Rücken aktiv

8. März 2018 | Ort: Klinik am Schillergarten Bad Elster

Orthopäden der Paracelsus-Klinik Bad Elster mit bewegenden Erfolgen in der Wirbelsäulenrehabilitation

Chefarzt Dr. med. Uwe Willmann.

Als Auslöser für Wirbelsäulenbeschwerden und -erkrankungen gelten nach wissenschaftlicher Auffassung überwiegend mangelnde körperliche Aktivität sowie statische Zwangshaltung (wie zum Beispiel langes Arbeiten am Computer). Hieraus resultieren muskuläre Ungleichgewichte mit unbewusster Fehlhaltung, die unkorrigiert zu frühzeitigen Abnutzungserscheinungen an der Wirbelsäule und den Bandscheiben führen. 

Bad Elster. „Da zunehmend auch Kinder durch längere Schultage und Freizeitgestaltung „vor dem Computer“ zu längeren ‘Sitzungen’ veranlasst werden, sehen wir bereits bei ca. 40 Prozent aller Schulkinder die Entwicklung einer Haltungsschwäche“, so Dr. Uwe Willmann, Chefarzt Orthopädie an der Paracelsus-Klinik Bad Elster. 75 Prozent aller Menschen über 30 Jahre leiden oder litten an Wirbelsäulenschmerzen, wobei glücklicherweise weit über 90 Prozent der beklagten Beschwerden nicht von Nervenabklemmungen (‘Ischias’) kommen“

Der überwiegende Teil dieser Schmerzen resultiert aus der beschriebenen Fehlhaltung und der muskulären Fehlbelastung, die unbehandelt jedoch im weiteren Verlauf – oft  erst nach Jahren – zu gravierenden Verschleißveränderungen und zunehmenden Beschwerden führen. Neben einer Erstbehandlung von Wirbelssäulenschmerzen durch  Hausmittel wie Wärme, Salbeneinreibungen, Wasseranwendungen oder kurzfristige Schonung kommen vor allem zur Vermeidung weiterer Veränderungen Aktivmaßnahmen in Betracht:

• Beseitigung muskulärer Ungleichgewichte 
• Verbesserung der Körperwahrnehmung/-haltung 
• Kräftigung der Rücken-/ Bauchmuskulatur
• Wirbelsäulen-Ausgleichsgymnastik bei (berufs-/sportbedingter) einseitiger Überlastung der Wirbelsäulenelemente
• aktives Sitzen
• Aufnahme/gezielte Steuerung sportlicher Aktivität.

Spezielle Möglichkeiten der Paracelsus-Klinik Bad Elster

Neben einer standardisierten Analyse  von Muskelstatus/Haltung erfolgt eine spezielle manualtherapeutisch-osteopathische Untersuchung, über die eine sehr genaue Zuordnung der schmerzauslösenden Strukturen und dadurch die Erstellung eines sehr differenzierten Therapieprogrammes möglich ist. 

Dr. Uwe Willmann dazu: „Im Rahmen einer individuellen Einzel- oder Gruppengymnastiktherapie erfolgt neben einer Schulung der Körperwahrnehmung, Haltung und Koordinationsfähigkeit vor allem auch eine Kräftigung und Balancierung der betroffenen Muskulatur. Auch hier kommen im Bedarfsfall manualtherapeutische oder osteopathische Spezialtherapien zum Einsatz. Unser medizinisches Gerätetraining wird primär zur Verbesserung der Wirbelsäulenstatik kon- trolliert angewendet, im späteren Verlauf dann auch zum Kraftaufbau.“ Er fügt hinzu: „Als besonderes Highlight der Therapie in unserem Hause zählt die sogenannte „Propriozeptive Rückenschule“. 

Hier werden im Gegensatz zu konventionellen Rückenschulkonzepten spezielle Gleichgewichtsübungen, Stand- und Sitzübungen mit koordinativen Zusatzaufgaben mittels Gerät oder auch Elemente der Feldenkrais-Methode geschult. Ziel ist der Aufbau sowie insbesondere eine aktive Steuerung einer „gesunden Wirbelsäulenhaltung und -bewegung“. 

Elemente der Propriozeptiven Rückenschule werden auch im Therapiebecken absolviert, wo weitere Übungselemente wie spezielle Rückenschwimmkurse, Aqua-Jogging oder Aqua-Aeobic trainiert werden.

„An begleitenden Therapien legen wir Wert auf das Erlernen und Fortsetzen entspannungstherapeutischer Verfahren sowie die Berücksichtigung ergonomischer Aspekte“, so Dr. Uwe Willmann. Hierzu wird eine Arbeitsplatzanalyse durchgeführt und  „rückengerechte“ Arbeitsabläufe geschult – auch in der Trainingstherapie. In Zusammenarbeit aller Fachabteilungen unter besonderer Berücksichtigung der aktiven Einbindung der Patienten wird letztendlich ein Eigenübungsprogramm erarbeitet, das sich an den individuellen Erfordernissen in Beruf und Freizeit des Patienten orientiert und langfristig zu einer WS-Stabilisierung und -entlastung führt.

Liegen bereits Schäden im Bereich der Wirbelsäule vor, oder kommen Patienten nach Wirbelsäulen-Operationen in unser Haus, findet das dargestellte Programm in nahezu gleicher Intensität Anwendung. Insbesondere zur Vermeidung von Folgeschäden ist selbst nach großen Operationen körperliche Aktivität unter Vermeidung von ungünstigen Stauch- oder Hebelkräften in der Nachbehandlung Schwerpunktthema. 

Auch die Wiederaufnahme von Sport wird in der Paracelsus-Klinik Bad Elster kontrolliert eingeleitet. Mit Ausnahme hoch wirbelsäulenbelastender Sportarten wie technischer Leichtathletik, Kanu/Kajak oder Kontaktsportarten ist nahezu jede Sportart wieder möglich. Gerade die bei jugendlichen Skoliosepatienten (ausgeprägte Mehr- fachseitverbiegung der Wirbelsäule) auch heute noch ausgesprochenen generellen Sportverbote sollten längst der Vergangenheit angehören. Unter regelmäßiger Kontrolle ist selbst die Ausübung von Leistungssport in bestimmten Disziplinen bedingt möglich. Dr. Uwe Willmann abschließend: „Wir erarbeiten in unserem Hause und empfehlen auch für den ambulanten Bereich bei Wirbelsäulenbeschwerden stets ein individuelles Aktivpro-gramm, das die Entstehung gravierender Wirbelsäulenbeschwerden ver- meidet  aber auch bei bereits bestehenden Schäden oder auch nach Operationen unseres Erachtens die Therapie der ersten Wahl darstellt.