Operative Verfahren

Ohne die Entwicklung moderner optischer und digitaler Techniken und Technologien wäre auch eine Weiterentwicklung bis zum heutigen Stand nicht möglich gewesen.

Im Folgenden möchten wir eine Auswahl der Spitzentechnologie darstellen, die zum alltäglichen Instrumentarium zeitgemäßer Neurochirurgien gehören.

Op-Situation und Bilder aus der Hirnkammer

Optische Systeme

Der wesentliche Qualitätssprung in der Neurochirurgie wurde mit der Einführung von standardisierten Beleuchtungs- und Vergrößerungstechniken geschafft. Ende der 60er Jahre wurde der Einsatz von Operationsmikroskopen zum Standard. Dadurch wurde aus einer Makro-Chirurgie die Mikro-Chirurgie. Der Vorteil liegt auf der Hand: je besser man sieht, desto kleiner sind meine operativen Zugänge und umso schonender das operative Handeln.

Auf dem Weg zu immer weniger traumatisierenden Verfahren fand auch die Endoskopie ihren Platz in einer modernen neurochirurgischen Klinik.

Durch solche Endoskope können vollständige Operationen durchgeführt werden. Es gibt spezielle Mikroinstrumente mit einem Außendurchmesser von ca. 1mm, die von Scheren über Fasszangen bis zu Elektroinstrumenten reichen.

starre Endoskope
Flexibles steuerbares Endoskop

Orientierungssysteme

Neuronavigation und intraoperativer Ultraschall gehören heute zu den Standardausrüstungen zeitgemäßer Neurochirurgien. 

Beide Technologien dienen der 3-dimensionalen Orientierungshilfe bei Hirnoperationen und verbessern die Resektionsergebnisse bei Hirntumoren gegenüber der alleinigen Mikrochirurgie.

Das Prinzip der Neuronavigation entspricht dem Prinzip der geläufigen Satelliten-Navigationssysteme. Das System wird mit Bildern des Patienten (MRT, CT, Angiografie) geladen. Mithilfe von Infrarot-Kameras wird die Position eines mit besonderen Erkennungszeichen versehenes Instrument in Bezug auf den Tumor in den Bildern dargestellt. Ultraschall mit einer aktuell-tatsächlichen Darstellung der Organe ist ein wichtiger Bestandteil zeitgemäßer intraoperativer Strategien.

Instrument mit Erkennungsaufsatz
Ultraschall-Sonde während der Operation

Stereotaxie

Stereotaxierahmen

Die Stereotaxie ist eine Technologie mit deren Hilfe man den Inhalt des Kopfes als 3-dimensionalen mathematischen Raum beschreibt. Jeder Punkt dieses Raumes hat drei Koordinaten, um hinreichend beschrieben zu werden.

Ein 3-dimensionales Gestell wird dafür fest mit dem Kopf verbunden. Über Präzisionsinstrumente kann jeder Punkt im Kopf angesteuert werden und aus Tumoren, die sonst nicht mikrochirurgisch erreichbar sind, können Gewebeproben entnommen werden. Dieses Prinzip ist die Voraussetzung für die Implantation von Sonden zur Behandlung von Bewegungsstörungen, wie dem Morbus Parkinson (funktionelle Neurochirurgie).

Dopplersonographie

Bei Operationen am Gefäßsystem des Gehirns und des Rückenmarks ist häufig eine Kontrolle und Auswertung des Blutflusses erforderlich. Eine große Hilfe dabei ist der inzwischen routinierte Einsatz von Mikro-Dopplern. Dies sind 1x1mm große Dopplersonographiesonden, die mit Mikroinstrumenten an die Blutgefäße gebracht werden können, um dem Operateur die notwendigen Informationen über den Blutfluss zu geben.

Röntgen im Operationssaal

Bei allen Operationen an der Wirbelsäule kann die Operation bei Bedarf durch ein direktes Röntgen kontrolliert werden. Dies ist bei Implantationen von Schrauben, Platten und Bandscheibenersatz zeitgemäßer Standard. Da die Wirbelsäule ein Bewegungsorgan ist, gehört eine Kopplung von Röntgen und Videoaufnahme zur modernen Ausrüstung, um die Wirbelsäule bei Bewegungsabläufen in ihrer Dynamik beurteilen zu können.

Respekt

Patienten, die sich einer Operation am Kopf unterziehen müssen, sind immer schwer belastet, deshalb ist es unsere Philosophie, den Eingriff so wenig als möglich belastend zu gestalten. 

Dies beginnt mit einem Erhalt der äußeren Erscheinungsform des Menschen. Sprich: Wir verzichten entweder vollständig auf eine Rasur oder reduzieren sie auf ein absolutes Minimum, ohne dabei das Risiko von Infektionen zu erhöhen.