Behandlungsverlauf

Damit Sie sich auf Ihre anstehende Operation gut vorbereiten können, haben wir hier wichtige Informationen für die Zeit vor und nach der Operation zusammengestellt. Auch wenn damit sicher viele Fragen bereits beantwortet sind, möchten wir Sie ermutigen, das Aufklärungsgespräch zu nutzen, um alle noch vorhandenen Fragen zu klären.

Vor der Operation

Sie haben sich für ein künstliches Gelenk entschieden und damit für eine Operation. Es ist uns sehr wichtig, dass Sie sich sicher und gut informiert fühlen. Deshalb planen wir die Operation langfristig, so dass ausreichend Zeit zur Vorbereitung bleibt.

Im Rahmen der Sprechstunde, die nach vorheriger telefonischer Vereinbarung in der orthopädischen oder chirurgischen Praxis stattfindet, erfolgt eine ausführliche Voruntersuchung.

ln persönlichen Gesprächen erklärt der Arzt genau die Behandlungsschritte und informiert Sie zu möglichen Operationsverfahren. Auch die anschließende Rehabilitation wird Thema des Gesprächs sein. Eine Vorauswahl der für Sie individuell geeigneten Endoprothesen und die jeweilige Verankerungsart im Knochen werden mit lhnen besprochen, so dass Sie eine bessere Vorstellung davon bekommen, was während des Eingriffs passiert.

Sie erhalten alle Informationen, die für die geplante Operation erforderlich sind (Informationen zum Krankenhausaufenthalt, Ablauf der Operation, Nachsorge). Außerdem wird der OP-Termin festgelegt.

Nutzen Sie das Aufklärungsgespräch, um wirklich alle Fragen zu klären.

 

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Was nehme ich ins Krankenhaus mit?

Wichtig für lhre stationäre Aufnahme

  • Krankenversicherungskarte, ggf. Zusatzversicherungsnachweise
  • Befreiungskarte, wenn vorhanden
  • Bei Privatversicherung die Klinikcard
  • lhren Personalausweis
  • Rentenversicherungsnummer und Rentenversicherungsträger (BfA/LVA) (wichtig, wenn für Sie eine Reha oder Anschlussheilbehandlung ansteht)
  • Die Krankenhauseinweisung des Arztes

Wichtig für die ärztliche / pflegerische Aufnahme

  • Aktuelle Arztberichte
  • Röntgen-, MRT-/CT-Aufnahmen
  • Dauermedikamente, die Sie regelmäßig nehmen müssen
  • Aktuelle Befunde wie Laborwerte, EKG, möglichst nicht älter als drei Wochen
  • Herzschrittmacher-Ausweis
  • lmpfausweis, Marcumar-Pass, Allergie-Pass, Röntgen-Pass

Wichtig für Ihr persönliches Wohlbefinden

  • Schlafanzug, Nachthemd, Bademantel
  • Unterwäsche, Socken
  • Eigene Medikamente (keine Schmerzmedikamente)
  • Weite, bequeme Kleidung (Jogginganzug, Hose mit weitem Fußeinstieg)
  • Feste Schuhe mit rutschfester Sohle, eventuell mit Klettverschluss, gut sitzende, rutschfeste Hausschuhe
  • Langer Schuhlöffel
  • Persönliche Körperpflege- und Hygieneartikel, Handtücher
  • Etwas Bargeld
  • Adressliste von wichtigen Personen im Umfeld

Sollten Sie bereits einmal Gehstützen verschrieben bekommen haben, bringen Sie diese bitte mit.

 

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Ihre persönliche Vorbereitung

Auch Sie selbst können in Vorbereitung auf die Operation einige Dinge tun, um zum Erfolg beizutragen:

Verbessern Sie lhren Allgemeinzustand

Übergewicht ist schon für gesunde Gelenke sehr belastend, für ein erkranktes Gelenk ist ein zu hohes Körpergewicht ein schwerwiegendes Problem. Durch regelmäßige Bewegung und eine Ernährungsumstellung können Sie lhr Gewicht im Vorfeld der Operation reduzieren, lhr Hausarzt berät Sie gerne und nennt lhnen kompetente Ansprechpartner.

