Morbus Parkinson

Parkinsons Werk „An essay on the shaking palsy“
Parkinsons Werk „An essay on the shaking palsy“

Die Parkinson-Erkrankung gehört zu den neurologischen und speziell zu den neurodegenerativen Erkrankungen. Neurodegenerativ bedeutet, dass es bei der Parkinson-Erkrankung aus verschiedenen Ursachen zu einem vorzeitigen Verlust spezifischer Nervenzellen im Gehirn und Rückenmark kommt. Hierbei sind insbesondere diejenigen Zellen befallen, die Dopamin, einen lebenswichtigen Nervenüberträgerstoff (so genannter „Neurotransmitter“) des Gehirns produzieren. Meistens wird die Diagnose Parkinson anhand der äußerlich erkennbaren und vom Patienten berichteten Beschwerden durch den Arzt, insbesondere den Neurologen gestellt. Die Diagnose eines Parkinson-Syndroms kann relativ verlässlich gestellt werden. Die unterschiedlichen Formen eines Parkinson-Syndroms zu unterscheiden, das nicht gleich bedeutend mit der Parkinson-Erkrankung ist, kann jedoch durchaus schwierig sein zu Beginn; denn nicht jeder Patient, der die klinischen Symptome eines Parkinson-Syndroms zeigt, leidet tatsächlich an der Parkinson-Erkrankung. Wir teilen die Parkinson-Syndrome in verschiedene Unterformen auf: 

  • Es können Durchblutungsstörungen des Gehirns auftreten, die ähnliche Zeichen wie die Parkinson-Erkrankung aufweisen. 
  • Es können „atypische Parkinson-Syndrome“ auftreten: 

    Zu den atypischen Parkinson-Syndromen zählen die so genannte „Multisystemerkrankung“ (MSA) des Gehirns, die sich wieder in die striatonigrale Form und die cerebelläre Form unterteilt. Die striatonigrale Form ist die der Parkinson-Erkrankung am ähnlichsten mit Unbeweglichkeit und Steifigkeit, bei der cerebellären Form können zusätzlich Symptome von Seiten des Kleinhirns mit Gleichgewichtsstörungen auftreten. Bei diesen atypischen Parkinson-Syndromen gehen nicht nur die Zellen zugrunde, die den Botenstoff Dopamin produzieren – wie es bei der Parkinson-Erkrankung der Fall ist -  teilweise bleiben sie sogar erhalten, sondern es sind auch andere Nervenzellen und Bahnen des Groß- und Kleinhirns betroffen.
    Zu beachten ist auch, dass bestimmte Medikamente, insbesondere Neuroleptika, die zur Behandlung von Psychosen und schweren psychiatrischen Erkrankungen eingesetzt werden, manchmal als Beruhigungsmedikamente, Parkinson-Symptome hervorrufen können. In diesem Fall ist das Parkinson-Syndrom oft medikamentenbedingt und kann sich bei Absetzen der Medikamente wieder zurückbilden.

Neuere Untersuchungen haben auch gezeigt, dass sehr seltene Formen von Erkrankungen mit Eisenablagerungen im Gehirn einhergehen, aber auch seltene ausschließlich vererbliche Erkrankungen auftreten, die dem Parkinson-Syndrom ähneln.

Aus diesen Gründen sollte die Diagnose der Parkinson-Erkrankung erst gestellt werden, wenn nach der Beobachtung der typischen Symptome weitere Untersuchungen am Patienten teilweise auch mittels technischer Geräte durchgeführt worden sind. Dazu zählt z. B. eine bildgebende Untersuchung des Gehirns, d. h. zumindest eine Computertomographie oder heutzutage besser noch eine Kernspintomographie.
In den Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (http://www.dgn.org/leitlinien) können die für den Arzt wichtigsten Untersuchungen sowie Zeichen und Symptome nachgeschlagen werden, die zur Diagnose einer Parkinson-Erkrankung notwendig sind. Eventuell wird der Nervenarzt oder Neurologe auch einen Ultraschall der so genannten Substantia nigra, d. h. die „schwarze Substanz“, die Dopamin produziert, durchführen oder auch einen „Medikamententest“, bei dem er das Ansprechen des Patienten auf Dopamin testet. Nur Patienten mit der klassischen Parkinson-Erkrankung reagieren eindeutig und auch längerfristig sowie relativ schnell auf eine Behandlung mit L-Dopa bzw. dopaminhaltigen Medikamenten.

Informations-Filme zur Frühdiagnose von Parkinson, zum Parkinson-Tremor und zu Gangstörungen bei Parkinson finden Sie hier!