Anästhesie

Während Ihres Aufenthalts bei uns sind wir bei Untersuchungen oder Operationen, die mit Schmerzen verbunden sein könnten, für Ihre Schmerzfreiheit, Ihre Sicherheit und Ihren Komfort verantwortlich.
Sie können sich in unserem Haus dabei sowohl auf modernste Technik als auch auf das umfassende Know-how unseres Anästhesie-Teams verlassen, das sich aus Fachärzten und Fachärztinnen für Anästhesie sowie erfahrenen Anästhesie-Pflegekräften zusammensetzt. Unsere Abteilung führt jährlich mehr als 5.000 Anästhesien durch.

Das seit 1846 existierende medizinische Fachgebiet der Anästhesie befasst sich mit der Schmerzfreiheit während operativer Untersuchungen und Eingriffe zur Diagnose und Therapie. Die Art des Anästhesieverfahrens, das wir Ihnen empfehlen werden, hängt zum einen von der Art des geplanten Eingriffs und zum anderen von Ihrem speziellen gesundheitlichen Zustand, Ihren Vorerkrankungen und ggf. früheren Eingriffen ab.

Aufklärung durch Ihren Anästhesisten

Sie lernen Ihren Anästhesisten/Ihre Anästhesistin bereits beim Narkosevorgespräch kennen. Mit Hilfe eines Fragebogens, um dessen Beantwortung wir Sie vorab bitten, sammeln wir wichtige Informationen zu Ihren Vorerkrankungen, eventuellen Allergien und den Medikamenten, die Sie zurzeit einnehmen. Je nach Ihrem persönlichen Risikoprofil werden bei Bedarf weitere Zusatzuntersuchungen eingeleitet. Danach werden Sie ausführlich über das geplante Narkoseverfahren und dessen Risiken aufgeklärt. Auf Ihre Fragen zum Anästhesieverfahren erhalten Sie verständliche Antworten.

Zum Abschluss erfolgt der Hinweis auf das Nüchternheitsgebot vor jedem Anästhesieverfahren. Wenn nichts anderes mit Ihnen vereinbart wurde, bedeutet dies: ab Mitternacht vor dem OP-Tag keine feste Nahrung mehr zu sich nehmen, nicht mehr rauchen, keine Milchprodukte, keine Bonbons und kein Kaugummi mehr. Sie dürfen jedoch noch bis 5.00 Uhr am Morgen des Operationstages klare Flüssigkeit zu sich nehmen.

Narkoseverfahren

Folgende Anästhesieverfahren stehen Ihnen in der Paracelsus-Klinik Bad Ems Verfügung:

Die Vollnarkose: je nach Umfang des Eingriffs kommt entweder die totale intravenöse Anästhesie (TIVA) oder die sogenannte „balancierte Anästhesie“, bei der Ihr Schlaf durch ein dampfförmiges Narkosemittel aufrechterhalten wird, zur Verwendung. Bei beiden Verfahren erfolgt die Sicherung Ihrer Atemwege mittels Maske, Kehlkopfmaske oder Beatmungsschlauch in der Luftröhre.

Fester Bestandteil unserer Vollnarkose sind Medikamente zur Verhütung von Übelkeit und Erbrechen. Dank dieser Vorbeugung liegt in unserer Klinik das Risiko für Übelkeit und Erbrechen unter 3% (Bundesdurchschnitt: 30%).

Darüber hinaus erhalten Sie während der Narkose mehrere kombiniert wirkende Schmerzmedikamente, die auch noch Stunden nach dem Eingriff Ihren Schmerzkomfort sicherstellen und das Risiko chronischer Schmerzen deutlich reduzieren.

Die Spinalanästhesie: hierbei wird mittels einer feinen Kanüle am unteren Rücken ein örtliches Betäubungsmittel in den Raum im Wirbelkanal eingespritzt, der die Hirnflüssigkeit (Liquor cerebrospinalis) enthält. Binnen weniger Minuten wird der Körper abwärts des Einspritzortes bis hinunter zu den Fußspitzen vollständig gefühllos. An der Einstichstelle der Spinalanästhesie befindet sich übrigens KEIN Rückenmark, dies endet schon eine gute Hand breit oberhalb. Der volkstümliche Begriff „Rückenmarkspritze“ ist daher anatomisch überhaupt nicht zutreffend.

Je nachdem, welches örtliche Betäubungsmittel wir verwenden, können wir vorherbestimmen, wie lange die Betäubung bei Ihnen anhalten wird. In der Regel verwenden wir eine Substanz, die ca. 4 - 6 Stunden lang wirkt und damit für lange Schmerzlinderung sorgt, auch wenn der Eingriff schon längst vorüber ist.

Wir empfehlen dieses Verfahren insbesondere für Eingriffe an der Prostata, die durch die Harnröhre durchgeführt werden sollen. Die Spinalanästhesie ist bei zahlreichen Eingriffen in der Urologie eine hervorragende Alternative zur Vollnarkose.

Die Spinalanästhesie war bereits seit dem Ende des 19. Jahrhunderts weltweit bei Millionen von Patienten erfolgreich im Einsatz.

Die Periduralanästhesie (im anglo-amerikanischen Sprachraum als Epiduralanästhesie bezeichnet): für lang dauernde Baucheingriffe, die eine mehrtägige intensive Schmerzbehandlung erfordern (z.B. vollständige Entfernung der Harnblase) bieten wir Ihnen dieses Verfahren in Kombination mit einer Vollnarkose an. Hierbei wird noch vor Beginn der Vollnarkose im Bereich der unteren Brustwirbelsäule ein feiner Kunststoffkatheter in den Raum eingebracht, der den Rückenmarksschlauch umgibt. Durch diesen Katheter erhalten Sie für mehrere Tage kontinuierlich Schmerzmittel und / oder örtliche Betäubungsmittel.

Die Periduralanästhesie führt im Gegensatz zur Spinalanästhesie zu einer gürtelförmigen Ausbreitung der Schmerzmittel. Mit einer wirksamen Periduralanästhesie kann man selbst nach einer großen Operation schon früh schmerzfrei aufstehen und sogar herumgehen.

Die lokale Infiltrationsanalgesie (LIA) kommt als schmerzlinderndes Verfahren routinemäßig bei Operationen mit Flankenschnitt (z.B. offene Eingriffe an Niere und Nierenbecken) – zusätzlich zur Vollnarkose – zum Einsatz.

Am Ende der Operation legt der Urologe während des Wundverschlusses einen feinen Katheter in den Wundbereich ein, über den für 48 Stunden eine Infusionspumpe ein örtliches Betäubungsmittel kontinuierlich unter die verschlossene Wunde träufelt. Dieses örtliche Betäubungsmittel bewirkt nicht nur eine sehr gute Schmerzlinderung, sondern besitzt zusätzlich eine entzündungshemmende Wirkung.

Zur Betreuung unserer Patienten nach Narkosemaßnahmen dient unser Aufwachraum, der tagsüber kontinuierlich in Betrieb ist. Je nach Eingriff erhalten Sie hier schon Ihr erstes Getränk. Ambulante Patienten werden hier so lange betreut, bis sie die Klinik beschwerdefrei nach Hause verlassen können.

Die Ausstattung aller unserer Anästhesie-Arbeitsplätze entspricht den aktuellen Vorschriften der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI) und steht unter ständiger Kontrolle unseres Hygiene-Teams.

Alle ärztlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unserer Abteilung sind langjährig erfahrene Fachärztinnen / Fachärzte für Anästhesie.