Wenn Sie starker Raucher sind, belastet das lhren allgemeinen Gesundheitszustand sehr. Nikotin, Teer und zahlreiche andere Giftstoffe in Zigaretten behindern den Heilungsprozess. Deshalb versuchen Sie bitte, auf das Rauchen zu verzichten. Unterstützend können hier Akupunktur, Nikotinpflaster, Rauchentwöhnungskurse oder Hypnose wirken.

Kommen Sie in Bewegung

Bewegung ist die beste Vorbereitung auf die bevorstehende Operation. Denn durch regelmäßige Bewegung kräftigen Sie lhre Muskulatur und verbessern lhren allgemeinen gesundheitlichen Zustand. Eine kräftige Muskulatur hilft auch, um für das künstliche Gelenk eine stabile Umgebung zu schaffen. Nutzen Sie doch die Zeit vor der Operation, um mit gezielten Übungen und Krankengymnastik diesen Muskelaufbau zu fördern. Besonders geeignet für ein moderates Bewegungsprogramm sind leichte Gymnastik, Schwimmen, Wassergymnastik, Radfahren oder Spaziergänge.

Lassen Sie bestehende Erkrankungen behandeln

Wenn Sie an Herz-Kreislauf-Problemen, zu hohem Blutdruck oder Diabetes leiden, sollten Sie vor der Operation medikamentös gut eingestellt sein. lnfektionen, Entzündungen oder Beschwerden wie offene Beine müssen vor der lmplantation des neuen Gelenks behandelt und vollständig abgeheilt sein.

Nehmen Sie regelmäßig Medikamente?

Wenn Sie regelmäßig Medikamente wie Schmerztabletten, Schlaf- und Beruhigungsmittel oder gerinnungshemmende Präparate einnehmen müssen, lassen Sie sich durch lhren behandelnden Arzt in Bezug auf die bevorstehende Operation beraten. Zu lhrem ersten Beratungsgespräch bringen Sie bitte eine Liste aller Medikamente und eine Dosierungsübersicht mit, die Sie in den vergangenen drei bis vier Wochen eingenommen haben.

Leiden Sie unter Allergien?

Falls Sie auf bestimmte Stoffe oder Materialien allergisch reagieren, sprechen Sie bitte frühzeitig mit lhrem Arzt darüber. Besonders bei allergischen Reaktionen auf Nickel oder Chrom ist es für uns wichtig, im Vorfeld informiert zu sein. Auch Allergien gegen Antibiotika, Jod oder Pflaster sollten Sie uns und dem behandelnden Arzt unbedingt mitteilen. Wenn wir wissen, auf welche Materialien Sie reagieren, berücksichtigen wir das bei der Wahl lhrer Endoprothese.

Vorbereitungen im Haushalt

Stocken Sie Ihre Vorräte an Tiefkühlkost und Konserven auf. So ersparen Sie sich unnötige Einkaufstouren.
Wenn Sie gern kochen, sollten Sie jetzt größere Portionen zubereiten und davon einzelne Mahlzeiten zum späteren Aufwärmen in kleineren Behältern einfrieren.
Räumen Sie alle Dinge die Sie oft benutzen auf eine Höhe zwischen Taille und Schulter, denn in den ersten Wochen werden Sie in Ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt sein.
Es gibt viele Hilfsmittel, die Ihnen bei der Genesung helfen. Zum Beispiel ein Haltegriff an der Badezimmerwand. Der Ein- und Ausstieg aus der Dusche wird damit viel leichter und sicherer für Sie.

 

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In der Klinik

Bei lhrer Anmeldung mit Hilfe lhres Einweisungsscheins bekommen Sie lnformationen über die verschiedenen Angebote, die wir für Sie in der Klinik bereithalten.

