Analprolaps

Beim Analprolaps handelt es sich um einen Vorfall der Schleimhaut und der Haut des Darmausgangskanals nach außen. Ein solcher Vorfall ist Folge des Pressens während des Stuhlganges. Zugrunde liegt eine Lockerung der innerlichen Aufhängung der Auskleidung des Analkanals oder ein Hämorrhoidalleiden des vierten Grades.

Wichtig ist die Abgrenzung vom Analprolaps zum Rektumprolaps. Bei einem Analprolaps fällt nur die Schleimhaut vor, während beim Rektumprolaps die gesamte Darmwand vorfällt.

Therapie des Analprolaps / Outlet Syndrom

Bei einem Analprolaps kommt in der Regel nur noch eine Operation in Betracht. Es stehen zwei unterschiedliche Operationsverfahren zur Behandlung eines Analprolaps zur Verfügung.

  • operativer Eingriff nach Longo (siehe auch Hämorrhoiden-OP)
    Die überschüssige Schleimhaut wird entfernt. Dabei wird der operative Eingriff über den After so durchgeführt, dass keine äußere Wunde entsteht.
  • Die Starr-Operation (Staplerunterstützte Trans-Anale-Rektum-Resektion)
    Bei dieser Operation wird nach der Positionierung eines Dialators die sich vorwölbende überschüssige Rektumwand gefasst und durch das Staplergerät entfernt. Im Gegensatz zur Operation nach Longo wird hier die gesamt Darmwand gerafft und nicht nur die Schleimhaut. Die Wundränder  der Darmwand werden durch die Titanklammern des Staplers wieder vereinigt. Das Vorgehen erfolgt getrennt an Mastdarmvorderwand und Mastdarmhinterwand. Spezieller Einsatzbereich dieses Verfahrens ist das Outlet-Syndrom mit symptomatischer Rektocele (Ausbuchtung der Mastdarmvorderwand in Richtung der Scheide).

 

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