Harnsteinleiden

Harnsteine treten im gesamten Harntrakt auf. Man unterscheidet deshalb zwischen Nierensteinen, Harnleitersteinen und Blasensteinen. In den westlichen Industrieländern steigt die Zahl der Erkrankungen seit Jahren an. Rund 1,2 Millionen Menschen müssen hierzulande jährlich wegen eines Harnsteinleidens behandelt werden.

Ursachen für die Entstehung von Harnsteinen

Es ist wahrscheinlich, dass Ernährungs- und Lebensgewohnheiten in der westlichen Welt die Bildung von Harnsteinen begünstigen. Schlussendlich sind die genauen Ursachen jedoch nicht exakt bekannt. Ursachen können u.a. sein:

  • Fettreiche, ballaststoffarme Ernährung
  • Übergewicht
  • zu geringe Flüssigkeitszufuhr
  • Stoffwechselstörungen (z.B. Überfunktion der Nebenschilddrüse)
  • Abflussbehinderungen in den ableitenden Harnwegen (z.B. durch Verengung des Nierenbeckens)
  • Angeborene Erkrankungen (z.B. Zystinurie)

Was sind Harnsteine?

Harnsteine sind Ablagerungen, die sich aus Bestandteilen des Urins bilden. 70 - 75 % der Steine bilden sich aus Kalziumoxalaten. Daneben finden sich Harnsteine, die aus Ablagerungen von Harnsäure, Zystin, Kalziumphosphat, Magnesium-Ammonium-Phosphat oder Xanthin entstanden sind. Die überwiegende Zahl der Harnsteine ist aus unterschiedlichen Bestandteilen zusammengesetzt. Von dieser Zusammensetzung hängen Farbe, Form und Oberfläche der Steine ab.

Größe der Harnsteine 

Harnsteine können winzig klein sein (Nierengrieß), sie können aber auch eine Größe und Anzahl erreichen, die dazu führen, dass das gesamte Nierenbecken ausgefüllt ist (Nierenausguss-Steine). Meistens bilden sich die Harnsteine in den Nieren, sie können jedoch von dort in den Harnleiter gelangen oder noch weiter wandern bis in die Harnblase. 

Wie machen sich Harnsteine bemerkbar?

Harnsteine können lange Zeit symptomfrei bleiben oder nur sehr geringe Beschwerden auslösen. Verstopft jedoch ein Stein den Harnleiter, kommt es oft zu einer Harnabflussstörung, die dann in der Regel eine äußerst schmerzhafte Nierenkolik auslöst. Diese Koliken treten typischerweise intervallhaft auf und sind je nach Lage der Steine in der Flanke, Leiste, im Unterbauch oder im Bereich des Hodens bzw. der Schamlippen zu spüren. Parallel dazu tritt häufig ein starker Harndrang auf, u.U. ist der Urin rot verfärbt. Bei einer gleichzeitigen Harnwegsentzündung kann es zu Brennen beim Wasserlassen und auch zu Fieber kommen.

Diagnostik von Harnsteinleiden

Um das jeweils angemessene Behandlungsverfahren anwenden zu können, bedarf es einer genauen Untersuchung des Patienten. Hier steht an erster Stelle die Anamnese, also die Besprechung der Krankengeschichte, die auch familiäre Vorbelastungen erfragt. Ernährungsgewohnheiten beispielsweise können erste Rückschlüsse auf ein mögliches Harnsteinleiden geben.

Größe, Lage und Zusammensetzung des Steins/der Steine sind Faktoren, die das Therapiekonzept maßgeblich beeinflussen. Es stehen an der Paracelsus-Klinik Golzheim alle diagnostischen Verfahren zur Verfügung, um Steine exakt zu befunden.

Untersuchungsverfahren

  • Körperlicher Tastbefund: Druckschmerz in der Flanke kann ein Hinweis auf einen Harnstau sein.
  • Urinanalyse: Nachweis über vermehrte weiße Blutkörperchen, Bestimmung der Harnsäure-, Kalzium- und Kreatininwerte
  • Sonografie: Darstellung des gesamten Harntraktes durch Schallwellen, um Lage und Größe der Harnsteine zu bestimmen 
  • Ausscheidungsurogramm: Nachweis von Steinen in den ableitenden Harnwegen durch konventionelles Röntgen bei gleichzeitiger Kontrastmittelgabe; es werden Niere, Harnleiter und Blase dargestellt
  • Computertomografie zum Nachweis von Steinen, die aufgrund ihrer Zusammensetzung durch konventionelles Röntgen nicht dargestellt werden (Harnsäuresteine, Matrixsteine)
  • Blasenspiegelung mit gleichzeitiger Kontrastmittelgabe; oftmals zusammen mit therapeutischer Anlage einer Harnleiterschiene