Diabetologie

Diabetes mellitus ist eine der häufigsten Stoffwechselerkrankungen unserer Zeit. Die Diabetologie stellt deshalb einen besonderen Schwerpunkt unserer Abteilung dar. Im spezialisierten Team arbeiten neben dem Chefarzt eine qualifizierte Diabetesberaterin/ Podologin/Wundexpertin und eine Diabetesassistentin sowie Ärztinnen und Ärzte der Klinik. 

Wir bieten ein modernes Diabetes-Konzept mit individueller und flexibler Therapie in Absprache mit den Betroffenen an. Bei der Behandlung der Patienten legen wir besonderen Wert auf die enge Zusammenarbeit mit den betreuenden Hausärzten, um einen nachhaltigen Behandlungserfolg sichern zu können. 

Wir bieten ein breites diagnostisches Spektrum an. Dies beinhaltet u.a. die Ultraschalluntersuchung der Gefäße und eine umfassende Labordiagnostik. Konsiliarisch arbeiten wir mit niedergelassenen Augenärzten zusammen, die Veränderungen des Augenhintergrundes als Hinweis auf eine Diabeteserkrankung überprüfen.

Informationen zu Symptomen, Diagnostik und Therapie von Diabetes mellitus Typ 1 und 2

Strukturierte Diabetikerschulung

Innerhalb der Abteilung ist eine strukturierte Diabetikerschulung und -therapie nach den Richtlinien der Deutschen Diabetesgesellschaft (DDG) etabliert. In der Regel besteht ein hoher Beratungs- und Schulungsbedarf bei unseren Patientinnen und Patienten. Der richtige Umgang mit der Erkrankung ist Voraussetzung für den Erfolg der Behandlung. Deshalb ist die strukturierte Diabetesschulung ein entscheidender Baustein des Therapiekonzeptes unserer Abteilung. An fünf Tagen leiten wir unsere stationären Patienten zu einem eigenverantwortlichen Umgang mit ihrer Erkrankung an. Inhalte des täglichen Unterrichts sind u.a.

  • Medizinische Informationen rund um die Stoffwechselerkrankung Diabetes
  • Das System der BE-Einheiten: Umgang und richtige Bemessung
  • Einführung in die Ernährung bei Diabetes
  • Diabetes und Bewegung
  • Tägliche Morgengymnastik
  • Der Diabetiker-Fuß: Fußpflege, Auswahl des richtigen Schuhwerks
  • Blutzuckerkontrolle und Blutdruck messen: Der Umgang mit der Technik
  • Insulintherapie und Insulinpumpentherapie

Bei Bedarf kann die Gruppenschulung auch durch eine zusätzliche individuelle Schulung ergänzt werden.

Sprechstunden

Allgemeininternistische Privatsprechstunde nach telefonischer Vereinbarung
Schwangere Diabetikerinnen nach telefonischer Vereinbarung
Patienten mit Insulinpumpe nach telefonischer Vereinbarung
Patienten mit diabetischen Fußerkrankungen Mo und Do 16:00 bis 18:00 Uhr

Diabetes Typ 1 und 2

Diabetes mellitus heißt wörtlich übersetzt: honigsüßer Durchfluss (viel süßer Urin). Diabetes geht mit hohem Blut- und Urinzucker durch eine Störung der Bauchspeicheldrüse einher und kann zu vielen, oft schwerwiegenden Folgeerkrankungen führen. Es werden zwei Formen von Diabetes mellitus unterschieden: Typ 1 und Typ 2.

Typ 1-Diabetes

Typ 1-Diabetes betrifft fast immer Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene und muss von Beginn der Erkrankung an lebenslang mit Insulin behandelt werden. Vor der Einführung des Insulins in die Therapie 1920 war der Typ 1-Diabetes immer eine tödliche Erkrankung. Durch Insulin ist er heute gut behandelbar.

Typ 1-Diabetes ist in der Regel eine so genannte Autoimmunerkrankung, d. h. die Insulin produzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse werden durch das  körpereigene Abwehrsystem zerstört. Dieser Zerstörungsprozess kann bislang nicht aufgehalten werden. Nur die Folge, nämlich der Diabetes mellitus Typ 1, kann heutzutage mit moderner Insulintherapie  sehr gut behandelt werden. In Deutschland geht man von etwa 300.000 Typ 1- DiabetikerInnen aus.

