Leistungsspektrum

Niere und Harnleiter

Im Rahmen der Therapie von Nierentumoren oder Schrumpfnieren ist die laparoskopische Nephrektomie bzw. Nierenteilresektion im Verlauf der letzten Jahre zu einem Standardverfahren geworden. Jeder minimalinvasiven Operation geht eine individualisierte Therapieplanung voraus. 

  • Radikale Nephrektomie (operative Entfernung einer Niere) bei Nierentumoren
  • Nierenteilresektion, Organ-erhaltende Nierenoperation
  • Nephroureterektomie (operative Entfernung von Niere und Harnleiter)
  • Adrenalektomie (Nebennierenentfernung)
  • Rekonstruktive Eingriffe am Harnleiter und Harnblase (u.a. Harnleiterneuimplantation)
  • Pyelotomie (operativer Eingriff in das Nierenbecken) mit Extraktion von Nierenausguss-Steinen
  • Behandlung komplexer multipler Nierensteine
  • Entfernung großer Ureterkonkremente (Harnleitersteine) (Ureterolithotomie)
  • Nephropexie (operatives Verfahren zur Fixierung einer Wanderniere) bei Nierentief-Lage

Sowohl der häufige benutzte transperitoneale als auch der retroperitoneoskopische Zugang sind gut etabliert und bieten sehr gute Voraussetzungen, um die radikale Tumornephrektomie nach den bekannten onkochirurgischen Kriterien laparoskopisch durchführen zu können. Die Extraktion des Organs als Ganzes erfolgt mit Hilfe eines Bergebeutels sowie eines Bergeschnitts. Eine Besonderheit unserer Klinik bietet das Single-Port System. Hierbei können  laparoskopische Niereneingriffe nur über einen einzigen Zugang mit einem speziellen Portsystem ausgeführt werden. Ähnlich handhaben wir die laparoskopische Nehrouretrektomie bei Harnleitertumoren und Nierenbeckentumoren. Die Behandlung gutartiger Nierenerkrankungen ist durch den Einsatz laparoskopischer Eingriffe noch schonender geworden.

Nierenbeckenplastik

Die laparoskopische Pyeloplastik ist mittlerweile die Standardtherapie bei Harnleiterabgangsengen und liefert hervorragende funktionelle Ergebnisse, die durchaus mit der konventionellen offenen Technik vergleichbar sind. 

Nierenzystenfensterung

Zystische Nierenerkrankungen sind häufig Zufallsbefunde im Rahmen bildgebender Diagnostik. Einfache unkomplizierte Nierenzysten sind meist symptomlos und werden zufällig diagnostiziert. Symptomatisch werden sie durch Größenzunahme oder ungünstige Lokalisation und können dann Schmerzen, Hypertonie, Hämaturie oder Infektionen verursachen oder ein Abflusshindernis ins  Hohlraumsystem darstellen. Die laparoskopische Nierenzystenabtragung ist eine minimal-invasive Operation mit geringer Morbidität und hervorragendem Erfolg. 

Radikale Prostatektomie (EERPE)

Das Prostatakarzinom gilt als die häufigste Krebserkrankung des Mannes, das in Anfangsstadien, falls frühzeitig erkannt, gute Heilungsaussichten hat. Dabei ist gegenwärtig die operative Entfernung der Prostata (radikale Prostatektomie) die am häufigsten durchgeführte Therapie des organ-begrenzten Prostatakarzinoms. Traditionell wird die offene radikale Prostatektomie durch einen langen Unterbauchschnitt durchgeführt, der vom Schambein bis unter den Bauchnabel reicht. Im Gegensatz dazu erfolgt die laparoskopische radikale Prostatektomie als klassische Schlüsselloch-Chirurgie mit Hilfe einer Kamera und vier miniaturisierten Instrumenten  über vier kleine Hautschnitte (0,5 - 1cm). Wir bevorzugen bei geeigneten Patienten die Technik der extra-peritonealen laparoskopischen Prostatektomie (EERPE), da man dabei außerhalb des Bauchfells arbeitet. Die Laparoskopie ermöglicht eine gute intraoperative Übersicht mit hervorragender Detailerkennung durch den Vergrößerungseffekt der Bildgebung. Bei gegebener Indikation ist in den meisten Fällen auch eine Erhaltung des an der Prostata vorbeiziehenden Nervenbündels möglich (nerverhaltende EERPE). Damit sind auch bessere Ergebnisse in Bezug auf eine zufriedenstellende Erektion und auf die Belastungskontinenz möglich. Weitere Vorteile der Laparoskopie sind reduzierter Schmerzmittelbedarf bei geringeren postoperativen Schmerzen, weniger Blutverlust während des Eingriffs und ein geringeres Risiko der Wundheilungsstörung. Alle diese Faktoren sollen zu einer schnelleren Rekonvaleszenz der Patienten beitragen. Die onkologische Sicherheit (das heißt Tumor-Kontrolle) ist bei beiden Methoden (offen/laparoskopisch) gleichermaßen gegeben. 

Weibliche Beckenbodenschwäche und Inkontinenz

Bestimmte Formen des weiblichen Beckenboden-Vorfalls wie beispielsweise Stumpfprolaps nach einer Hysterektomie (Gebärmutterentfernung) oder hochgradige Prolapsformen können laparoskopisch minimal-invasiv behandelt werden. Ziel dieser Eingriffe sind eine anatomische Korrektur des gesenkten Beckenbodens und eine Verbesserung der Inkontinenzbeschwerden. 

Wir führen folgende Eingriffe laparoskopisch durch:

  • Laparoskopische Kolposakropexie (Anhebung und Fixierung des Scheidenstumpfes)
  • Laparoskopische Burch-Operation (Suspensionsoperation der Scheide bei Vorfall und Inkontinenz)
  • Laparoskopische Pectopexie (Anhebung und Fixierung der Scheidenwände bei Senkung) 

Lymphozelenfensterung

Eine Lymphozele ist eine Ansammlung von Lymphe bzw. ein Lymphstau nach verschiedenen Operationen im kleinen Becken. Die laparoskopische Lymphozelenfensterung stellt ein sehr schonendes sowie effektives Verfahren dar. Im Vergleich zur konventionellen offenen Lymphozelenfensterung verzeichnet die laparoskopische Methode eine reduzierte Morbidität, hohe Erfolgsraten von bis zu 100 Prozent sowie eine geringere Komplikationsrate.

Varikozelenligatur

Bei der „Krampfader“ des Hodens handelt es sich häufig um eine gutartige Erweiterung des Plexus pampiniformis (Venengeflecht) ohne Krankheitswert, die keiner therapeutischen Intervention bedarf. Sollte es jedoch aufgrund der Hoden-Krampfader zu Schmerzen oder Störungen der Fruchtbarkeit kommen, besteht eine Operationsindikation. Die laparoskopische Varikozenligatur erfolgt entweder über drei kleine Hautschitte (1 cm) oder als Single-Port über einen einzigen kleinen Zugang im Nabelbereich (2 cm). Die Testikularvenen werden dabei oberhalb des inneren Leistenrings unterbunden (geklippt).

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