Zahngesundheit mit Hightech und Einfühlungsvermögen

Dr. dent. Christoph Blum, Oralchirurg

Ursprünglich wollte Dr. Christoph Blum eigentlich Pilot werden. Dass er sich dann doch für das Studium der Zahnmedizin entschied, ist für einige seiner Patienten wirklich die Rettung. Denn der engagierte Oralchirurg ist spezialisiert auf die Behandlung von Patienten mit einer Zahnarztphobie. Diesen Menschen hilft er, ihre Angst vor dem Zahnarzt zu überwinden und so endlich wieder schmerzfrei leben zu können.

Mit Beginn dieses Jahres haben Sie die Leitung der zahnmedizinischen Abteilung der Klinik übernommen. Was erwartet die Patienten?

Durch die komplette Sanierung der zahnmedizinischen Abteilung behandeln wir unsere Patienten ab etwa Mitte März in wirklich attraktiv gestalteten Praxisräumen. Stahl, Glas und die Farbe grün dominieren, das schafft eine klare und helle Atmosphäre. Die Behandlungsplätze sind technisch auf sehr hohem Niveau. Neben "normalen" zahnmedizinischen Leistungen wie zum Beispiel Füllungen liegt unser Schwerpunkt auf oralchirurgischen Eingriffen und hier insbesondere auf der computergestützten Implantatchirurgie.

Ein Implantat aus dem Rechner? Das müssen Sie erklären!

Wir simulieren mit Hilfe der Computertomographie ein dreidimensionales Bild der Kiefer, Nerven und anderer Strukturen des Patienten und der späteren Implantate. Wir können so Zahnstellung, Kieferbeschaffenheit und Platzierung des Implantats im Kieferknochen präzise bestimmen und wichtige Bereiche z.B. Nerven sicher schonen. Anhand der dreidimensionalen Daten fertigen wir eine Operationsschablone, die eine zehntel-millimetergenaue Platzierung des Implantats im Kieferknochen erlaubt. Mit Hilfe dieser so genannten "navigierten Implantologie" lässt sich die Behandlungsdauer auf zwanzig Prozent der sonst üblichen Zeit reduzieren und wir ersparen vielen Patienten das Aufschneiden des Kiefers. Lästige Nachblutungen, Schmerzen und geschwollene Wangen treten kaum mehr auf.

Auch im Bereich der Prothetik, also bei Zahnersatz, werden Kronen oder das Inlay auf Grundlage eines solch optischen digitalen Abdrucks in unserem eigenen Labor angefertigt.

Der Abformlöffel ist bei diesem Verfahren Vergangenheit. Unsere Zahntechnikermeisterin veredelt und poliert den Zahnersatz und klebt ihn dauerhaft ein. Wir benötigen auch keinen zweiten Termin und die Behandlung ist insgesamt viel schonender für den Patienten.

Zahnarztbehandlungen unter dem Dach einer Klinik - was sind die Vorteile?

Immer dann, wenn wir es entweder mit Patienten zu tun haben, die an einer internistischen Krankheit leiden oder wenn wir Eingriffe in Vollnarkose vornehmen, ist es wichtig, eine klinische Infrastruktur im Rücken zu haben. So behandeln wir beispielsweise Menschen, die Blut verdünnende Medikamente nehmen müssen, da sprechen wir uns eng mit den anästhesistischen und internistischen Kollegen aus der Klinik ab. Oder wenn Patienten mit einer Störung des Knochenstoffwechsels eine Entzündung in der Kieferhöhle haben, dann bekommen sie das nicht einfach mit Antibiotika wieder hin, da ist unter Umständen eine teilweise Entfernung des Kiefers vonnöten. Diese Patienten nehmen wir natürlich stationär in der Klinik auf. Auch bei der Behandlung von Angstpatienten ist die Verbindung zur Klinik eine gute Voraussetzung. So ist ein Anästhesist immer schnell verfügbar, wenn es darum geht, eine notwendige Vollnarkose durchzuführen.

Was ist das Besondere bei der Behandlung von Angstpatienten?

Hier steht der menschliche und einfühlsame Umgang mit dem Patienten im Vordergrund. Diese Menschen haben so große Angst vor dem Zahnarzt, also vor mir, dass ich zunächst einmal Vertrauen aufbauen muss. Ich höre diesen Patienten genau zu, ich erkläre alles, was ich tue, ganz genau und ich sorge für eine direkte Verbesserung der Situation schon während des ersten Behandlungstermins.

Wie sieht diese Verbesserung aus?

Sie müssen wissen, dass bei eigentlich allen Zahnarztphobikern das gesamte Gebiss in desaströsem Zustand ist, häufig verbunden mit Schmerzen und Scham über die eigene Situation. Deshalb entferne ich während des ersten Eingriffs in Vollnarkose oder Sedierung zunächst einmal alle schadhaften Zähne bzw. Zahnstumpen und setze schon während dieses ersten Eingriffs ein provisorisches Gebiss ein. Wenn der Patient dann aus der Narkose erwacht, hat sich seine Welt verändert: Die Schmerzen sind weg, der unangenehme Geruch und Geschmack sind verschwunden und er kann dem "Leben wieder Zähne zeigen". Und dann muss bei mir gelächelt werden und das ist für diese Menschen ein sehr besonderer Moment. Denn glauben Sie mir, wenn Sie jahrelang nur noch braune Zahnruinen im Mund hatten, dann ist ein Lächeln in der Öffentlichkeit sehr lange her. Dieses erste Lächeln in meiner Praxis ist ein entscheidender Schritt, der dem Patienten Zuversicht und Vertrauen vermittelt.

Wie sind Sie denn auf die Idee gekommen, Zahnarzt zu werden?

Ehrlich gesagt, hatte ich das überhaupt nicht vor. Da mein Vater selbst Oralchirurg war und meine Mutter das Praxismanagement bei ihm verantwortet hat, drehte es sich bei uns zu Hause ständig um die Praxis und Patienten. Da stand mir zunächst der Sinn nach etwas ganz anderem, nämlich fliegen. Die Lufthansa hat mich damals allerdings nicht genommen, also spielte ich mit dem Gedanken, Mediziner zu werden. Da nicht direkt ein Studienplatz zur Verfügung stand, habe ich erst einmal mit Zahnmedizin angefangen und das lief ziemlich gut. Und ehe ich mich's versah, hatte ich mein Examen als Zahnarzt in der Tasche. Und ich bin jeden Tag froh über diese etwas unbeabsichtigte Entwicklung. Einerseits bin ich fasziniert von den technischen Entwicklungen meines Fachgebietes. Und andererseits steht und fällt mein Erfolg als Arzt mit der Fähigkeit, Menschen vertrauensvoll und achtsam zu begegnen.