2. April 2021

Abhilfe bei chronischen Schmerzen

Wenn Schmerzen länger als 12 Wochen bestehen, spricht man von chronischen Schmerzen. Spätestens dann hat der Schmerz seinen warnenden Charakter und Sinn verloren und agiert als selbstständiges Symptom. Eine Option gegen die Schmerzattacken ist die Neuromodulation.

Neuropathische Schmerzen: Heftig bis fast unerträglich

Oft sind bei solch chronischen Schmerzen die schmerzleitenden Bahnen, also Nerven und Rückenmark, direkt betroffen. Man spricht dann von neuropathischen Schmerzen. Diese Schmerzform ist besonders heftig und beeinträchtigt die Lebensqualität massiv. Auch Schmerzmittel können hier nur bedingt helfen, und wenn, dann nur in Dosierungen, die oft andere Probleme mit sich bringen (Müdigkeit, Schwindel, Beeinträchtigung der Verkehrstauglichkeit.)

Schmerzattacken mit sanften Stromstößen unterdrücken

Die Schmerzspezialisten bei Paracelsus setzen in diesen Fällen ein Therapieverfahren ein, dass die Schmerzweiterleitung blockiert, die so genannte Neuromodulation Es handelt sich dabei um eine minimal invasive Behandlungstechnik, bei der dünne Drähte (Elektroden) über dem Rückenmark oder dem Spinalganglion angebracht werden. Durch Zufuhr von kleinen Stromstößen wird ein elektrisches Feld aufgebaut, welches die Schmerzleitung moduliert und so die Schmerzen unterdrückt. Daher der Name Neuromodulation. Der Normalzustand, also ein schmerzfreies Leben, kann so in vielen Fällen wiederhergestellt werden, Schmerzmittelgaben können vermieden bzw. stark herabgesetzt werden, die Lebensqualität und Mobilität der Patienten wird spürbar verbessert.

Erfolgreich nach Gelenkoperation oder OP an der Wirbelsäule

In einem ersten Schritt (Testphase) werden die Elektroden nach außen geleitet und die Stromstöße kommen von einem externen Gerät. Stellt sich der gewünschte Erfolg ein, so wird in einem zweiten Schritt ein kleiner Impulsgeber (Neurostimulator) unter die Haut implantiert. Dieser gibt die Stromstöße dann selbstständig ab. Es handelt sich um ein Vollimplantat, die Verbindung nach außen erfolgt über Funk. So kann die Therapie von außen gesteuert und angepasst werden. Die Stimulation wird vom Patienten, wenn überhaupt, nur als leichtes Kribbeln wahrgenommen. Je nachdem wo diese neuromodulative Therapie angewandt wird, spricht man von SCS (Spinal Cord Stimulation), also Rückenmarks-Stimulation oder von DRG (Dorsal Root Ganglion), also eine Spinalganglion-Stimulation. Die SCS kommt vorwiegend zum Einsatz in Fällen, bei denen es nach einer Wirbelsäulenoperation zu Nervenschmerzen gekommen ist oder bei Wirbelsäulenleiden, bei denen eine operative Behandlung nicht möglich ist.

Die DRG hilft besonders bei Schmerzen nach peripheren Operationen, z.B. am Knie oder an der Leiste. Beide Verfahren werden an der Paracelsus-Klinik Zwickau in einer interdisziplinären Kooperation zwischen Schmerztherapeuten und Neurochirurgen durchgeführt. Anlaufstelle ist das Zentrum für ambulante und stationäre Schmerztherapie.