OP-Roboter

Miniatur-Roboter hilft bei der Wirbelsäulen-Operation

Rückenschmerzen können viele Ursachen haben, in einigen Fällen - wie bei einer instabilen Wirbelsäule oder einem Wirbelbruch - ist eine Operation notwendig. Seit 2005 gibt es ein technisches Hilfsmittel, das den Arzt bei dem komplizierten Eingriff unterstützt: ein Miniatur-Roboter. An der Paracelsus-Klinik München operiert der Neurochirurg Dr. Rupert Dietl häufig damit. Mit rund 250 OPs, für die er den Mini-Roboter eingesetzt hat, ist er der Chirurg mit den meisten Eingriffen dieser Art in Deutschland, Österreich und in der Schweiz.

 

 

Dr. Rupert Dietl

Facharzt für Neurochirurgie
Praxis-Website

Der OP-Roboter wiegt 250 Gramm

Das Gerät sieht wie eine Getränkedose aus, es wiegt 250 Gramm, arbeitet mit winzigen Gleichstrommotoren und ist mit einem Computer verbunden. „Zur Vorbereitung der Operation lassen wir eine Computertomographie der Wirbelsäule machen und berechnen mit Hilfe des Rechners die Länge, den Durchmesser, die Richtung und den Einführungswinkel der Implantate“, so Dr. Rupert Dietl, der das Zertifikat „Spinale Neurochirurgie“ der Deutschen Akademie für Neurochirurgie erhielt.

Vor dem eigentlichen Eingriff befestigt der Neurochirurg die Plattform an der Wirbelsäule, um für den Computer einen Referenzpunkt zu haben. „Wir setzen die Klemme in der Regel von innen her an einen Dornfortsatz. Es gibt aber auch die Möglichkeit, das Gerät durch einen kleinen Hautschnitt vom Rücken her zu fixieren“, so Dr. Dietl.

Ergebnisse gewissenhaft überprüfen

Im nächsten Schritt vergleicht der Computer die Wirbelsäulenaufnahme mit zwei aktuellen fluoroskopischen Bildern, um die optimale Position des Führungsarms zu berechnen. Dr. Dietl: „Wir überprüfen die Ergebnisse des Rechners genau und gewissenhaft. Eine nachträgliche Korrektur ist aber nur sehr selten notwendig."

Häufig gestellte Fragen zum Mini-Roboter

Für welche Eingriffe eignet sich der Miniatur-Roboter?

Bei der Stabilisierung der Wirbelsäule und bei der Kyphoplastie muss der Neurochirurg sehr genau arbeiten. Denn damit sich die Wirbelsäule wieder aufrichten kann, implantiert der Operateur kurze Schrauben und Stäbe oder kleine Ballons – und hantiert dabei in der Nähe des Rückenmarks und der Nervenfasern. Zum modernen Standard gehört es mittlerweile, dass sich der erfahrene Arzt bei solchen Eingriffen von einem Mini-Roboter unterstützen lässt. So kann er die OP besser planen und die Position der Implantate genauer platzieren. Die Durchleuchtungszeit mit Röntgenstrahlen lässt sich hierbei deutlich senken.

Welche Probleme gibt es bei Freihand-OPs an der Wirbelsäule?

Die Länge und die genaue Lage der Implantate kann der Arzt nicht vorher berechnen, sondern nur während der OP ungefähr abschätzen. Die meisten dieser Eingriffe an der Wirbelsäule sind erfolgreich. Es kommt aber bei Freihand-OPs fünf Mal häufiger als bei der Unterstützung durch einen Mini-Roboter vor, dass die Implantate nicht exakt platziert werden.

Foto: Mazor Robotics GmbH

Ehrung für Dr. Rupert Dietl

Der Münchner Neurochirurg Dr. Rupert Dietl (rechts) setzt bei Wirbelsäulen-Eingriffen in der Paracelsus-Klinik München 25 bis 30 Mal pro Jahr einen OP-Roboter ein. 

Die Wandtafel überreichte ihm Dr. Jana Müller, Produktspezialistin der Mazor Robotics GmbH, am 11. Juli 2012.

Verwaltungsdirektor Michael Guggemoos lässt die Tafel im Eingangsbereich der Klinik anbringen.