Vesikoureteraler Reflux

Beim vesikoureteralen Reflux (VUR) fließt Urin aus der Blase zurück in den Harnleiter oder sogar in die Niere. Folge eines VURs können Nierenbeckenentzündungen sein. Bei einem angeborenen (primären) Reflux liegt in der Regel eine Fehlentwicklung des „Ventils“ vor, das den Urin von der Niere in die Blase fließen lässt, aber nicht zurück. Wenn dieser Mechanismus gestört ist, kann Urin in den Harnleiter zurückfließen und bis zu den Nieren aufsteigen. Der dort stehende Urin kann zu Infektionen führen, die mit Fieber einhergehen und langfristig Schäden an den Nieren verursachen können.

Von einem sekundären Reflux wird gesprochen, wenn der Reflux Folge einer anderen urologischen Fehlbildung oder Erkrankung ist, wie zum Beispiel Harnröhrenklappen oder neurogene Blasenentleerungsstörungen. 

Ein vesikoureteraler Reflux muss nicht unbedingt zu Problemen führen und bessert sich bei Neugeborenen oft von selbst. Ist dies nicht der Fall, muss der Reflux behandelt werden.

Symptome und Diagnose

Wenn Babys und Kinder häufig an einer Blasenentzündung leiden, die mit hohem Fieber und schlechtem Allgemeinbefinden verbunden ist, kann das auf einen Reflux hindeuten. Um abzuklären, ob es sich tatsächlich um einen Reflux handelt, gibt es folgende diagnostische Möglichkeiten:

Diagnostik 

  • Ultraschalluntersuchung von Blase und Nieren
  • Miktionszystourethrographie (MCU): Hierfür wird ein kleiner Katheter in die Blase eingelegt, so dass unter Röntgenkontrolle überprüft werden kann, ob ein Reflux besteht. Diese Untersuchung kann ohne Narkose durchgeführt werden. Geeignet sind hierfür besonders Kinder unter zwölf Monaten.
  • PIC-Zystogramm: Bei diesem Eingriff führt der behandelnde Arzt ein Endoskop durch die Harnröhre in die Blase ein. Auf diese Weise werden die Mündungen der Harnleiter in die Blase gut sichtbar. Mit Hilfe eines Kontrastmittels lässt sich überprüfen, ob ein Reflux vorliegt. Dieser Eingriff erfolgt in Narkose, wodurch schon während der Untersuchung eine Unterspritzung der Harnleitermündung zur Behandlung des Reflux erfolgen kann. Geeignet hierfür sind Kinder, die älter als zwölf Monate sind.
  • DMSA-Szintigrafie: eine nuklearmedizinische Untersuchung, die zur Überprüfung eventuell vorhandener Nierennarben dient. Dazu muss der Patient in die Nuklearmedizin überwiesen werden.

Behandlung

Ein Reflux kann sowohl konservativ (ohne Operation) als auch operativ behandelt werden. Welche Methode zur Anwendung kommt, hängt davon ab, wie alt das Kind ist und davon, wie ausgeprägt der Reflux ist. Bei jeder Behandlung steht im Mittelpunkt, fieberhafte Harnwegsinfektionen für die Zukunft so weit als möglich auszuschließen.

Konservative Therapie:
Kontroll-Sonographien und gegebenenfalls Antibiotika-Prophylaxe

Operative Therapie:
a) endoskopisch: ambulanter Eingriff, Unterspritzung der Harnleitermündungen mit Hyaluronsäure

b) offene Harnleiter-Neueinpflanzung