Onkologische Chirurgie

Ein besonderer Schwerpunkt der Klinik ist die Behandlung von Dickdarmkrebs (Kolonkarzinom), Mastdarmkrebs (Rektumkarzinom) und Magenkrebs. In fachübergreifender Zusammenarbeit mit den Kollegen aus internistischer Onkologie und Strahlentherapie werden Tumorpatienten an der Paracelsus-Klinik Karlsruhe gemäß den aktuellsten Therapierichtlinien (S3-Leitlinie) behandelt.

Darmkrebs

Darmkrebs, also bösartige Tumoren im Bereich des Dickdarms oder Mastdarms, gehören zu den häufigsten Tumorerkrankungen in den Ländern der westlichen Welt. Dank fortschrittlicher Operations- und Therapieverfahren können wir jedoch immer mehr Patienten heilen. Dies umso mehr, wenn die Erkrankung in einem Vor- oder Frühstadium erkannt wird, dann bestehen Heilungschancen von über 90 %.

Darmkrebs entsteht in der Schleimhaut des Darms. Gutartige Gewebeveränderungen dort, so genannte Polypen, können unter Umständen entarten und sich unkontrolliert vermehren. In der Folge wuchern diese Krebszellen von der Darmschleimhaut in die Darmwand und ggf. darüber hinaus. Über die Lymphgefäße können sich Krebszellen lokal ausdehnen aber auch über die Blutlaufbahn auf benachbarte Organe übergreifen und dort Tochtergeschwulste (Metastasen) bilden. Je nach Blutabfluss können Leber oder Lunge befallen werden (Fernmetastasen).

Je nach Stadium lässt sich der Darmkrebs häufig komplett chirurgisch entfernen, bei weiter fortgeschrittener Erkrankung (befallene lokale Lymphknoten) kann eine ergänzende Chemotherapie erforderlich sein.

Risikofaktoren für Darmkrebs

Lebens- und Ernährungsgewohnheiten, aber auch eine erbliche Vorbelastung tragen zur Entstehung von onkologischen Erkrankungen des Darmtraktes bei. Mit zunehmendem Alter steigt das Erkrankungsrisiko. Auch Patienten mit chronisch entzündlicher Darmerkrankung (Colitis ulcerosa) haben ein erhöhtes Risiko. Um eine Krebserkrankung zu vermeiden bzw. möglichst frühzeitig therapieren zu können, empfehlen wir dringend, in regelmäßigen Abständen zur Vorsorgeuntersuchung zu gehen.

Symptome bei Darmkrebs

In der frühen Phase der Erkrankung bereitet Darmkrebs typischerweise keine oder kaum Beschwerden. Diese treten erst mit Fortschreiten der Erkrankung auf. Symptome, die auf eine Darmkrebserkrankung hinweisen können, sind u.a.:

  • Blut im Stuhlgang bzw. blutige oder schleimige Auflagerungen
  • Veränderung des Stuhlverhaltens (z.B. Verstopfung)
  • Appetitlosigkeit, Übelkeit, krampfartige Bauchschmerzen
  • allgemeiner Leistungsabfall, Müdigkeit, starkes nächtliches Schwitzen, Gewichtsverlust
  • Blutarmut, zusammen mit einem Eisenmangel

Diagnostik bei Darmkrebs

Die vollständige Spiegelung des Dickdarmes ist die zentrale Untersuchungsmethode, um bösartige Tumore im Darm nachzuweisen bzw. auszuschließen. Im Rahmen einer solchen Darmspiegelung, die in der Abteilung für Innere Medizin durchgeführt wird, können gutartige Vorstufen wie Polypen entdeckt und endoskopisch entfernt werden.

Sollte eine Darmkrebserkrankung nachgewiesen werden, folgen weitere Untersuchungen, um das Ausmaß der Erkrankung und mögliche Metastasenbildung zu erfassen. Dies geschieht z.B. mittels Ultraschalluntersuchung des Bauchraumes und mittels Computertomografie von Bauch und Lunge.

Therapie bei Darmkrebs

Die operative Entfernung des Darmtumors steht therapeutisch im Vordergrund. Nach den entsprechenden Untersuchungen operieren wir Patienten mit Tumoren des Dickdarms und Mastdarms in vielen Fällen und mit sehr guten Ergebnissen minimal-invasiv. Etwaige Tochtergeschwülste in der Leber (Lebermetastasen) können im selben Eingriff oder in einem späteren Eingriff entfernt werden.

Entfernung des Dickdarmkarzinoms

Je nach Lage des Tumors und Stadium der Erkrankung wird bei der Operation in den allermeisten Fällen radikal operiert. Dies bedeutet, dass der Tumor mitsamt des befallenen Darmabschnitts, dem zugehörigen Lymphabflussgebiet und den Blutgefäßen komplett entfernt wird. Die verbleibenden Abschnitte des Dickdarms werden anschließend wieder miteinander vernäht (Anastomosierung), ein künstlicher Ausgang ist nicht erforderlich.

