Leistungsspektrum

Narkoseverfahren

Folgende Anästhesieverfahren stehen Ihnen in der Paracelsus-Klinik Golzheim zur Verfügung:

Die Vollnarkose: je nach Umfang des Eingriffs kommt entweder die totale intravenöse Anästhesie (TIVA) oder die sogenannte „balancierte Anästhesie“, bei der Ihr Schlaf durch ein dampfförmiges Narkosemittel aufrechterhalten wird, zur Verwendung. Bei beiden Verfahren erfolgt die Sicherung Ihrer Atemwege mittels Maske, Kehlkopfmaske oder Beatmungsschlauch in der Luftröhre.

Fester Bestandteil unserer Vollnarkose sind Medikamente zur Verhütung von Übelkeit und Erbrechen. Dank dieser Vorbeugung liegt in unserer Klinik das Risiko für Übelkeit und Erbrechen unter 3% (Bundesdurchschnitt: 30%).

Darüber hinaus erhalten Sie während der Narkose mehrere kombiniert wirkende Schmerz-medikamente, die auch noch Stunden nach dem Eingriff Ihren Schmerzkomfort sicherstellen und das Risiko chronischer Schmerzen deutlich reduzieren.

Die Spinalanästhesie: hierbei wird mittels einer feinen Kanüle am unteren Rücken ein örtliches Betäubungsmittel in den Raum im Wirbelkanal eingespritzt, der die Hirnflüssigkeit (Liquor cerebrospinalis) enthält. Binnen weniger Minuten wird der Körper abwärts des Einspritzortes bis hinunter zu den Fußspitzen vollständig gefühllos. An der Einstichstelle der Spinalanästhesie befindet sich übrigens KEIN Rückenmark, dies endet schon eine gute Hand breit oberhalb. Der volkstümliche Begriff „Rückenmarkspritze“ ist daher anatomisch überhaupt nicht zutreffend.

Je nachdem, welches örtliche Betäubungsmittel wir verwenden, können wir vorherbestimmen, wie lange die Betäubung bei Ihnen anhalten wird. In der Regel verwenden wir eine Substanz, die ca. 4 - 6 Stunden lang wirkt und damit für lange Schmerzlinderung sorgt, auch wenn der Eingriff schon längst vorüber ist.

Wir empfehlen dieses Verfahren insbesondere für Eingriffe an der Prostata, die durch die Harnröhre durchgeführt werden sollen. Die Spinalanästhesie ist bei zahlreichen Eingriffen in der Urologie eine hervorragende Alternative zur Vollnarkose.

Die Spinalanästhesie war bereits seit dem Ende des 19. Jahrhunderts weltweit bei Millionen von Patienten erfolgreich im Einsatz.

Die Periduralanästhesie (im anglo-amerikanischen Sprachraum als Epiduralanästhesie bezeichnet): für lang dauernde Baucheingriffe, die eine mehrtägige intensive Schmerzbehandlung erfordern (z.B. vollständige Entfernung der Harnblase) bieten wir Ihnen dieses Verfahren in Kombination mit einer Vollnarkose an. Hierbei wird noch vor Beginn der Vollnarkose im Bereich der unteren Brustwirbelsäule ein feiner Kunststoffkatheter in den Raum eingebracht, der den Rückenmarksschlauch umgibt. Durch diesen Katheter erhalten Sie für mehrere Tage kontinuierlich Schmerzmittel und / oder örtliche Betäubungsmittel.

Die Periduralanästhesie führt im Gegensatz zur Spinalanästhesie zu einer gürtelförmigen Ausbreitung der Schmerzmittel. Mit einer wirksamen Periduralanästhesie kann man selbst nach einer großen Operation schon früh schmerzfrei aufstehen und sogar herumgehen.

Die lokale Infiltrationsanalgesie (LIA) kommt als schmerzlinderndes Verfahren routinemäßig bei Operationen mit Flankenschnitt (z.B. offene Eingriffe an Niere und Nierenbecken) – zusätzlich zur Vollnarkose – zum Einsatz.

