Zentralinstitut für Hygiene unter neuer Leitung

11. Oktober 2017 | Ort: Konzernzentrale Osnabrück

PD Dr. Johannes Hallauer in Konzernzentrale offiziell begrüßt

Gero Skowronek (links), Geschäftsführer Personal und Recht, begrüßte PD Hallauer in seinem neuen Amt und wünschte ihm alles Gute. Foto: atelier16 - PROFIFOTOGRAFIE

Gero Skowronek (links), Geschäftsführer Personal und Recht, begrüßte PD Hallauer in seinem neuen Amt und wünschte ihm alles Gute. Foto: atelier16 - PROFIFOTOGRAFIE

 „Hygiene“, sagt Privat-Dozent (PD) Dr. Johannes Hallauer, „ist Medizin im Großen“. Denn seine Fachdisziplin sei die Voraussetzung für das Entstehen und Bewahren von Gesundheit. „Und das ist eine ur-ärztliche Aufgabe.“ Seit Oktober ist der Facharzt und Wissenschaftler neuer Leiter des „Zentralinstituts für Hygiene“ bei den Paracelsus-Kliniken.

„Praktisch“ sei die Wahl seines Faches zunächst gewesen, denn das Hygiene-Institut in Düsseldorf lag in der Nähe seines Studentenzimmers: „Wenn bei meinem Doktorvater Licht an war, wusste ich, ich kann noch mal schnell vorbeigehen, um Fragen zu erörtern.“ Aber wer den gebürtigen Mönchengladbacher erzählen hört, merkt schnell, dass es Hallauer längst nicht nur um Praktikabilität ging. Hygiene ist ein weites Feld, und auf dem arbeitet er gerne. Trinkwasserqualität, Schadstoffgehalt in Lebensmitteln oder Luft, Impfprogramme, Epidemiologie – kaum ein – im weitesten Sinne - Hygienethema, das Hallauer nicht in seiner langen Karriere behandelt hätte.

Stationen in Kopenhagen, Berlin und Schwerin

Nach Promotion und Facharztprüfung ging er zunächst als „Referatsleiter für Hygiene und Seuchenhygiene“ in das Bundesgesundheitsministerium nach Bonn. Selbstverständlich sei das spannend gewesen, aber als die Weltgesundheitsorganisation (WHO) 1992 im Regionalbüro für Europa einen Fachmann suchte, um internationale Programme gegen Aids zu entwickeln, musste er nicht lange zögern. Zumal sein Dienstsitz dann für lange Zeit Kopenhagen war.

Die nächste Station war die Charité in Berlin (1998-2005). Dort widmete er sich der Gesundheitssystemforschung und entwickelte unter anderem das „Weißbuch Demenz“. „Demenz war damals ein total unterschätztes Thema“, erklärt Hallauer, „und mir kam meine Zeit in Kopenhagen zu Gute. Dort hatte ich bereits verschiedene Gesundheitssysteme analysiert und andere Länder beraten, wenn es darum ging, medizinische Prioritäten zu setzen oder Prävention zu betreiben.“ 

Ein letztes Mal trieb es ihn nach der Berliner Zeit noch einmal in eine Behörde: in Schwerin wurde er „Abteilungsleiter Gesundheit“ in der Regierung des Landes Mecklenburg-Vorpommern. Die Gegend blieb, der Arbeitgeber nicht: Die vergangenen sechs Jahre war er Ärztlicher Direktor und Leiter des Instituts für Hygiene am Dietrich-Bonhoeffer-Klinikum in Neubrandenburg. Und nun die Paracelsus-Kliniken.

„Unsere Aufgaben werden vielfältig und gute Hygiene wird ein wichtiges Qualitätsmerkmal sein“

„Ich freue mich auf die neue Aufgabe. Dass eine Gruppe wie die Paracelsus-Kliniken ein eigenes Hygiene-Institut etabliert hat, ist keine Selbstverständlichkeit. Dabei sind die Aufgaben vielfältig und von großer Bedeutung für Patienten und Mitarbeiter aus Krankenhäusern und Rehakliniken.“ Einen großen Akzent will Dr. Hallauer auf die einheitliche Schulung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter legen. Denn die Anforderungen an Krankenhaushygiene werden immer breiter und detaillierter und wenn die Erfüllung von Anforderungen zunehmend gesetzlich vorgeschrieben wird, will Hallauer mit seinem Team selbstverständlich jedem Vergleich standhalten. Denn der Gemeinsame Bundesausschuss (GBA) aber auch die Kostenträger legen immer mehr Wert auf das Thema Hygiene. „Wir wollen die Standardisierung innerhalb der Gruppe weiter vorantreiben, sehr zeitnah neueste Ergebnisse an die hygienebeauftragten Ärztinnen und Ärzte und Pflegekräfte kommunizieren und gemeinsam dafür sorgen, dass Infektionen vermieden bzw. so schnell wie möglich eingedämmt werden können.“

So gesehen kommt PD Dr. Hallauer zur rechten Zeit: Der Herbst steht vor der Tür und mit ihm die Gefahr eines Ausbruchs von Noroviren.