Antikörper und molekulare Therapien in der Hämatologie/Onkologie

4. September 2018 | Ort: Klinik Zwickau

Frühe Diagnose verbessert Erfolg der Behandlung

Links unten: Dr. med. Markus Pohl.

Von
Dr. med. Markus Pohl, MBA
Chefarzt der Abteilung für Hämatologie/Onkologie an der Paracelsus-Klinik Zwickau

 

Neben den klassischen Verfahren bei der Behandlung von bösartigen Erkrankungen (Operation, Strahlentherapie, Chemotherapie) gewinnen zielgerichtete Krebstherapien zunehmend an Bedeutung. Diese Therapien kommen sowohl bei Blut-, Knochenmark- und Lymphknotenkrebs (Hämatologie) als auch bei den soliden Tumoren der einzelnen Organe (Onkologie) zum Einsatz. 

In den vergangenen Jahren wurde eine Reihe von Medikamenten entwickelt, die mit Zellstrukturen interagieren, die spezifisch für Tumorzellen sind und in normalem Gewebe nicht oder kaum vorkommen. 

So richten sich zum Beispiel Antikörper auf Eiweiße, die sich auf der Oberfläche von bösartigen Zellen finden. Solche Antikörper werden meistens als Infusion gegeben und können alleine wirksam sein oder in bestehende Therapiekonzepte integriert werden. Sie haben unter anderem die Behandlungsergebnisse bei bösartigen Lymphknotenerkrankungen und Darmkrebs erheblich verbessert. 

Manche Krebszellen sind von der krankhaft gesteigerten Aktivität einzelner Eiweißmoleküle (Tyrosinkinasen) abhängig, die das Zellwachstum stimulieren. Die Hemmung dieser Tyrosinkinasen durch Medikamente in Tablettenform (Tyrosinkinaseinhibitoren) wird als molekulare Therapie bezeichnet. Solche Behandlungen erfordern keinen stationären Kranken- hausaufenthalt. Sie werden bei hämatologischen Erkrankungen wie chronischen Leukämien sehr erfolgreich eingesetzt. Aber auch im Bereich der Onkologie, also bei der Behandlung von Organtumoren, gibt es zahlreiche Anwendungsmöglichkeiten. So sprechen zum Beispiel einige Arten von Lungenkrebs besonders gut auf die molekulare Therapie an. Vor Therapiebeginn müssen umfangreiche Untersuchungen des Tumorgewebes erfolgen.  

Weil die Antikörper und die molekularen Therapien spezifisch gegen den Krebs wirken und die gesunden Körperzellen nur wenig beeinträchtigen, sind die Nebenwirkungen oft geringer als bei den klassischen Tumortherapien. Deshalb stellen diese Therapien auch für Patienten in fortgeschrittenem Alter oder mit Vorerkrankungen eine gute Behandlungsoption dar. Eine rechtzeitige Diagnose und Therapie von bösartigen Erkrankungen verbessern die Prognose. Bei Blutbildveränderungen, Lymphknotenvergrößerungen oder dem Verdacht auf einen Organtumor sollten daher weitere Untersuchungen veranlasst werden. 

In der Paracelsus-Klinik Zwickau werden Antikörper und molekulare Therapien sowohl in der Hämatologie als auch in der Onkologie nach den neuesten medizinischen Erkenntnissen und der aktuellen Studienlage eingesetzt. Diagnostik und Therapie können stationär und ambulant durchgeführt werden. 

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Dr. med. Markus Pohl, MBA
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