"Was hab ich?": Patientenbrief auch in Chirurgie

Patientenbrief auch in der Chirurgie

Geschäftsführer und Gründer Ansgar Jonietz informierte PD Dr. Martina Kötting zum laienverständlichen Arztbrief.
Geschäftsführer und Gründer Ansgar Jonietz informierte PD Dr. Martina Kötting zum laienverständlichen Arztbrief.

Wissenschaftliche Auswertung bestätigt den Erfolg des Pilotprojektes „Was habe ich?“

Bad Ems, 19. Mai 2017 Das Projekt „Was habe ich?“, bei dem Patienten der Paracelsus-Klinik Bad Ems einen laienverständlichen Patientenbrief per Post nach Hause geschickt bekommen, kommt bei den Patienten sehr gut an. Das ergab die vorläufige Auswertung des Projektes durch die Medizinische Fakultät der TU Dresden im Auftrag der „Was habe ich?“ gemeinnützigen GmbH (kurz: gGmbH genannt) aus Dresden, mit dem zusammen die Klinik ihren Patienten diesen Service anbietet. Die vorläufige Auswertung der Studienergebnisse belegt: Die Patienten empfanden ihren Patientenbrief überwiegend als hilfreich, verständlich und informativ und fühlten sich besser zu Untersuchungsergebnissen und Medikamenten informiert als die Kontrollgruppe.

Durch den wissenschaftlich belegten Erfolg des Projektes bestärkt, bietet die Klinik den Patientenbrief seit Mai auch den Patienten der Abteilung für Allgemein- und Viszeralchirurgie an. Bisher galt das Angebot nur für Patienten der internistischen Abteilung. Seit Projektstart im November 2015 nutzten rund 1.500 Patienten das Angebot der Klinik. „Patienten, die ihre Krankheit und ihren Befund verstehen, können sich umfassend informieren und mit ihrem Arzt partnerschaftlich zusammenarbeiten – Grundlage für ein vertrauensvolles Arzt-Patienten-Verhältnis“, zeigt sich Priv.-Doz. Dr. Martina Kötting begeistert von dem übersetzten Arztbrief. Um sich zu dem Projekt zu informieren, besuchte die neue Chefärztin der Abteilung für Allgemein- und Viszeralchirurgie gemeinsam mit Verwaltungsdirektor Stefan Düvelmeyer die „Was habe ich?“ gGmbH in Dresden und diskutierte gemeinsam mit Geschäftsführer Ansgar Jonietz die Ergebnisse der wissenschaftlichen Auswertung.

Bei dem laienverständlichen Patientenbrief handelt es sich um eine Übersetzung des Arztbriefes, der für den weiterbehandelnden niedergelassenen Arzt nach Entlassung aus dem Krankenhaus bestimmt ist. Und genau da liegt oft das Problem, denn der Brief ist für den ärztlichen Kollegen geschrieben und daher meist kaum verständlich. „Patienten verstehen oft genug nur wenig von den medizinischen Erläuterungen des Arztes und zwar unabhängig von Bildung, Alter und Geschlecht“, erläutert Stefan Düvelmeyer, Verwaltungsdirektor der Klinik. Bis zu 80 Prozent der ärztlichen Information zu Diagnose und Therapievorschlag werden nach dem Verlassen des Behandlungszimmers vergessen (Kessels: Patient’s memory for medical information, 2003). Das gemeinnützige Unternehmen „Was hab ich?“ gGmbH lässt deshalb Arztbriefe durch  Medizinstudenten des höheren Semesters in laienverständliche Sprache übersetzen und schickt diese anschließend zu dem Patienten nach Hause. Die Paracelsus-Klinik Bad Ems war die erste Klinik bundesweit, die ihren Patienten einen solchen Service anbot.

Laienverständlicher Arztbrief für Patienten

So könnte ein übersetzter Arztbrief aussehen.

Die Paracelsus-Klinik Bad Ems bietet Ihren Patientinnen und Patienten der Abteilung für Innere Medizin, Allgemein- und Viszeralchirurgie, ein ganz besonderes Angebot:

Jeder Patient bekommt auf Wunsch den vorläufigen Arztbrief, der nach dem stationären Aufenthalt an den weiterbehandelnden niedergelassenen Arzt geht, als übersetzten Patientenbrief nach Hause geschickt.
Die Arztbriefe übersetzen Mitarbeiter von „Was hab' ich?“, von dort wird der Brief zu den Patienten nach Hause versandt. Die Kosten trägt komplett die Klinik. 

Die übersetzten Arztbriefe sollen der besseren Verständigung zwischen Arzt und Patient dienen. Patienten vergessen bis zu 80 Prozent der Informationen, die Ihnen der Arzt übermittelt hat, sobald sie das Behandlungszimmer verlassen. Dabei sind Verständnisschwierigkeiten von medizinischen Erläuterungen unabhängig von Bildung, Alter und Geschlecht. Die Paracelsus-Klinik Bad Ems fördert damit die Gesundheitskompetenz seiner Patienten.

Der Patientenbrief ist ein Gemeinschaftsprojekt der „Was hab' ich?“ gGmbH und den Paracelsus-Kliniken. Das Gemeinschaftsprojekt wird vom Bundesministerium für Gesundheit (BMG) gefördert. Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe ist außerdem Botschafter von „Was hab' ich?“.

Ansprechpartner:

Dr. med. Holger-Carsten Eberle
Facharzt für Innere Medizin und Kardiologie

Priv.-Doz. Dr. med. Martina Kötting
Chefärztin der Abteilung Allgemein- und Viszeralchirurgie

T 02603 600-0

„Was hab' ich?“

Das Desdner Unternehmen „Was hab' ich?“ besteht bereits seit fünf Jahren. Unter washabich.de können Interessierte ihre Befunde einsenden. Medizinstudenten ab dem achten Semester, Ärzte und Mediziner im Ruhestand übersetzen ehrenamtlich Patientenbriefe. Zum Datenschutz ist der Patient aufgefordert sensible Daten zu schwärzen, abrufen kann er den Befund mit einem passwortgeschützen Link. Ziel ist es, die Kommunikation zwischen Arzt und Patient zu verbessern.