Am Ende der Operation legt der Urologe während des Wundverschlusses einen feinen Katheter in den Wundbereich ein, über den für 48 Stunden eine Infusionspumpe ein örtliches Betäubungsmittel kontinuierlich unter die verschlossene Wunde träufelt. Dieses örtliche Betäubungsmittel bewirkt nicht nur eine sehr gute Schmerzlinderung, sondern besitzt zusätzlich eine entzündungshemmende Wirkung.

Der Intercostalblock wird ebenfalls zusätzlich zur Vollnarkose vom Urologen während des Eingriffs angelegt und bewirkt mittels eines örtlichen Betäubungsmittels eine mehrstündige Schmerzfreiheit. Dieses Verfahren kommt bei den gleichen Eingriffen wie oben bei der LIA beschrieben, zum Einsatz.

Zur Betreuung unserer Patienten nach Narkosemaßnahmen dient unser Aufwachraum, der tagsüber kontinuierlich in Betrieb ist. Je nach Eingriff erhalten Sie hier schon Ihr erstes Getränk. Ambulante Patienten werden hier so lange betreut, bis sie die Klinik beschwerdefrei nach Hause verlassen können.

Die Ausstattung aller unserer Anästhesie-Arbeitsplätze entspricht den aktuellen Vorschriften der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI) und steht unter ständiger Kontrolle unseres Hygiene-Teams.

Alle ärztlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unserer Abteilung sind langjährig erfahrene Fachärztinnen / Fachärzte für Anästhesie. Wir werden unterstützt von einem erfahrenen Anästhesie-Pflegeteam sowie einer speziell in der Akutschmerzmedizin ausgebildeten Pflegekraft („Pain Nurse“).

Intensivstation
Wenn Sie – z.B. wegen lebensbedrohlicher Erkrankungen oder nach komplizierten Operationen – eine besondere ärztliche Behandlung, Überwachung oder Pflege benötigen, steht Ihnen unsere Intensivstation zur Verfügung. Neben modernster künstlicher Beatmungstechnik halten wir Geräte zur Beatmungsentwöhnung, zur nicht-invasiven Beatmung und zum Atemtraining für Sie bereit. Medikamentenpumpen zur Gabe kreislaufunterstützender Medikamente, zur künstlichen Ernährung, zur Antibiotikabehandlung sowie alle medikamentösen Möglichkeiten der Schmerzbehandlung sind ebenso vorhanden wie modernste Laborgeräte für Notfall-Laboruntersuchungen. 
Da wir davon überzeugt sind, dass Besuch und familiärer Zuspruch zur Genesung unserer Patienten beitragen, haben wir auf der Intensivstation die Besuchszeiten nicht begrenzt. Lediglich während einer Patientenaufnahme und während notwendiger Behandlungs- und Pfle-gemaßnahmen werden wir Sie jeweils bitten, die Intensivstation eine Zeit lang zu verlassen.

Notfallmedizin
Die Abteilung für Anästhesie und Intensivmedizin koordiniert das regelmäßige Training der ärztlichen und pflegerischen Mitarbeiter/-innen in leitliniengerechten Wiederbelebungsmaßnahmen. Für innerklinische Notfälle steht ein Reanimationsteam bereit.

Transfusionsmedizin
Durch die Medizinischen Laboratorien Düsseldorf und den DRK-Blutspendedienst West in Ratingen-Breitscheid wird die Versorgung unserer Patienten mit Blutkonserven und anderen Fremdblutprodukten sichergestellt. Mit Hilfe eines strengen klinikweit gültigen Transfusions-managements und konsequent durchgeführter Fremdblut sparender Maßnahmen verabreichen wir Fremdblutprodukte ausschließlich dann, wenn sie medizinisch unbedingt erforderlich sind.

In Zusammenarbeit mit dem DRK-Blutspendedienst West bieten wir auch die Möglichkeit zur Eigenblutspende an, wenn die Wahrscheinlichkeit einer Bluttransfusion über 10% liegt und keinerlei Gegenanzeigen für eine Eigenblutspende bestehen. Ob eine Eigenblutspende in Ihrem Fall sinnvoll ist, wird im Gespräch mit Ihrem / Ihrer Anästhesisten / Anästhesistin geklärt.