Paracelsus-Klinik Bremen ist sehr gut aufgestellt

22. März 2018 | Ort: Klinik Bremen

Jahresbericht vorgestellt: Krankenhaushygienikerin Dr. Karolin Graf bestätigt hohen Hygienestandard / in den vergangenen zwei Jahren keine Vorfälle mit multiresistenten Keimen

Krankenhaushygienikerin Dr. med. Karolin Graf und Hygienefachkraft Natalie Zilke freuen sich über die guten Ergebnisse.

Bremen. Das Thema Krankenhaus-Hygiene ist aktueller denn je – die Angst vor Infektionen nimmt nicht ab. Dabei gibt es gute und wirkungsvolle Ansätze wie sich sowohl der Patient als auch die Klinik vor einem Keimbefall schützen können. Dr. Karolin Graf ist Krankenhaushygienikerin und lud Anfang März zur Hygienekommissionssitzung in die Paracelsus-Klinik Bremen. Mehr als 1000 künstliche Gelenke wurden hier im vergangenen Jahr bei Patientinnen und Patienten eingesetzt. Statistisch entzündet sich etwa bei einem von hundert Patienten die Endoprothese nach dem Einsatz in den Körper. „Die aktuelle Infektionsstatistik zeigt, dass kein einziger Patient mit einem multiresistenten Erreger in der Paracelsus-Klinik Bremen infiziert wurde”, berichtet Dr. med. Karolin Graf. 

In allen Bereichen der Infektions- und Erregerstatistik liegt die Paracelsus-Klinik Bremen weit unterhalb der bundesweiten Referenzbereiche. „Das ist ein besonders positives Ergebnis, die Bremer Klinik ist in der Hygiene sehr gut aufgestellt – Patientinnen und Patienten kommen ins Krankenhaus um gesund zu werden, dafür muss die Klinik Sorge tragen”, zeigt sich die Expertin zufrieden.

Die Gründe für dieses gute Ergebnis liegen in der Vielfalt der Hygiene-Maßnahmen und bei der Planbarkeit der Operationen: „Die Klinik stellt den Patientinnen und Patienten beispielsweise vor der OP ein Hygiene-Set kostenlos zur Verfügung. Laut hauseigener Umfrage wird die präoperative Waschung von den Patienten als positiv bewertet – fast alle Patienten nutzten das Angebot. Hier wird viel getan und auf Prävention gesetzt. Durch das sogenannte risikobasierte Screening, in dem der Patient vor der OP durchgecheckt wird, konnte im vergangenen Jahr in fünf Fällen ein Keimbefall verhindert werden.

Darüber hinaus werden zweimal pro Jahr die Ärztinnen und Ärzte geschult und auf neue wissenschaftliche Erkenntnisse in der Prävention und zur Verhinderung multiresistenter Erreger in der Klinik fokussiert. Eine hauseigene Hygienefachkraft führt regelmäßig sogenannte „Compliance-Beobachtungen” durch. In rund 400 Situationen überwachte sie das Hygiene-Verhalten des Klinikpersonals. Auch die Verabreichung von Antibiotika auf den Stationen wird kontinuierlich geprüft.

Einen großen Stellenwert im Kampf gegen Krankenhauskeime nimmt die Händedesinfektion ein. Diese ist unerlässlich um die Ausbreitung von Keimen zu verhindern. Die Paracelsus-Klinik Bremen beteiligt sich an der Aktion „Saubere Hände” und besitzt konzernweit als einzige Klinik die höchste Zertifikatsstufe.

Dr. Karolin Graf macht noch einmal auf die Bedeutsamkeit des Themas aufmerksam: „Multiresistente Keime stellen in der Krankenhauslandschaft ein enormes Problem dar. Jährlich ereignen sich über 220.000 postoperative Wundinfektionen in Deutschland. Diese bedeuten für den Patienten erhebliches Leid und für ein Krankenhaus enorme Kosten.

In der Alltagssprache wird das Wort „Hygiene” fälschlicherweise als Synonym für Sauberkeit verwendet. Hygiene ist die Wissenschaft und Lehre von der Erkennung und Verhütung von Gesundheitsrisiken, insbesondere von Infektionen.