Weiterbildung für Spezialisten, modernste Therapien für Patienten

12. Juni 2018 | Ort: Klinik am Schillergarten Bad Elster

Elsteraner Sportärzteforum erlebte jetzt 26. Auflage

Dr. med. Uwe Willmann, Chefarzt der Orthopädischen Abteilung der Paracelsus-Klinik Am Schillergarten.

Im nunmehr zwanzigsten Jahr organisiert die Orthopädische Abteilung der Paracelsus Klinik Bad Elster unter Leitung von Dr. Willmann Sportärztliche Kongresse. An den insgesamt 26 Veranstaltungen nahmen mehr als 1000 Ärzte teil. Deutschlandweit  ist der Orthopädische Chefarzt mittlerweile einer der wenigen Anbieter dieser qualifizierten Weiterbildungs- veranstaltungen, die Mediziner absolvieren müssen, um die Zusatzbezeichnung Sportmedizin zu erlangen.

Bad Elster. Welchen Nutzen diese Veranstaltung für die Teilnehmer aber auch die Reha-Patienten der Orthopädischen Abteilung der Paracelsus Klinik in Bad Elster mit sich bringt, soll im folgenden Artikel dargestellt werden. 

Ihr letztes Sportärztesymposium im März fand wieder reges Interesse bei Sportärzten aus ganz Deutschland. Wie kamen Sie auf die Idee, sportmedizinische Veranstaltungen in der Paracelsus-Klinik Bad Elster anzubieten?

Dr. Uwe Willmann: Im Rahmen meiner vorigen Tätigkeiten in der Uniklinik Bochum und dem Rheumazen- trum Bad Abbach habe ich umfangreiche Erfahrungen im Bereich Sportmedizin sammeln können. In Bochum betreuten wir unter anderem die Fußballprofis von Schalke 04 und Wattenscheid 09. Daraus folgend etablierte ich in meiner oberärztlichen Tätigkeit in Bad Abbach eine sportmedizinische Sprechstunde. Als ich 1998 die Orthopädische Abteilung in Bad Elster übernahm, bot es  sich an, meine bisherige Tätigkeit noch intensiviert  fort zu setzen, da der Bereich Sportmedizin in den übrigen Rehakliniken und der Region wenig repräsentiert war.

Welchen Nutzen konnten Sie aus ihren sportmedizinischen Erfahrungen für  Rehapatienten ableiten?

Dr. Uwe Willmann: Bereits vor über 20 Jahren zeichnete sich ein Trend zu einer aktiven Reha- Gestaltung ab, die ich in Bad Abbach mitgestalten und hier in Bad Elster konsequent fortsetzen wollte und konnte. Wenn man langfristige therapeutische Effekte erzielen möchte ,ist dies nur mit Maßnahmen möglich, die nicht die Auswirkungen sondern die Ursachen einer Erkrankung therapieren - dies sind nahezu ausschließlich aktive Therapie- und Trainingsformen, wie sie auch im Sport und Leistungssport genutzt werden. 

Können Sie an Beispielen  den Einsatz sportmedizinischer Methoden in der Reha- Klinik erläutern?

Dr. Uwe Willmann: Als Musterbeispiel hierfür gelten das Isometrische Funktionstraining sowie die Rückenschule auf propriozeptiver Basis. Auf dem für den Leistungssport entwickelten und ca. 70.000 Euro teuren Isokinetischen Mess- und Trainingssystem kann der Patient assistiv oder  aktiv beübt werden. Die individuellen Kraftdefizite z. B. nach Kreuzbandersatz werden vor allem im Seitvergleich identifiziert und daraus das individuelle Trainingsprogramm erstellt. 

An jedem Punkt der Übung (Bewegungswinkel) erfolgt eine selbstregulierende Anpassung des Geräte- widerstandes, so dass bei effektivstem Training Überlastungen des Gelenkes konsequent vermieden werden. In der von der Sporthochschule Leipzig entwickelten und bei uns etablierten „Propriozeptiven Rückenschule“ werden im Gegensatz zu konventionellen Rückenschulkonzepten spezielle Gleichgewichts-, Stand- und Sitzübungen mit koordinativen Zusatzaufgaben mittels Gerät oder auch Elemente der Feldenkrais-Methode geschult. Ziel ist der Aufbau sowie insbesondere eine aktive Steuerung einer „gesunden Wirbelsäulenhaltung und -bewegung“. 

Welchen konkreten Nutzen ziehen Sie aus ihren Sportärztekongress und welchen die Teilnehmer?

Dr. Uwe Willmann: Aufgrund umfangreicher persönlicher Kontakte im Bereich Leistungssport/Sportmedizin und der langjährigen Etablierung unserer Veranstaltung können wir stets sehr renommierte Referenten für unseren Kongress  gewinnen und dadurch immer aktuelle operative und konservative therapeutische Verfahren aus dem Bereich der Orthopädie und Sportorthopädie hochqualifiziert zu präsentieren. Dabei legen wir viel Wert auf eine praxisnahe Ausrichtung unserer Veranstaltung. Dadurch haben wir viele Fachkollegen interessieren können, die großteils schon seit vielen Jahren regelmäßig unsere Veranstaltung besuchen. Hieraus entwickelte sich ein reger fachlicher Gedankenaustausch, der unseren  Patienten zugute kommt und sich in vielen Patientenzuweisungen wider- spiegelt. Auch die Therapeuten unseres Hauses profitieren von den praxisorientierten Vorträgen,  z. B. der Darstellung neuer operativer Versorgungen und damit verbundener Anforderungen an die Rehabilitation.

Stellen Sie auf den Sportärzte-Kongressen auch die klinische Arbeit der Abteilung Orthopädie vor?

Dr. Uwe Willmann: In aller Regel präsentiert unser Haus auf den Symposien zwei Vorträge. Unsere Therapeuten stellen moderne Therapieverfahren  des Hauses dar. Von ärztlicher Seite referieren wir über praxisrelevante Schwerpunktbehandlungen unserer Orthopädischen Abteilung, so z. B. das Medi-Taping, Naturheilverfahren, osteopathische Therapien oder Akupunktur. Damit geben wir Niedergelassenen und Operateuren konkreten Einblick in die Nachbehand- lungsmöglichkeit ihrer Patienten in unserem Hause und können u.a. auch teilweise die unmittelbare postoperative Phase in den Akut-Häusern durch unsere Erfahrungen und Anregungen mit gestalten.

Welche konkreten Effekte bringt Bereich der Sportmedizin für Ihr Haus, die Paracelsus-Klinik Am Schillergarten Bad Elster?

Dr. Uwe Willmann: Dass sich unser sportmedizinisches Wissen nicht nur bei der optimalen Reha von Sportlern und Leistungssportlern sondern auch für alle anderen Patienten etabliert hat, wird uns seit Jahren von den Niedergelassenen und Klinikern bestätigt. Durch unsere Kongresse und daraus entstandenen weit  überregionalen Kooperationen ist auch ein breiter Werbeeffekt eingetreten, der sich auch darin widerspiegelt, dass unsere Klinik als Top-Rehaklinik Deutschland im Ranking des Focus geführt wird.