Entfernung des Mastdarmkarzinoms

Der Mastdarm bildet den letzten Darmabschnitt vor dem After. Bei der Operation wird sowohl der Primärtumor als auch das umgebende Gewebe mit Lymphknoten und Lymphabflussgebiet entfernt (sog. TME). Da der Mastdarm die Darmentleerung regelt ist er damit besonders wichtig für den regelmäßigen Stuhlgang und die Kontinenz. In einigen Fällen ist aus Sicherheitsgründen die Anlage eines vorübergehenden schützenden Dünndarmausganges, in wenigen Fällen die dauerhafte Anlage eines künstlichen Dickdarmausganges erforderlich. Bei fortgeschrittenen Erkrankungsstadien des Mastdarmkrebs (Diagnostik zusätzlich mittels Endosonografie und / oder Kernspintomografie) ist hier die Strahlentherapie und / oder Chemotherapie vor der Operation erforderlich (S3 - Leitlinie).

Magenkrebs

Mit rund 100.000 Neuerkrankungen jährlich gehört Magenkrebs zu den häufigen Krebserkrankungen in Deutschland. Da Magenkrebs oft lange unentdeckt bleiben kann, sind die Überlebenschancen bei fortgeschrittenem Stadium eher ungünstig, insbesondere dann, wenn sich bereits Metastasen gebildet haben.

Risikofaktoren für Magenkrebs

Auch wenn die Ursachen für eine bösartige Tumorerkrankung des Magens wie bei den meisten Krebsarten nicht vollständig geklärt sind, so gilt doch als relativ sicher, dass eine chronische Magenschleimhautentzündung (Gastritis), erhöhter Alkoholkonsum, Rauchen und Schimmelgifte die Entstehung von Magenkrebs begünstigen. Auch Stress oder Magengeschwüre erhöhen das Erkrankungsrisiko. Eine gesunde und vitaminreiche Ernährung und der Verzicht auf Alkohol und Nikotin können einem Magenkrebs vorbeugen.

Symptome bei Magenkrebs

Typischerweise bereitet ein Magenkarzinom zum Beginn der Erkrankung keine oder unspezifische Symptome. Warnzeichen können jedoch u.a. sein

  • länger anhaltende Schmerzen oder Druckgefühl im Oberbauch
  • Schluckbeschwerden
  • andauernder Appetitmangel
  • Gewichtsverlust
  • häufige Übelkeit oder Völlegefühl
  • ungewöhnliche Dunkelfärbung des Stuhls

Diagnostik bei Magenkrebs

Zur Abklärung eines Magenkarzinoms wird eine Magenspiegelung durchgeführt. Ein Endoskop mit Kamera wird durch die Speiseröhre in den Magen eingeführt. Untersucht wird die Magenschleimhaut auf mögliche Veränderungen. Falls erforderlich lassen sich während einer solchen Magenspiegelung auch völlig schmerzfrei kleine Gewebeproben der Magenschleimhaut entnehmen. (Biopsie). Anhand der Gewebeprobe lässt sich durch histologischen Befund feststellen, ob ein Magenkarzinom vorliegt. Ebenso lassen sich durch den Befund der Grad der Erkrankung feststellen, wichtiger Baustein für eine anschließende Therapieplanung.

Weitere Untersuchungsverfahren sind die Computertomografie für den Nachweis von Metastasen, eine Ultraschalluntersuchung des Bauchraumes, um festzustellen, ob es Absiedlungen in der Bauchhöhle oder in den Lymphknoten gibt und der endoskopische Ultraschall, der zeigt, ob und wie tief der Magentumor bereits in die Magenschleimhaut eingedrungen ist.

Therapie bei Magenkrebs

Bei Patienten mit Magenkrebs operieren wir offen-chirurgisch. Ziel ist es, den Tumor vollständig zu beseitigen. Je nach Ausmaß des Tumors bedeutet eine Magenoperation meist die vollständige Entfernung des Magens (Gastrektomie) sowie Mitentnahme der lokalen Lymphknoten (D2- Lymphadenektomie). Angesichts der Größe des Eingriffs kommt eine solche Gastrektomie nur in Frage, wenn eine reale Heilungschance besteht. Dies setzt z.B. voraus, dass das Fortschreiten der Erkrankung noch nicht zu einer Metastasenbildung geführt hat. Auch muss der Allgemeinzustand der Patienten eine solche Operation erlauben. Bei fortgeschrittenen Stadien ohne Metastasenbildung (Endosonografie) wird vor der Operation eine Chemotherapie durchgeführt (S3-Leitlinie).

Bei der Operation wird nach der Entfernung des Magens der Dünndarm unter Bildung eines Reservoirs an die untere Speiseröhre angeschlossen. Bei moderner OP-Technik treten selten Komplikationen auf und Patienten können nach wenigen Tagen wieder essen. Bereits einige Wochen nach der Operation können Patienten bereits so normal essen (kleinere und häufigere Mahlzeiten), dass das Körpergewicht gehalten oder erhöht werden kann.