Erkrankungen von Dick- und Dünndarm

Erkrankungen des Verdauungstraktes gehören in der heutigen Zeit zu den häufigsten Gesundheitsproblemen, darunter der Darmkrebs und seine Vorstufen, die Darmpolypen. Durch regelmäßige Früherkennungsuntersuchungen können Polypen und Darmkrebs im Anfangsstadium heute gut erkannt und dann in den überwiegenden Fällen vollständig geheilt werden. Die wichtigste Untersuchungsmethode ist dafür eine Darm-Spiegelung, je nach Symptomatik auch in Kombination mit einer Magenspiegelung.

Um eine leitliniengerechte onkologische Therapie durchzuführen, besteht naturgemäß eine enge Zusammenarbeit mit der internistischen Abteilung.

Was tun bei Bauchschmerzen?

Bauchschmerzen hat jeder einmal. Wenn Beschwerden länger anhalten oder periodisch wiederkehren, sollte eine Magen- und Darmuntersuchung beim Hausarzt oder Facharzt erfolgen. Schmerzen im Oberbauch, Bauchkrämpfe, Verstopfung oder Durchfall und Blut im Stuhl können Hinweise auf verschiedene Erkrankungen im Magen-Darm-Trakt sein.

Der Verdauungstrakt lässt sich jedoch gut durch eine Koloskopie, eine Darmspiegelung, endoskopisch untersuchen. Bei einer Spiegelung von Magen und Darm können kleinere Befunde wie Polypen auch sofort entfernt werden.

Darmpolypen – Vorstufe von Darmkrebs

Gutartige Polypen der Darmschleimhaut sind eine zunehmende Erkrankung. Grund sind neben genetischen Veranlagungen heutige Ernährungsgewohnheiten mit fleischhaltiger und fettreicher Kost, Übergewicht oder langjähriger Zigaretten- und Alkoholkonsum. In der Regel verursachen Polypen keine Beschwerden. Gelegentlich bluten sie, durch das Blut im Stuhl kommt es zu einer Schwarz- oder Rotverfärbung des Stuhls.

Polypen treten zumeist im Dickdarm auf und wachsen mit der Zeit durch Zellteilung in den Innenraum des Darms hinein.

Polypenentfernung während Darmuntersuchung möglich

Polypen weisen verschiedene Wachstumsmuster auf, für die die weitere Behandlung variiert. Kleine und gestielte Polypen haben ein geringes Risiko der bösartigen Tumorbildung und können mit geringem Risiko endoskopisch abgetragen werden. Zottige Polypen haben ein mittleres Risiko, können aber ebenfalls endoskopisch abgetragen werden.

Bei großen und breitbasigen Polypen besteht bei der endoskopischen Abtragung ein erhöhtes Risiko, die Darmwand zu verletzen. In diesen Fällen entscheiden wir uns meist für eine operative Entfernung des Polypen mittels minimalinvasiver Technik durch die Bauchdecke.

Bei besonders schwer zu lokalisierenden Polypen kann eine endoskopische Markierung während einer Operation als sogenanntes Hybridverfahren vorgenommen werden.

Darmkrebs und seine Behandlung

Unbehandelt entwickelt sich aus den Polypen häufig ein Darmkrebs. Dieser Tumor kann die Darmwand durchbrechen und in angrenzende Organe einwachsen. Ebenso können sich Krebszellen aus dem Tumor lösen und sich entlang der Venen und Lymphbahnen in anderen Organen ausbreiten. Man spricht dann von einer Metastasierung des Tumors.

Um Darmkrebs erfolgreich und leitliniengerecht behandeln zu können, wird zunächst der Tumor chirurgisch entfernt. Hier ist in vielen Fällen ein minimal-invasiver Eingriff mit kleinsten Verletzungen von Haut und Weichteilen möglich. In einer gemeinsamen Tumorkonferenz mit den Kollegen aus der Inneren Medizin, der Radiologie, der Pathologie und der Strahlentherapie entscheiden wir über den bestmöglichen Therapieweg.

Eine anschließende Chemo- und/oder Strahlentherapie kann angezeigt, wenn sich bereits Metastasen gebildet haben. Zumeist finden sich Metastasen in Lymphknoten, der Leber oder der Lunge, in selteneren Fällen kommt es zu Bauchfellmetastasen.

Darmkrebs ist bei Männern wie Frauen der zweithäufigste Tumor, ca. 65.000 Neuerkrankungen sind hierzulande jährlich zu verzeichnen. Rechtzeitig erkannt stehen uns wirkungsvolle Therapien zur Verfügung, um den Darmkrebs zu behandeln.

Vorsorge kann Darmkrebs verhindern

Die Darmspiegelung ist das wichtigste Instrument, um die Entstehung eines Tumors im Darm zu verhindern. Die Darmspiegelung ermöglicht es, Darmpolypen als Vorstufe eines Darmkrebses rechtzeitig zu erkennen und einfach zu entfernen.

Darmkrebs führt häufig erst im fortgeschrittenen Stadium zu Beschwerden, eine Heilung ist dann oft nicht mehr möglich. Deshalb ist eine regelmäßige Vorsorge durch endoskopische Untersuchungen wie Koloskopie (Darmspiegelung) und Gastroskopie (Magenspiegelung) dringend zu empfehlen.

Magen- oder Darmspiegelungen sind schonende Untersuchungsverfahren, sie werden ambulant durchgeführt und sind für den Patienten schmerzfrei.

  • Ab einem Alter von 50 Jahren haben Männer Anspruch auf zwei Früherkennungskoloskopien (Darmspiegelungen) im Mindestabstand von zehn Jahren.
  • Ab einem Alter von 55 Jahren haben Frauen Anspruch auf zwei Früherkennungskoloskopien im Mindestabstand von zehn Jahren.

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