„Kümmerer“ zum Wohle des Patienten

7. Dezember 2018 | Ort: Klinik Zwickau

Seit ca. 2006 gibt es in Deutschland ein neues Berufsbild im Gesundheitswesen: den Casemanager.

Ein Beitrag von Casemanagerin Anett Hilbig (Foto oben rechts), Paracelsus-Klinik Zwickau.

An der Paracelsus-Klinik Zwickau gibt es eine Casemanagerin seit 2010. Da sich dieses Konzept bewährt hat, wurden bereits kurze Zeit später weitere Casemanager ausgebildet. Jetzt gibt es an unserer Klinik einen für jede Fachabteilung: Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie, Innere Medizin/Onkologie, Neurochirurgie, Neurologie, Unfallchirurgie/Orthopädie.

Aber was bedeutet das eigentlich: Casemanager? Was sind seine Aufgaben? 

Diese Tätigkeit mit einem Wort zu beschreiben ist kaum möglich. Wörtlich übersetzt würde Casemanager ‘Fallkoordinator’ heißen. Darunter kann sich aber niemand etwas vorstellen. Die beste Beschreibung wäre ‘Kümmerer’. Das klingt natürlich etwas eigenartig. Aber eigentlich ist es genau das, was die Casemanager tun. Sie kümmern sich um (fast) alles. Anders gesagt: Casemanager sind die Ansprechpartner, wenn Patienten oder ihre Ärzte einen Termin zur stationären Aufnahme benötigen. Das Casemanagement ist sozusagen die Schnittstelle in einem großen Netzwerk zwischen Klinik, Hausärzten, Pflegediensten, Rehakliniken, Pflegeheimen, Krankenkassen sowie dem Patienten/der Patientin und dessen/deren Angehörigen. Casemanager (CM) besprechen bereits bei der Terminvereinbarung, welche Befunde dringend benötigt werden oder welche Medikamente Sie eventuell absetzen müssen. Auf Wunsch organisieren CM den Patienten ein Einzelzimmer und sind immer telefonisch ansprechbar, wenn diese vor ihrer stationären Behandlung noch Fragen haben. Am Tag der stationären Aufnahme koordinieren Casemanager alle pflegerischen und ärztlichen Aufnahme- gespräche, alle notwendigen Untersuchungen sowie die eventuell erforderliche Operations- und Narkoseaufklärungsgespräche. Fehlende Fremdbefunde werden organisiert, um unnötige Doppeluntersuchungen zu vermeiden. Dabei sind die „Kümmerer“ auf das vertrauensvolle Mitwirken des Patienten angewiesen. Bereits am Aufnahmetag führt der Casemanager Gespräche mit dem Patienten/der Patientin, um herauszufinden, ob dieser/diese nach der Entlassung möglicherweise Hilfe und Unterstützung benötigt. Casemanager speichern die Patienten-Unterlagen bei Vormundschaft oder bezüglich Vorsorgevollmachten und Patientenwillen. In den operativen Abteilungen koordinieren sie zudem gemeinsam mit den Fachärzten und dem OP-Manager den Zeitpunkt der jeweiligen Operation und kontrollieren die Vollständigkeit der notwendigen Befunde.

„Benötigt ein Patient nach einer Operation oder nach einem stationären Aufenthalt Hilfe durch einen Pflegedienst oder sollen in einer Reha-Klinik weiter betreut werden, suchen einen Pflegeheimplatz oder eine Kurzzeitpflege, dann organisieren unsere Casemanager dies gemeinsam mit unserem Sozialdienst. So können wir für all unsere Patienten eine optimale lückenlose Versorgung nach dem Klinikaufenthalt sicherstellen. Nach dem stationären Aufenthalt des Patienten bleiben die Casemanager weiterhin die Ansprechpartner für diesen, die Haus-Ärzte oder Pflegedienste, wenn Fragen oder Probleme auftauchen. Und eines wissen unsere Patienten: Die Casemanager der Paracelsus-Klinik Zwickau, sind immer für sie da - vor, während und nach dem stationären Aufenthalt.