Polizeibedienstete

Ein spezifisches Behandlungssetting richtet sich an Menschen aus Berufen mit besonderer Verantwortung (Polizei, Feuerwehr, Bundeswehr), die auf dem Hintergrund beruflich bedingter Konflikte, Belastungen, Traumatisierungen, Partnerschaftsproblemen oder anderen Lebenskrisen eine Alkohol- und/oder Medikamentenabhängigkeit entwickelt haben.

Der Polizeidienst verlangt ein hohes Maß an Leistungs-, Konflikt- und Anpassungsfähigkeit. Polizeibedienstete müssen sich im Alltag mit einer Vielzahl von kleinen und größeren Problemen auseinander setzen und in ihrem dienstlichen Handeln eine hohe Frustrationstoleranz aufbringen. Darüber hinaus wird von ihnen erwartet, dass sie sich innerdienstlich stets als zuverlässiger Kollege erweisen.

Einen missbräuchlichen und abhängigen Konsum von Alkohol und Medikamenten verstehen wir in diesem Zusammenhang als einen Lösungsversuch, innere – auch unbewusste - und äußere Konflikte zu bewältigen oder sich zumindest kurzfristig von ihnen distanzieren zu wollen.

In einer homogenen Therapiegruppe von Betroffenen mit vergleichbarem beruflichem Hintergrund soll dieser Problematik Rechnung getragen werden. Sie sollen sich verstanden und gut aufgehoben fühlen. Das sich durch diese spezielle Gruppenzusammensetzung entwickelnde tiefere Vertrauen in die Verschwiegenheit der Gruppe erleichtert es dabei, Schwellenängste zu überwinden und gemeinsam Wege aus der Sucht zu finden.

Die zusätzlich stattfindende „Indikative Gruppe für Polizeibedienstete“ ermöglicht eine Auseinandersetzung mit Ihren individuellen Verarbeitungsmechanismen im Umgang mit polizeispezifischen Bedingungen am Arbeitsplatz, wie zum Beispiel Schichtarbeit, Überforderung, Dienst an der Waffe, Perspektivlosigkeit oder Konflikte am Arbeitsplatz mit Kollegen und/oder Vorgesetzten. Dabei geht es auch um das Suchen und Finden von konkreten Lösungsmöglichkeiten.


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