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Paracelsus

Geburtsmedizin

 

„Be-Up: Geburt aktiv“ – Studie zur natürlichen Geburt

Vaginale Geburten zu fördern und zu ermöglichen ist ein wesentliches Teilziel im deutschen Nationalen Gesundheitsziel „Gesundheit rund um die Geburt“. Wenn die Rate an vaginalen Geburten steigt, wird zugleich die Kaiserschnittrate gesenkt, die mit einer höheren mütterlichen und perinatalen Morbidität einhergeht und in Deutschland bundesweit höher liegt als die WHO empfiehlt.

Im Vergleich mit anderen europäischen Ländern (europäischer Median: 25,2%) hat Deutschland eine der höchsten Kaiserschnittraten (2014: 32.9%), die Rate sekundärer Kaiserschnitte steht mit 15,9% an dritthöchster Stelle nach Rumänien und Malta.

Die vom Bundesforschungsministerium geförderte Studie „Be-Up: Geburt aktiv“ überprüfte seit 2018 mit Hilfe eines experimentellen Designs, ob eine spezielle Einrichtung des Gebärraums Auswirkungen auf die Geburt hat. Dazu wurden bis Ende Mai 2021 insgesamt 3816 Studienteilnehmerinnen nach dem Zufallsprinzip einem alternativen oder einem üblichen Gebärraum zugeteilt. „Be-Up: Geburt aktiv“ ist die bisher größte Studie dieser Art überhaupt. Die Ergebnisse dieser Studie werden Anfang 2022 vorliegen.

17 Kliniken unterstützten die bundesweite Studie „Be-up: Geburt aktiv“. Die Geburtsabteilung der Paracelsus Klinik Henstedt-Ulzburg nahm seit Juni 2019 an der Studie „Be-up: Geburt aktiv“. teil. Sie ist die einzige teilnehmende Klinik in Schleswig-Holstein. Insgesamt wurden innerhalb der Studie 231 Babys in der Paracelsus Klinik Henstedt-Ulzburg geboren.

Die Ausgestaltung des alternativen Gebärraums stützt sich auf bisherige Forschungsergebnisse. Diese belegen, dass unterschiedliche aufrechte Körperhaltungen während der Wehen und der Geburt die Wahrscheinlichkeit erhöhen, eine natürliche Geburt zu erleben. Außerdem gibt es Erkenntnisse, dass die Gebärenden mit ihrer Geburt zufriedener sind, wenn sie während der Wehen selbstbestimmt die Körperpositionen einnehmen können, die sich gut für sie anfühlen.

Die Gebärräume der Paracelsus-Klinik sind allesamt so eingerichtet, dass Gebärende die Möglichkeit haben, während der Geburt unterschiedliche Körperhaltungen und Positionen einzunehmen und sich zu bewegen. In dem alternativen Gebärraum weicht die Ausstattung und Gestaltung jedoch vom Standard ab: Eine hohe Matratze und eine Bodenmatte mit mobilen Schaumstoffelementen machen es den Gebärenden möglich, sich während der Wehen abzustützen, anzulehnen und eine bequeme Sitzhaltung einzunehmen. Dazu gibt es Poster, die Anregungen für verschiedene Körperpositionen geben. Die Frauen können sich mit ihrer Begleitperson an einen Tisch setzen und etwas trinken und Snacks zu sich nehmen; sie können über einen Monitor Naturszenen ansehen und sich entspannen und ablenken; auch das Licht können sie selbst einstellen und dimmen.

Die Studie ist seit Mai 2021 abgeschlossen. Der alternative Gebärraum steht jedoch weiterhin zur Verfügung, so dass werdende Eltern sich für eine Geburt in dieser speziell gestalteten Geburtsumgebung entscheiden können.

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