Dann folgen im Bedarfsfall letzte Voruntersuchungen wie Labortests, EKG oder Röntgenaufnahmen. Ein Anästhesist führt mit lhnen ein Gespräch über die verschiedenen Arten der Narkose und eventuelle Risiken. Dann entscheiden Sie gemeinsam, ob es eine Teil- oder Vollnarkose wird. Hier schon mal eine Kurzbeschreibung der beiden Möglichkeiten:

Narkoseaufklärung

Der Einsatz eines künstlichen Gelenks erfolgt unter Narkose. lhr Anästhesist klärt Sie über die unterschiedlichen Narkoseverfahren und mögliche Risiken der bevorstehenden Operation auf.

Vollnarkose
Bei der Vollnarkose verabreicht der Anästhesist lhnen entweder über eine Atemmaske (inhalativ) oder über die Kanüle (intravenös) ein Narkosemittel. lnnerhalb weniger Sekunden schlafen Sie ein und erwachen erst wieder nach der Operation. Auch lhr Schmerzempfinden ist in dieser Zeit ausgeschaltet. Während der Operation überwacht der Anästhesist durchgängig Ihre Atmung, Ihre Herz-Kreislauf-Funktionen und lhren Flüssigkeitshaushalt. Außerdem bekommen Sie über eine Maske den benötigten Sauerstoff zugeführt.

Teilnarkose
Für die Teilnarkose oder auch Regionalanästhesie bekommen Sie in der Nähe eines zentralen Nervengeflechts oder eines wichtigen Nervs ein örtliches Betäubungsmittel verabreicht, das die betroffene Körperregion schmerzunempfindlich macht. Sie bleiben wach und bei vollem Bewusstsein.

 

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Die Operation

Die Einzelheiten des Operationsverlaufs hängen maßgeblich vom Krankheitsverlauf und den persönlichen Voraussetzungen des Patienten ab. Sie werden daher am besten im persönlichen Gespräch mit dem behandelnden Arzt besprochen und erläutert. Generell lässt sich sagen, dass die Ärzte in der Paracelsus-Klinik bemüht sind, so minimal-invasiv wie möglich zu operieren. Es existiert für minimal-invasive Operationen kein einheitlicher Standard, da trotz aller Ähnlichkeiten jede Operation einen individuellen Eingriff in den Körper darstellt.
Da es sich um eine Gelenkoperation handelt, hat die Frage, ob und inwieweit minimal-invasiv operiert wird, vor allen Dingen Bedeutung für die Erholung der Weichteile, die Rekonvaleszenz der Gelenke ist davon unbeeinflusst. Gleichwohl bedeutet ein kleinerer Eingriff auch weniger Schmerzen und wird daher zum Wohle des Patienten nach Möglichkeit vorgezogen.

Schmerzmanagement

Für ein wirklich wirksames Schmerzmanagement brauchen wir lhre Mitarbeit. Schmerz ist individuell, d. h. ab wann ein Mensch Schmerz empfindet, wobei er Schmerz empfindet und wie stark er Schmerz empfindet, unterscheidet sich von Mensch zu Mensch. Es gibt dafür keine Messgeräte oder Vergleichsmaßstäbe, nur die Auskunft des Patienten selbst. Wir nehmen lhren Schmerz ernst, können lhnen aber lediglich dabei helfen, ihn zu vermeiden oder zu bekämpfen. ln der nachfolgenden Liste finden Sie Hinweise darauf, was Sie selbst tun können.

  • Melden Sie sich bitte sofort, wenn Sie Schmerzen haben, damit wir lhnen helfen können.
  • Haben Sie einmal allergisch auf Schmerzmittel reagiert oder mussten Sie es wegen Nebenwirkungen absetzen? Dann müssen wir das wissen.
  • Nehmen Sie regelmäßig Schmerzmittel? Dann nennen Sie uns bitte die Art und Dosis lhrer Schmerzmittel.
  • Bitte erzählen Sie uns von lhren Erfahrungen mit Schmerzen und wie Sie mit ihnen umgehen. Diese lnformationen sind hilfreich für eine möglichst erfolgreiche Behandlung.
  • Hat sich der Ort oder der Charakter lhrer Schmerzen verändert? lnformieren Sie uns, damit wir darauf reagieren können.
  • Von unseren Pflegerinnen und Pflegern sowie den Physiotherapeuten erhalten Sie wertvolle Hilfestellung und Tipps: Nutzen Sie sie!

