5. Juni 2020

Gezielte Wärme hilft bei Hirntumoren

Behandlung in der Neurochirurgie der Paracelsus-Klinik Zwickau geht neue Wege bei Patienten mit Hirntumoren / Verfahren wirkt mit Wärme gezielt auf die Reparaturmechanismen der Krebszellen / Online-Patientenveranstaltung zum Welthirntumortag am 8. Juni

Die Operation und Therapie von Hirntumoren gehören weltweit zu den schwierigsten und aufwändigsten Behandlungen in der Neurochirurgie. Je nach Lage und Art des Tumors ist eine Entfernung oder Heilung insbesondere mit konservativen Methoden nur schwer möglich. Hilfe verspricht nun „NanoTherm“, ein relativ junges Verfahren, das über gezielte Wärme die Reparaturmechanismen der Krebszellen unterbricht und so den Tumor selbst wirksam bekämpfen kann. „Wir bringen magnetische Nanopartikel direkt in den Tumor und die betroffenen Gewebestellen ein“, erklärt Prof. Dr. med. habil. Jan-Peter Warnke, Leiter der Neurochirurgie an der Paracelsus-Klinik Zwickau, das Verfahren. „Diese werden dann von außen durch ein magnetisches Wechselfeld erwärmt und so die Reparatur-Proteine in den Krebszellen geschädigt oder zerstört.“

In seiner Art einmalig in Deutschland

Seit Ende 2019 ist die neue „NanoTherm“-Technik der MagForce AG in der Neurochirurgie an der Paracelsus-Klinik Zwickau in einem Behandlungszentrum für Hirntumore einsetzbar. Das System in Zwickau ist in seiner Art einmalig in Deutschland. Nur am Hirntumorzentrum an der Universitätsklinik Münster existiert derzeit ein ähnliches Gerät, mit dem die neue Behandlung durchgeführt werden kann. „Mein Team und ich können seit Jahresbeginn diese innovative Behandlungsoption für Patienten mit Hirntumoren anbieten. Sie ist eine ideale Ergänzung unseres neurochirurgischen und neuroonkologischen Gesamtspektrums in Zwickau und bedeutet neue Hoffnung für viele unserer Patienten“, so Prof. Warnke. Die Behandlung an der Klinik dauert insgesamt vier Wochen und beginnt mit einer Operation bei der der aggressive Tumor so weit wie möglich entfernt wird. Anschließend werden die Nano-Magnetpartikel in das Gewebe injiziert, die dann in drei, wöchentlich stattfindenden, jeweils zweistündige Sitzungen im Magnetwechselfeld stimuliert werden. Während dieser drei Wochen ist ein stationärer Aufenthalt meist nicht notwendig.

Chance für Patienten über Grenzen hinweg

Wartezeiten für die neue Behandlung gibt es derzeit (noch) nicht. Die Paracelsus-Klinik in Zwickau ist dank ihrer hervorragend aufgestellten Neurochirurgie in der Lage, bis zu fünf dieser Patienten pro Woche aufzunehmen und fachgerecht zu behandeln. Das gilt auch für Patienten, die aus Tschechien, der Ukraine, Ungarn oder Russland kommen. Wer sich als Betroffener für die Behandlung mit dem „NanoTherm“-Verfahren interessiert, kann sich direkt an das Sekretariat Neurochirurgie der Paracelsus-Klinik in Zwickau wenden. Dort ist eine spezielle NanoTherm-Sprechstunde eingerichtet, bei der Patienten sich vorstellen können. Auch mehrsprachige Ansprechpartner für Patienten aus dem osteuropäischen Ausland stehen dort zur Verfügung.

Online-Patientenveranstaltung

Die Paracelsus-Klinik Zwickau lädt zusammen mit dem Unternehmen MagForce Patienten und Angehörige zu einer Online-Patientenveranstaltung (live) ein, um Fragen rund um das Glioblastom zu beantworten: Was ist ein Glioblastom, welche Symptome gibt es, wie erfolgt die Diagnose, welche therapeutischen Optionen stehen zur Verfügung und wie kann man einen Untersuchungstermin vereinbaren?

Wann: Montag, 8. Juni 2020, 16:30-17:30 Uhr
Telefon: +49-6971049922 oder +49-3056795800 oder +49-6950502596
Meeting ID: 848 3200 2487
Online: https://us02web.zoom.us/j/84832002487

Erste Kontaktaufnahme (nur Englisch und Deutsch) über das
Sekretariat der Neurochirurgie
der Paracelsus-Klinik Zwickau
T 0375 590-1601
F 0375 590-1816
E-Mail: