Tookad-Verfahren

Tookad - eine Alternative bei Niedrig-Risiko-Prostatakarzinom

Seit November 2018 gibt es in Düsseldorf eine neue, minimalinvasive Behandlung bei Prostatakrebs, die sog. Tookad-Methode. Das Besondere an der neuen Methode: Sie schont das Organ und dämmt den Prostatakrebs langfristig ein - ohne das Risiko der Inkontinenz und der Impotenz.

Chefarzt Prof. Dr. Johannes Maria Wolff und sein Team haben in der Paracelsus-Klinik Düsseldorf Anfang November die ersten Prostatakrebs-Patienten mit der neuen sog. Tookad-Methode behandelt. Tookad (hebräisch „Licht) ist ein neues Laserverfahren, mit dem Tumore in der Prostata so behandelt werden, dass sie absterben, ohne dabei das Organ zu schädigen. Zunächst „spickt“ der Arzt das Krebsgewebe der Prostata über den Damm mit winzigen Laserfasern. Über die Venen wird dem Patienten dann das lichtempfindliche Medikament Padeliporfin injiziert. An den Fasern entlang schickt er Laserlicht, das den Wirkstoff aktiviert. Das Medikament zerstört die Gefäße, schneidet die Blutzufuhr ab und lässt das Krebsgewebe absterben.

Die Operation dauert etwa anderthalb Stunden, die Laserbehandlung selbst rund 20 Minuten. Nach drei Tagen kann der Patient in der Regel entlassen werden, nachdem er 24 Stunden nach der Behandlung konsequent darauf achten musste, sich nicht in direktem Sonnenlicht zu bewegen. die Behandlung hat wenig Nebenwirkungen, neun bis zwölf Monate nach der minimalinvasiven OP wird mittels einer Biopsie das Behandlungsergebnis überprüft. 

Die Heilungschancen bei einem lokal begrenzten Prostatakarzinom liegen sehr hoch. Zumal jetzt der Tumor noch gezielter zerstört werden kann, das Organ selber aber erhalten bleibt. Dieser schonende dritte Weg stellt eine Alternative für all jene dar, die das Warten auf die nächste Biopsie zermürbt hat. Vor allem die zahlreichen Patienten mit einem sog. Niedrig-Risiko-Prostatakarzinom haben damit eine echte Alternative zu den bisherigen Behandlungsmöglichkeiten. Männer, die die Diagnose „Prostatakrebs mit geringem Risiko“ erhielten, hatten bisher die Möglichkeit, sich für das „aktive Abwarten“ zu entscheiden: Alle drei Monate wurden sie kontrolliert und nach sechs bis neun Monaten wurde erneut eine Biopsie durchgeführt. Nichts tun zu können, abzuwarten trotz Krebsdiagnose, ist für viele Menschen eine seelische Belastung. Die neue Therapie wurde 2016 in Israel entwickelt, in Deutschland wurde sie im Rahmen einer europäischen Studie u.a. an der Uniklinik Dresden bestätigt. Die urologische Düsseldorfer Fachklinik ist die erste in NRW, die das neue, schonende Verfahren anbietet. Prostatakrebs ist nach wie vor die häufigste Krebserkrankung des Mannes, jährlich erkranken rund 57.000 Männer neu daran.