Wir möchten lhnen so viel Schmerzen wie möglich ersparen. lhre Mitarbeit ist dabei ein zentraler Pfeiler des Erlolgs.

 

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Nach der Operation

Nachdem die Wunde wieder verschlossen ist und Sie aus der Narkose erwacht sind, werden Sie in aller Regel auf ein Krankenzimmer mit besonderer Überwachung der Naht verlegt. Sie erhalten weiterhin Medikamente, die den Wundschmerz so niedrig wie möglich halten sollen. Da Sie zunächst wenig laufen, bekommen Sie außerdem blutverdünnende Mittel verabreicht. Diese sollen Thrombosen verhindern helfen. Sollten Sie Kompressionsstrümpfe verschrieben bekommen haben, dann sollten Sie ein paar Dinge beachten: Die Strümpfe werden nur zum Duschen oder Waschen kurz abgelegt. Sie sollten sie bis zur vollen Belastbarkeit lhres Beines weitertragen. Achten Sie beim Anziehen der Strümpfe darauf, dass sie keine Falten werfen. Mit Hilfe von Röntgenaufnahmen wird in den ersten Tagen nach der OP regelmäßig kontrolliert, ob die neuen Gelenkteile weiterhin an der richtigen Stelle sitzen. Außerdem werden verschiedene Blutuntersuchungen durchgeführt.

Manchmal legen wir Drainageschläuche an, um eventuell entstandenes Wundsekret auszuleiten. Wenn das Risiko von Blutergüssen deutlich gesunken ist, werden die Schläuche entfernt. Das passiert in aller Regel nach ein bis zwei Tagen. Die Wunde wird natürlich weiterhin in regelmäßigen Abständen kontrolliert. lst die Wunde gut verheilt, werden nach zehn bis zwölf Tagen die Fäden oder Klammern entfernt. Oft werden auch selbstauflösende Fäden benutzt.

 

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Schritt für Schritt in lhr neues Leben

Nach der Operation wird für Sie ein individueller Behandlungsplan erstellt. Neben physiotherapeutischen Behandlungen betreut und berät Sie der Stationsarzt und die Patientenverwaltung in allen Fragen der sich anschließenden Reha-Kur oder Anschlussheilbehandlung (AHB) und unterstützt Sie bei der Wiedereingliederung in Ihren Lebensalltag.

Sie werden in den ersten Tagen nach der OP noch keine großen Sprünge machen. Das ist ganz natürlich. Schließlich müssen sich lhre Muskeln erst an das neue Gelenk "gewöhnen". Die erste Gelenkmobilisation erfolgt unter Mithilfe der Physiotherapeuten und im Einzelfall unter Einsatz von Motorschienen. So erreichen Sie schnell einen möglichst natürlichen Bewegungsumfang ohne lhr Gelenk übermäßig zu belasten. Folgen Sie unbedingt den Anweisungen lhrer Therapeuten, denn wo es ein "zu wenig" an Einsatz geben kann, ist auch ein "zu viel" denkbar. Abhängig vom Operationsverlauf können Sie bereits ein bis zwei Tage nach OP mit dem "Drei-" oder "Vier-Punkte-Gang" beginnen.

Der "Drei-Punkte-Gang"

Wenn lhr Bein noch besonders geschont werden muss, beginnen Sie zunächst mit dem "Drei-Punkte-Gang": Erst stellen Sie die Gehstützen nach vorne, dann folgt vorsichtig das operierte Bein. lm dritten Schritt folgt das gesunde Bein. Danach wiederholt sich die Abfolge. Die Schritte sollten in etwa gleich weit sein und flüssig aufeinander folgen. Vermeiden Sie in jedem Fall Drehbewegungen lhres Oberkörpers über dem stehenden Bein.

