Auf der Suche nach der bestmöglichen Versorgung

1. März 2018 | Ort: Klinik Bremen

Die Abteilung Neurowissenschaften und Versorgungsforschung der Paracelsus-Klinik Bremen will die Versorgung von Multiple Sklerose- und Parkinson-Patienten optimieren

Dr. Stephan Röskam ist Leiter der Abteilung Neurowissenschaften und Versorgungsforschung

Bremen. Sie gelten als eine wichtige medizinische Herausforderung der kommenden Jahrzehnte – neurodegenerative Erkrankungen wie Multiple Sklerose, Morbus Parkinson und Morbus Alzheimer. Schon heute wird die Zahl der Parkinson-Erkrankten auf bundesweit 200.000 geschätzt. Schätzungen zufolge dürfte die Gesamtzahl von Patientinnen und Patienten in Deutschland mit neurodegenerativen Erkrankungen insgesamt bis zum Jahr 2050 als Folge einer steigenden Lebenserwartung auf drei Millionen oder mehr wachsen.*

„Wir wollen dieser Entwicklung mit der nötigen Beachtung gegenübertreten", sagt Regionaldirektor Josef Jürgens, „zumal wir eine enge Verzahnung von ambulanten und stationären Angeboten bereits heute schon anbieten". Die Paracelsus-Klinik Bremen hat eigens für die Erforschung und Entwicklung neuer Versorgungskonzepte die Abteilung Neurowissenschaften und Versorgungsforschung ins Leben gerufen. Unter der Leitung des Neurobiologen, Herrn Dr. rer. nat. Stephan Röskam, ist es das Ziel, neue Ansatzpunkte für Therapien zu entwickeln und bestehende Behandlungsmethoden zu optimieren. „Im ersten Schritt werden klinische Studien zu innovativen Bewegungsanalysen und zu medikamentösen Behandlungsverfahren bei Patienten mit Morbus Parkinson und Multipler Sklerose durchgeführt", erläutert Dr. Stephan Röskam.

Kooperationsprojekt „multisektorales Versorgungskonzept bei Multiple Sklerose"

In verschiedenen medizinischen Bereichen, zum Beispiel bei Schmerz oder Parkinson, wurde in den letzten Jahren verstärkt das Konzept der multimodalen Komplextherapie angewendet. Das Konzept dieser Therapieform kombiniert ärztliche Behandlung mit intensiver konservativer und eine auf den Patienten zugeschnittene Therapie. „Ein derartiges Therapiemodell streben wir auch für unsere MS-Patienten an", sagt Dr. Stephan Röskam. Damit soll unter anderem erreicht werden, dass der Patient arbeitsfähig, mobil, beweglich, selbständig und ein vollwertiges, nicht isoliertes, Mitglied der Gesellschaft bleibt oder diese Fähigkeiten wiedererlangt. „Derzeit ermitteln wir den Ist-Zustand und zeichnen in ersten Schritten die Realität ab, ehe wir die Daten evaluieren und daraus neue Ansätze für eine bessere Versorgung ermitteln."

Darüber hinaus ist die Paracelsus-Klinik Bremen mit ihrer Abteilung Neurowissenschaften und Versorgungsforschung eine von wenigen Kliniken bundesweit, die sich der Erfassung von Parkinson-Symptomen mittels innovativer Sensorsysteme angeschlossen hat. Dabei trägt der Patient einen digitalen Bewegungsbeschleunigungsmesser am Handgelenk und sammelt so über einen Zeitraum von sechs Tagen Bewegungsdaten. Der Aktigraph erinnert den Patienten zusätzlich an die Einnahme seiner Medikamente zu bestimmten Zeiten – auch diese Daten werden im System dokumentiert. So werden objektiv unvorhersehbare Episoden sowie medikamentenabhängige Ereignisse erfasst. Neben klinischer Beurteilung, der Patientenselbstauskunft und der Auskunft von Angehörigen unterstützt der Bewegungsmesser bei der Therapieauswahl, klinischen Entscheidungsfindungen und Anpassung der Medikation innerhalb der gewählten Therapie.

*(Quelle: Deutsches Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen)