Psychotherapeutische Diagnostik

Aufnahmegespräch

Im Aufnahmegespräch wird eine erste diagnostische Zuordnung nach dem ICD-10 Klassifikationssystem, eine Einschätzung der Motivation, des Problembewusstseins und der Ziele des Patienten vorgenommen. Erfragt werden das Trinkverhalten, die Entwicklung und der Verlauf der Abhängigkeit, das soziale Umfeld mit beruflichen, familiären und gesundheitlichen Problemen.

Es ist von Vorteil, wenn die Patientinnen und Patienten bei der Aufnahme von dem zuständigen Suchtberater und/oder nahestehenden Familienangehörigen begleitet werden. Dieses hilft einerseits bei der Erhebung objektiver Daten, die Patienten selbst oft nicht geben können, andererseits aber auch zur Herstellung der therapeutisch wichtigen ersten Kontakte zu den Bezugspersonen des Patienten.

In diesem Gespräch sollen weiterhin eine erste Diagnostik der Beziehungen zwischen den Patienten und ihren Angehörigen erfolgen und Informationen zur weiteren Therapie vermittelt werden.

In den ersten Tagen der Therapie wird die weitere diagnostische Zuordnung nach dem ICD-10-Klassifikationssystem und die Formulierung eines unbewussten zentralen Beziehungskonfliktthemas nach Luborsky vorgenommen, das auf den Erfahrungen basiert, die das Team in dieser Orientierungsphase mit dem Patienten gewann.

Während der Chefarztvisite erfolgt eine erste sozialmedizinische Einschätzung der aktuellen Erwerbs- und Berufsfähigkeit des Patienten bzw. seiner zukünftig wahrscheinlich erreichbaren Erwerbsfähigkeit. Besonderes Augenmerk legen wir hierbei auf die Berücksichtigung der aktuellen beruflichen Situation und eines eventuell notwendigen externen Berufspraktikums im Laufe der weiteren Entwöhnungsbehandlung.

Sollte der klinische Eindruck im Therapieverlauf sich als nicht eindeutig erweisen, besteht die Möglichkeit, die klinische Diagnose durch psychologische Testverfahren zu ergänzen, bzw. zu modifizieren.