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Entlassung aus der Klinik

Die Entlassung erfolgt in der Regel am achten bis zwölften postoperativen Tag, also nach zehn bis vierzehn Tagen Klinikaufenthalt. lhr behandelnder Arzt bespricht noch einmal den Stand der Dinge mit lhnen, gibt lhnen nötigenfalls wichtige Hinweise für die kommende Zeit und beantwortet gerne lhre noch offenen Fragen. Eventuell benötigte Hilfsmittel werden auf Anordnung angefordert. In welcher Einrichtung Sie lhre Reha-Behandlung machen, hängt in der Regel vom Kostenträger ab, also der jeweiligen Rentenversicherung, gesetzlichen oder privaten Krankenversicherung. Der Kostenträger stimmt dementsprechend auch den Termin für lhre Reha-Behandlung ab. Das kann in Ausnahmefällen bedeuten, dass Sie bis zum Beginn der Reha noch wenige Tage zu Hause verbringen.

 

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Die Rehabilitation

Damit die Operation auch langfristig für einen zufriedenstellenden Heilungserfolg sorgt und Ihre Beweglichkeit und Leistungsfähigkeit dauerhaft wiederhergestellt werden kann, bedarf es einer möglichst direkt anschließenden Rehabilitation. Die nach der Operation einsetzende Frührehabilitation schafft die ersten Grundlagen und verhilft lhnen zu weitestgehender Schmerzfreiheit. Ein endgültiger Heilungserfolg ist jedoch nur möglich, wenn Sie sich einer rasch anließenden Reha unterziehen.

Ziel einer jeden Rehabilitationsmaßnahme ist es, Sie möglichst rasch und nachhaltig wieder in den beruflichen, familiären und sozialen Alltag einzugliedern. Das Aufbautraining für Gelenk und Muskeln ist wohl dosiert und ermöglicht lhnen Schritt für Schritt die Rückkehr in ein Leben in Bewegung.

Stationäre Reha

Wenn Sie allein zu Hause sind oder nicht ausreichend für die Bewältigung des Alltags versorgt sind, ist der stationäre Aufenthalt in einer Rehabilitationsklinik empfehlenswert. Die stationäre Behandlung stellt drei Dinge sicher: eine allmähliche Mobilisierung, eine adäquate medizinische Versorgung und eine intensive Betreuung bei der Bewältigung des täglichen Lebens.

Die Mitarbeiter unseres klinischen Sozialdienstes planen zusammen mit lhnen und lhren Angehörigen lhre Rehabilitation. ln der Regel dauert eine stationäre Reha-Maßnahme drei Wochen und erfolgt so zeitnah wie möglich nach der Operation.

Ambulante Reha

ln einigen Fällen ist es möglich, die Anschlussbehandlung teilstationär oder ambulant durchzuführen. Das bedeutet, dass Sie als Patient nach der Entlassung wieder zu Hause wohnen und für die Dauer der Nachbehandlung jeden Tag zur Behandlung in eine Reha-Klinik oder ein ambulantes Reha-Zentrum gefahren werden.
Diese Art der Rehabilitation setzt allerdings eine Reihe Dinge voraus:

  • Die häusliche Versorgung muss sichergestellt sein.
  • Der behandelnde Arzt stimmt dieser Maßnahme uneingeschränkt zu.
  • Der Kostenträger befürwortet diese Behandlung.
  • Es befindet sich eine entsprechende Reha-Klinik mit teilstationärem Angebot in der Nähe.

 

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Wieder zu Hause

Einen großen Teil des Weges zurück in ein mobiles Leben haben Sie bei der Rückkehr nach Hause bereits geschafft. Die Bewegungen mit dem neuen Gelenk werden zunehmend selbstverständlicher. Trotzdem bitten wir Sie, sich im Alltag vorsichtig und gelenkschonend zu bewegen, um keine Risiken einzugehen.

lhre Muskulatur ist etwa nach sechs bis acht Wochen wieder so aufgebaut, dass sie das Gelenk ausreichend stabilisieren kann. Je nach Prothesentyp müssen Sie jedoch weiterhin einige Bewegungseinschränkungen in Kauf nehmen.

