Geschichte

Geschichte und Entwicklung der Klinik

Die medizinische Versorgung auf Helgoland ist eng mit der Geschichte der einzigen Deutschen Hochseeinsel verbunden. Diese ist – beginnend in der Frankenzeit – bis in das letzte Jahrhundert hinein geprägt durch Eroberung, Besatzung, Evakuierung und wechselnde Herrschaften.

Im Jahr 1890 wird Helgoland nach 83 Jahren englischer Zugehörigkeit im Austausch deutscher Rechte auf Sansibar und dem damaligen Deutsch-Ostafrika der Provinz Schleswig-Holstein zugeteilt. Im zweiten Weltkrieg, am 18. April 1945, wird die Ortschaft zur Hälfte zerstört. Wie im ersten Weltkrieg muss die Bevölkerung die Insel verlassen. Die Hauptzerstörung erfolgt genau 2 Jahre später als durch eine gewaltige Sprengung die Insel restlos ausgelöscht werden sollte. Nach der Wiederfreigabe der Insel durch die englische Regierung zum 01. März 1952 kann der Wiederaufbau beginnen.

Noch im gleichen Jahr wird ein provisorisches Krankenhaus errichtet. Die Versorgung fand im sogenannten „Blauen Haus“ im Nord-Ost-Land der Insel statt, das am 19. Mai 1953 vom Ministerium für Landesmedizin offiziell abgenommen wurde. Das Haus konnte ca. 10 Patienten aufnehmen, die schon damals in Zweibettzimmern untergebracht waren.

Im Rahmen der Inselneubebauung ist 1956 ein Wettbewerb für einen Krankenhausneubau ausgeschrieben worden, bei dem der Hamburger Architekt Konstanty Gutschow den 1. Preis gewann.

Der Entwurf sah zwei parallel zueinander angeordnete Flügel vor, die sich dem „Helgoländer Maßstab“ anpasse.

Ebenerdig angeordnete, großflächig verglaste und mit direktem Zugang zum Garten versehene Krankenzimmer sind durch schmale Mauerwerkstreifen getrennt. Das Obergeschoss ist durchlaufend mit einer senkrechten Holzverbretterung verkleidet.

Die Farbgebung passt sich an das Helgoländer Farbkonzept an.

Nach zweijähriger Planungs- und Bauphase konnte am Rande des durch die Sprengung entstandenen Mittellandes am 1. Juni 1958 ein kleines modern ausgestattetes 20 Betten-Krankenhaus eröffnet werden.

Der Neuanfang

Im Jahre 1985 ging das Haus in das Eigentum der Paracelsus-Kliniken und somit in die Trägerschaft des Herrn Prof. Dr. Krukemeyer über. Seitdem heißt das Krankenhaus „Paracelsus-Nordseeklinik Helgoland“.

Finanziert durch eine Sonderförderung des Finanzministeriums Schleswig-Holstein und erheblicher Eigenmittel, konnte das Haus erweitert und komplett umgebaut werden. Es wurde an die östlichen Giebelseiten ein zweieinhalbgeschossiger Neubautrakt vorgesetzt, wobei die architektonischen Gegebenheiten des Altbaus berücksichtigt wurden. Im Neubau sind 10 großzügige Zweibettzimmer mit Balkon und Badezimmer entstanden. Im neu entstandenen Kellertrakt wurde ein 24 m² großes Bewegungsbad eingelassen und Therapieräume geschaffen. Im hinteren westlichen Teil der Klinik entstand ein modern eingerichteter aseptischer Operationssaal.

Die Eingliederung in den Paracelsus-Konzern war getragen durch den Gedanken, neben der chirurgischen, internistischen Versorgung der Helgoländer und der zahlreichen Urlaubsgäste auch eine zusätzliche Leistung für neurologisch erkrankte Patienten anzubieten. In enger Kooperation mit der Paracelsus-Elena-Klinik in Kassel, wurde ab September 1986 mit der Behandlung von Parkinson-Patienten – überwiegend aus den norddeutschen Bundesländern – begonnen.

1995 wurde die Küche modernisiert und erweitert, alle Bäder der Patientenzimmer wurden renoviert und farblich neu gestaltet. Die Prosektur, welche sich in einem Nebengebäude befindet, wurde komplett neu ausgestattet. Dort wurden ein hydraulischer Sektionstisch und zwei neue Kühlkammern eingebaut.

Im Rahmen der Einführung eines Qualitätsmanagementsystems wurden 2002 einige Räumlichkeiten umgestaltet. So entstand die neue Chirurgische Notfallambulanz, die Endoskopieabteilung, eine große Zentralumkleide fürs Personal und ein ehemals als Dialyse angedachter Raum wurde als Kreativatelier für die Parkinson-Patienten umgestaltet.

2007 erfolgte die Aufstockung des Dienstzimmers im Erdgeschoss um das Schwesterndienstzimmer der Neurologie erheblich zu vergrößern. Dort sind drei EDV-technisch vernetzte helle Arbeitsräume für das Pflegepersonal entstanden.