Onkologische Versorgung
Zytostatische und endokrine Therapien

Den Indikationsschwerpunkten entsprechend werden Patientinnen und Patienten mit laufender Chemotherapie oder nach Abschluss aggressiver Chemotherapie intensiv betreut. Dabei werden sämtliche endokrine und zytostatische Mono- und Kombinationstherapien in Absprache mit den primärbehandelnden Ärzten durchgeführt. Oberstes Ziel ist dabei die Kontinuität in der Behandlung unter Berücksichtigung von Ansprechrate und Lebensqualität.
Supportive Maßnahmen
Unter der Leitung erfahrener Fachärzte und speziell ausgebildeter Pflegekräfte werden die spezifischen Probleme der Toxizität durch begleitende Therapiemaßnahmen (Schleimhautprotektion, Uroprotektion, antiemetische Therapie (zur Verhinderung von Erbrechen und Übelkeit), gegebenenfalls Granulozytenstimulation und so weiter) gemindert.
Hierzu gehört auch die umfassende fachliche Aufklärung über Sinn und Nutzen der verabreichten Therapien, deren Kurzzeit- und Langzeitfolgen sowie die Darlegung der Gründe für die getroffenen Entscheidungen. Die Einbeziehung der Patienten in die Entscheidungsfindung belastender Therapien führt zur deutlich besseren Akzeptanz mit geringerer Abbruchquote und stärkt die Hoffnung der Patienten auf Genesung. Gerade jüngere Patienten können sich bei dieser intensiven, ärztlich-begleitenden Aufklärung rascher mit dem durchlittenen Schicksal abfinden und integrieren sich dann leichter in das „normale“ soziale Leben.
Zusätzlich erfolgt je nach Gegebenheiten die übliche medizinische Basistherapie nach den allgemein anerkannten Regeln: Fortsetzung der Medikation, Klärung der Schmerztherapie (in Anlehnung an die WHO), Infusions- oder Substitutionstherapie, symptomatische Therapie postchemotherapeutischer Folgen und anderes.
Schmerztherapie
Über die Möglichkeiten moderner Schmerztherapie bestehen bei betroffenen Patienten meistens nur unklare Vorstellungen. Viele Patienten mit Schmerzen meinen, dass eine Schmerztherapie ihre körperliche und seelische Befindlichkeit zu sehr einschränken könnte. Durch genaue Schmerzanamnese, Diagnostik und ein aufklärendes Gespräch lassen sich die Missverständnisse häufig ausräumen. Darüber hinaus kann durch eine adäquat eingesetzte Schmerztherapie die Lebensqualität der betroffenen Patienten deutlich verbessert werden. Im Regelfall erfolgt die Schmerztherapie nach dem Stufenplan der WHO.
Therapie von Begleiterkrankungen
Neben der Behandlung von organischen Funktionsbeschwerden nach Primärtherapie (Lymphödeme, Bewegungseinschränkungen, Sexualstörungen und anderes) werden insbesondere Begleiterkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems, der Atmungsorgane, des Stoffwechsels und des Bewegungsapparates diagnostiziert und behandelt.
Bei einem mittleren Alter der betreuten Patienten von 52 Jahren stehen jährlich zahlreiche Nebenerkrankungen zur Diagnostik und Therapie an. Durchschnittlich finden sich an Begleiterkrankungen jährlich:
| 1. | Verdauungsorgane | 1.300 |
| 2. | Herz-Kreislauf-Erkrankungen | 1.200 |
| 3. | Urogenitalsystem | 680 |
| 4. | Endokrinum | 540 |
| 5. | Blut bildende Organe | 310 |
| 6. | Haut | 240 |
| 7. | Atmungsorgane | 220 |
| 8. | ZNS und peripheres Nervensystem | 95 |
| 9. | Gutartige Neubildungen | 75 |
| 10. | Schwerwiegendere Infektionen | 28 |