Was Sie in Zukunft unbedingt beachten sollten

  • Gehen Sie regelmäßig zu Untersuchungen und lassen Sie Ihr neues Gelenk röntgen. So kann jede noch so kleine Veränderung frühzeitig erkannt werden.
  • Wenn Sie einen bakteriellen Infekt haben, müssen Sie zum Schutz Ihrer Prothese unbedingt ein Antibiotikum einnehmen. Informieren Sie Ihren Arzt deshalb immer, dass Sie ein künstliches Gelenk haben.

Nehmen Sie sich Zeit für Ihre Genesung. Haben Sie Geduld. Wenn Sie alle Ratschläge beherzigen, wird Ihr neues Gelenk bald optimal in Ihre natürlichen Bewegungen integriert sein.

 

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So geht es besser

Die Operation ist vorüber und lhr neues Gelenk verschafft lhnen neue Beweglichkeit. Jetzt ist es wichtig, dass ihre Muskeln lhr neues Gelenk "kennenlernen". Geben Sie ihnen genug Zeit, sich von der OP zu erholen und neue Kraft aufzubauen. Sie können lhren Muskeln dabei helfen, indem Sie auf die korrekte Ausführung der täglichen Bewegungen achten. So werden auch diese zu nützlichen Schritten auf dem Weg lhrer Erholung. Wie so oft geht es darum, die goldene Mitte zu finden: Schonen Sie sich nicht, sondern seien Sie vorsichtig. Überfordern Sie lhren Körper nicht, aber strengen Sie sich an. Oft wird die eingesetzte Kraft falsch eingeschätzt, gerade dann, wenn eine Bewegung ausgeführt wird, die lhre Gelenke in besonderer Weise belastet. Denn je nach Körperhaltung hat der gleiche Krafteinsatz ganz andere Auswirkungen auf sie. Nachfolgend haben wir ein paar Empfehlungen für Sie zusammengestellt, mit denen Sie lhre Gelenke schonen und gleichzeitig trainieren können.

Setzen Sie sich...
Setzen Sie sich aufrecht hin. Am besten auf etwas höheren Stühlen mit Armlehne, so dass lhre Hüfte höher ist als lhre Knie.

Aufstehen aus der Sitzposition

Rutschen Sie auf lhrem Sitz zunächst bis an den Rand. Bringen Sie den Fuß des betroffenen Beines vor den lhres gesunden Beines. Wenn Sie sich jetzt aufrichten, belasten Sie nur das gesunde Bein und unterstützen Sie die Bewegung mit Hilfe der Armlehnen. Entsprechende Haltegriffe im Bad sowie ein erhöhter Toilettensitz können ebenfalls eine sinnvolle Ergänzung sein.

Wie Sie sich am besten hinlegen

Setzen Sie sich zunächst auf den Bettrand. Dann heben Sie erst das gesunde und nachher das betroffene Bein ins Bett. Führen Sie diese Bewegung mit geradem, aber leicht nach hinten gelehnten Oberkörper durch. Nachdem Sie die Beine vorsichtig und leicht abgespreizt abgelegt haben, können Sie lhren Rücken entspannen und es sich bequem machen.

Schlafen Sie gut
So, wie Sie sich hingelegt haben, in Rückenlage mit leicht abgespreizten Beinen, schlafen Sie auch am besten. Wenn Sie doch lieber auf der Seite liegend  schlafen möchten, ist es wichtig, dass sich die Hüfte nicht einseitig dreht. Um das zu verhindern, und einer Überkreuzung lhrer Beine während des Schlafens vorzubeugen, legen Sie sich ein langes Kissen zwischen lhre Beine.

