ich verwende als Interponat für Defektdeckung seit längerer Zeit schon das SIS Material. Es läßt sich gut verarbeiten, ist relativ fest, ich kann scharfe Nadeln zum Einnähnen verwenden, da reißt nichts ein.
Vena saphena wäre sicherlich auch recht gut, allerings natürlich nur über eine erweiterte Operation zu bekommen (Entnahme am Oberschenkel). Venenwand ist natürlich vie weicher und etwas schwieriger zu verarbeiten, d.h. reißt leichter ein und kann von einer scharfen Nadel leicht beschädigt werden. Insgesamt erscheint mir SiS besser - aber darüber kann man sicherlich länger diskutierden.
Auch Tachosil habe ich bei einer größeren Zahl von Patienten eingesetzt, anfangs auch mit guten Ergebnissen - allerdings hatte wir dann im Verlauf zwei Fälle mit Problemen, die ohne Tachosil nach meiner Einschätzung nicht eingetreten wären - seitdem habe das Tachosil nicht mehr verwendet.
Die Präparation den Gefäß-Nerven-Bündels führe unter Verwendung einer Lupenbrille aus und benutze dabei eine sehr feine Schere und eine Bipolare Pinzette - bisher mit sehr sehr guten Ergebnissen. Ein Wasserskalpell habe ich jedenfalls noch nie vermisst.
Mit freundlichen Grüssen,
Dr.med. Martin J. Petsch
Facharzt für Urologie, Andrologie
und spezielle urologische Chirurgie
Fellow European Board of Urology
Leitender Arzt der Andrologie und Mikrochirurgie
Paracelsus Klinik Golzheim
Friedrich Lau Str. 11
40474 Düsseldorf
Tel.& Fax. 0211-4379-115
[www.androdoc.de]
dr.petsch@androdoc.de



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