4. Februar 2019: Internationaler Weltkrebstag

31. Januar 2019 | Ort: Klinik Scheidegg

Mit Krebs leben – durch neue innovative Krebsmedikamente wird dies zunehmend realistisch. Therapiebedingte Nebenwirkungen erfordern jedoch auch neue Therapiekonzepte in der onkologischen Reha-bilitation. Darauf weißt die Paracelsus-Klinik Scheidegg anlässlich des Internationalen Weltkrebstags hin.

Chefarzt Dr. Holger G. Hass

Die Etablierung von Vorsorgeprogrammen sowie die Entwicklung multimodaler Therapiestrategien führten in den letzten Jahren zu einer stetigen Verbesserung der Überlebensraten von häufigen Krebserkrankungen wie Darm- oder Brustkrebs. Aktuell leben 85% der betroffenen Frauen 5 Jahre nach der Diagnose einer Brustkrebserkrankung.

Durch die Einführung von neuen, innovativen Medikamenten wie der CAR-T-Zelltherapie und den sogenannten Checkpoint-Inhibitoren, für deren Wirkprinzip aktuell der Medizin-Nobelpreis vergeben wurde, konnte aber auch die Prognose und die Überlebenszeit von metastasierten und dadurch unheilbaren Krebserkrankungen signifikant verbessert werden. Daher lässt sich heutzutage bei einer zunehmenden Anzahl der betroffenen Patientinnen und Patienten ein chronischer statt palliativer Verlauf der Krebserkrankung erreichen. Jedoch sind mit diesen therapeutischen Erfolgen teils chronische und neue Nebenwirkungen verbunden.

Die zunehmend bessere Prognose und das Auftreten von Therapie-induzierten Nebenwirkungen unterstreichen die Notwendigkeit und die Entwicklung von speziellen Rehabilitationskonzepten, um so die Folgen der Krebsbehandlung zu lindern und den Patienten eine Rückkehr in die Arbeitswelt und damit in die Normalität zu ermöglichen.

Die Paracelsus-Klinik Scheidegg, die sich auf die Rehabilitation nach Brustkrebs-Erkrankung spezialisiert hat und deutschlandweit die größte Einrichtung auf diesem Gebiet ist, entwickelte daher in den letzten Jahren spezifische Therapiekonzepte zur Behandlung dieser Nebenwirkungen. Dazu gehören Konzentrations- und Merkfähigkeitsstörungen, Fatigue und durch Chemotherapie verursachte Nervenschäden. „Da wir Deutschlands größte Nachsorgeklinik für Brustkrebs sind, behandeln wir jährlich mehr Patientinnen mit dieser Indikation als manche Universitätsklinik. Daher sehen wir auch die Notwendigkeit, unsere Therapiekonzepte stets der aktuellen Situation anzupassen“, so Chefarzt Dr. Holger G. Hass. Deshalb werden in Kooperation mit der Universität Würzburg zur Zeit das Vorkommen und die Behandlung dieser Nebenwirkungen systematisch erfasst und analysiert, um so auch langfristig Therapiekonzepte in der onkologischen Rehabilitation zu etablieren und weiter zu entwickeln. Erste Ergebnisse dieser wissenschaftlichen Untersuchungen wurden im Herbst beim Deutschen Gynäkologen-Kongress in Berlin sowie beim jährlichen Onkologen-Treffen der DGHO in Wien präsentiert.

Außerdem entwickelte die Klinik ein spezielles Programm zur Förderung der beruflichen Reintegration nach Krebs (MBOR).