Raus aus den Federn
Bewegen Sie sich langsam zur Bettkante und heben Sie dann lhr betroffenes und lhr gesundes Bein nacheinander und vorsichtig aus dem Bett. Auch hier hilft lhnen eine erhöhte Position beim Aufstehen. Optimal ist eine Höhe von 70 cm, die Sie entweder mit einem entsprechenden, stabilen Bettgestell oder durch das Auflegen einer zweiten, festen Matratze erreichen können.

Unter der Dusche
Sorgen Sie immer für sicheren Stand. Zum Gehen tragen Sie auch bis zur Dusche am besten Schuhe mit rutschfester Sohle. Sie können sie vor der Dusche ausziehen. Gehen Sie mit dem gesunden Bein zuerst hinein und mit dem betroffenen Bein zuerst heraus. Rutschfeste Fußmatten sind vor und in der Dusche sehr zu empfehlen. Weitere Möglichkeiten, lhren Halt zu verbessern, sind Haltegriffe und ein Duschhocker. Schwämme mit längerem Handgriff vereinfachen das Waschen.

ln der Badewanne sind Sie Kapitän
Auch beim Baden gilt: Sicherheit zuerst. Ein Badewannensitz, eine rutschfeste Unterlage und Haltegriffe geben auch hier mehr Stabilität. Steigen Sie in etwa so in die Badewanne, wie Sie sich auch aufs Bett legen - vorsichtig und mit dem gesunden Bein zuerst. Unterstützen Sie die Bewegung des betroffenen Beines mit lhren Händen und entlasten Sie so lhre Beinmuskulatur. Sie sollten sich zum Baden schon als "Fortgeschrittene" fühlen, also bereits sicher im Umgang mit lhrem betroffenen Bein sein, da hier alles etwas rutschiger ist.

Wie Sie tragen können
Verteilen Sie die Traglast auf beide Seiten gleich, wenn möglich indem Sie einen Rucksack verwenden.

Gut aufgehoben
Wenn Sie etwas aufheben müssen, entlasten Sie das betroffene Bein, indem Sie es nach hinten-außen gestreckt lassen, während Sie mit dem gesunden Bein leicht in die Knie gehen. Neigen Sie lhren gestreckten Oberkörper leicht nach vorne. Stützen Sie sich dabei mit den Händen ab.

So geht es in die Hose
Gerade so alltägliche Bewegungen wie das Anziehen eines Kleidungsstücks stellen am Anfang ein kleines Hindernis dar, das Sie mit ein wenig Hilfe und der richtigen Technik allerdings leicht überwinden lernen. Eine helfende Hand kann hier wahre Wunder bewirken. Wenn diese nicht zur Stelle ist, hilft lhnen ein sogenannter Anziehstock. Der verlängert lhre Reichweite. Ziehen Sie mit Hilfe seines Hakens den Bund bis über das Knie des betroffenen Beines, richten Sie sich an lhrer Gehstütze auf und erledigen Sie den Rest mit lhren eigenen Händen. Umgekehrt steigen Sie erst mit dem gesunden Bein aus, dann sind Sie flexibler. Strumpfanzieher helfen lhnen, wie der Name schon sagt, beim Anziehen lhrer Strümpfe.

lns Auto einsteigen
Sorgen Sie für so viel Beinfreiheit, wie möglich. Optimalerweise lassen Sie sich den (Beifahrer-)Sitz ganz nach hinten schieben und stellen Sie ihn so hoch wie möglich ein, die Gehstützen finden auf dem Rücksitz Platz. Beim Einsteigen setzen Sie sich rückwärts auf den Sitz und heben dann lhre beiden Beine vorsichtig mit den Händen ins Auto. Bewegen Sie sich dabei mit Becken und Beinen gleichmäßig und ruhig. Gleiches gilt fürs Aussteigen, nur umgekehrt. Lassen Sie sich zu Beginn fahren und fahren Sie erst wieder selbst, wenn lhr Arzt keine Bedenken mehr hat und Sie ohne Stützen gehen können. lnsbesondere die Einnahme von Medikamenten kann Ihre Fahrtüchtigkeit beeinträchtigen.

