HIFU - Hochintensiver fokussierter Ultraschall

Skalpell aus Schall

Das Karzinom der Prostata ist die häufigste Krebserkrankung beim Mann. Die Paracelsus-Klinik Golzheim setzt gemeinsam mit dem Urologennetz Region Düsseldorf (UND e.V.) zur Behandlung bösartiger Krebstumore an der Prostata den sog. hochintensiven fokussierten Ultraschall (HIFU) ein. Dabei wird das Skalpell durch hochenergetischen Ultraschall ersetzt. Das Verfahren eignet sich insbesondere für Patienten im frühen Krankheitsstadium und solche, die nicht mehr operiert werden können oder wollen. Bei der Behandlung ist keine Vollnarkose nötig. Die Behandlungssonde erstellt ein Ultraschallbild der Prostata und berechnet den zu behandelnden Bereich. Dann werden gebündelte Ultraschallwellen durch eine Art Hohlspiegel fokussiert. Am millimeterfeinen Brennpunkt, direkt am Tumor innerhalb der Prostata, entstehen Temperaturen von rund 90° C. Diese Temperatur reicht aus, das Prostatagewebe mit dem Tumor punktgenau zu verbrennen. Die Therapie dauert zwischen einer und 2,5 Stunden und wird in der Regel mit einer endoskopischen Prostataresektion kombiniert. Bereits fünf Stunden nach dem Eingriff kann der Patient wieder laufen. Aufgrund der minimalen Belastung reicht ein kurzer stationärer Aufenthalt von insgesamt drei bis fünf Tagen aus. Die Kosten werden auch von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.

Geeignet ist die Methode in erster Linie für Patienten, bei denen der Tumor noch nicht bis zum Endstadium vorgedrungen und somit lokal begrenzt ist. Das Verfahren des hochintensiven fokussierten Ultraschalls (HIFU) kann somit eine wirkliche Alternative zur vollständigen Entfernung der Prostata sein und bietet sich insbesondere für Patienten an, bei denen eine Operation riskant wäre, oder für diejenigen, die eine Operation ausdrücklich ablehnen. Sehr gut eignet sich die HIFU-Therapie auch bei erneutem Auftreten von Prostatakrebs (Rezidiv) nach radikaler Operation oder Strahlentherapie.

99 % der Patienten bleiben von einer starken Harninkontinenz verschont und bei der Behandlung eines kleinen einseitigen Tumors bestehen sehr gute Chancen zur Beibehaltung der Potenz.