Typ 2-Diabetes

Der Typ 2-Diabetes ist eine klassische Zivilisationskrankheit, die in den letzten 20-30 Jahren weltweit stark zunahm. Es ist damit zu rechnen, dass die Erkrankungsraten auch in Zukunft weiter zunehmen. Die gilt auch für Schwellen- und Entwicklungsländer, in denen bislang der Typ 2-Diabetes eher selten auftritt.

Bei Typ 2-Diabetes ist die Störung der Insulin produzierenden Zellen in der Bauchspeicheldrüse stark erblich bedingt und deutlich weniger ausgeprägt als bei Typ 1-Diabetes. Zusätzliche Mechanismen machen den Körper aber gegenüber dem noch verbliebenen Insulin unempfindlich, es entsteht die so genannte Insulinresistenz, als zweite wichtige Komponente des Typ 2-Diabetes. Die stärksten Risikofaktoren, die diese Insulinunempfindlichkeit befördern, sind Übergewicht und Bewegungsmangel. Man schätzt, dass in Deutschland etwa 7-(10) Millionen Typ 2-DiabetikerInnen leben und weiß, dass die Häufigkeit der Erkrankung insbesondere auch unter den MigrantInnen zunimmt.

Symptome bei Diabetes mellitus

Typische Symptome der auch Zuckerkrankheit genannten Erkrankung sind Durst, Harnflut, Leistungsverlust, Schwäche, Neigung zu Infekten, Sehstörungen, schlecht heilende Wunden, wiederkehrenden Pilzerkrankungen, etc. Durch die vermehrte Verfügbarkeit von Blutzucker-Messgeräten wird Diabetes mellitus Typ 2 zunehmend im symptomlosen oder symptomarmen Stadium entdeckt. Man spricht bei Nüchternwerten von über 126 mg/100ml Blut oder zufällig gemessenen Werten von 200 mg/100ml von einer bestehenden Zuckerkrankheit.

Gefahren des Diabetes mellitus

Neben schweren Zuckerentgleisungen und Unterzuckerungen bei bestimmten Zuckertherapien, fürchtet man vor allem die so genannten Folgeerkrankungen des Diabetes. Diese spielen sich an den großen und kleinen Gefäßen des Körpers ab. Die durch Zuckerkrankheit bedingte Verengung der kleinen Arterien (Mikroangiopathie) schädigt Augen, Nerven und Nieren, die durch Diabetes bedingte Verengung der großen Arterien (Makroangiopathie) führt zu Schlaganfall, Herzinfarkt und Durchblutungsstörungen an den Füßen.

Behandlung bei Diabetes mellitus

Typ 1-Diabetes muss lebenslang mit Insulin behandelt werden und hat bei guter Zuckereinstellung, d. h. bei Zuckerwerten zwischen 100 und 160 mg/100ml, eine gute Prognose. Die Patienten werden heute geschult und führen die Insulintherapie selbständig durch. Eine spezielle Zuckerdiät ist bei Typ 1-Diabetes nicht nötig. Meist  spritzen sich die Patienten selbst Insulin vor den Mahlzeiten.


Bei Typ 2- Diabetes
können die Risikofaktoren für die Unempfindlichkeit gegenüber Insulin, wie Übergewicht und Bewegungsmangel durch Änderungen des Lebensstils günstig beeinflusst werden. Es gibt vielfältige Möglichkeiten der Ernährungs- und Bewegungstherapie bei Diabetes mellitus Typ 2. Und es ist  erwiesen, dass diese Maßnahmen besser wirken als Zucker senkende Tabletten. Erst wenn die Lebensstilveränderung zu keiner zufriedenstellenden Zuckersenkung führt, ist eine medikamentöse Therapie erforderlich, die von Tabletten bis zu Insulin reicht.

Die stationäre einwöchige Diabetesschulung in der Paracelsus-Klinik Karlsruhe stellt ein spezielles Schulungsprogramm dar, dass Diabetiker bei einer solchen Veränderung des Lebensstiles unterstützt.