Sexualität
Nach sechs bis zwölf Wochen ist soweit: Sie können "es" langsam wieder tun. Aber schonen Sie sich: Vermeiden Sie Hüftbeugungen von mehr als 90 Grad. Probieren Sie Stellungen, bei denen Sie auf der gesunden Körperseite liegen, die Rückenlage empfiehlt sich erstmal nur für Männer. Achten Sie darauf, dass das Gewicht lhres Partners Sie und lhr Hüftgelenk nicht belastet.

Spazieren gehen ist auch Sport
Regelmäßige Spaziergänge auf gut ausgebauten Wegen sind eine gute Übung, mit der Sie früh beginnen können. Steigern Sie die Länge der Spaziergänge ganz allmählich und fangen Sie mit fünf bis zehn Minuten an. Tragen Sie dabei feste Schuhe und geben Sie geraden, nicht-rutschigen Wegen den Vorrang.

Schuhe anziehen, leicht gemacht
Verwenden Sie extra lange Schuhanzieher, um lhren Oberkörper so wenig wie möglich beugen zu müssen. Am besten tragen Sie eine Zeit lang einfach Schuhe ohne Schnürsenkel, dann müssen Sie sich darum nicht auch noch kümmern. Die Schuhe sollten flach und fest sein, für einen sicheren Stand und Gang.

 

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Sport macht gesund

Steigern Sie lhr Wohlbefinden durch regelmäßige sportliche Aktivitäten. Training hilft lhrem Körper bei der Erholung und beugt zahlreichen Erkrankungen vor. Voraussetzung ist natürlich, dass es eine geeignete Sportart ist.

Bewegung und Sport tun gut. Nicht nur lhr Geist profitiert davon, wenn Sie sich wieder sportlich betätigen, auch lhr Körper dankt es Ihnen. Herz-Kreislauf-System, Muskulatur und Gelenke werden intensiver durchblutet und regenerieren sich schneller und besser. Wichtig dabei: lhre Endoprothese muss stabil im Knochen eingewachsen sein und die Muskulatur muss lhr Gelenk zuverlässig stabilisieren. lhr behandelnder Arzt kann lhnen sagen, ab wann Sie gegebenenfalls wieder Sport treiben können und welche Sportarten für Sie geeignet sind. Grundsätzlich gilt, dass bestimmte Bewegungsmuster besser sind als andere: Ball- und Kontaktsportarten haben oft abrupte Bewegungs- und Richtungswechsel. Solche "Stop and Go"-Sportarten führen zu extremen Stoßbelastungen der Gelenke. Die sollten Sie vermeiden, da sie zu einem erhöhten Verletzungsrisiko führen. Empfehlenswert sind dagegen Sportarten, bei denen Sie fließende Bewegungen mit geringem Kraftaufwand durchführen. Natürlich hängt das persönliche Risiko stark von lhrer Technik und lhrer Erfahrung mit der Sportart ab, daher sollten Sie lhr Vorhaben mit lhrem Arzt im Einzelnen besprechen. Die nachfolgenden Listen sind unvollständig, vermitteln aber einen guten Eindruck, in welche Richtung es gehen sollte.

Besser geeignete Sportarten

  • Rad fahren
  • Wandern
  • Walking / Nordic Walking
  • Schwimmen (ohne Grätsche beim Brustschwimmen)
  • Rudern
  • Aqua-Jogging / Aqua-Walking
  • Gymnastik
  • spezielles Krafttraining
  • Tanzen (mit Einschränkungen)

Bedingt geeignete Sportarten
(mit dem Arzt besprechen)

  • Laufen (auf geeignetem Boden)
  • Kegeln / Bowling (bedingt)
  • Golf
  • Skilanglauf

Nicht empfehlenswerte Sportarten
Sogenannte Rückschlagsportarten wie

  • Squash
  • Tennis
  • Badminton
  • Volleyball

Ballsportarten

  • Handball
  • Fußball
  • Basketball

Sportarten mit erhöhtem Verletzungsrisiko

  • Alpiner Skilauf
  • Reiten
  • Leichtathletik
  • Kampfsport

 

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