James Parkinson – 200 Jahre eines bedeutenden medizinischen Werks

11. April 2017 | Ort: Nordseeklinik Helgoland

Der britische Mediziner beschrieb erstmals die Symptome der Parkinson-Erkrankung

Quelle: aus James Parkinsons Werk: "An essay of the shaking palsy"

„Unwillkürliche, zittrige Bewegung mit herabgesetzter Muskelkraft in untätigen Gliedern, sogar wenn gestützt […]“ – So beginnt die Beschreibung der Symptome der Parkinsonkrankheit in James Parkinsons Werk „An essay on the shaking palsy“ („Eine Abhandlung über die Schüttellähmung“).
Genau 200 Jahre ist es nun her, dass der Britische Mediziner als erster die Symptome der später nach ihm benannten neurodegenerativen Erkrankung als umfassende Krankheitseinheit beschrieb. James Parkinson besaß eine scharfe Beobachtungsgabe, so erläuterte er akkurat die wichtigsten Symptome der Erkrankung sowie deren langsames Fortschreiten.
James Parkinson lebte von 1755 bis 1824 in London. 1817 veröffentlichte er das bedeutende medizinische Werk und legte damit den Grundstein für die Parkinsontherapie und Forschung. Eine konkrete Ursache konnte der renommierte Arzt jedoch zum damaligen Zeitpunkt nicht erkennen. Er vermutete, eine Erkrankung der Halswirbelsäule wäre für die Symptome verantwortlich.
Erst 1919 wurden die krankhaften Veränderungen in der sogenannten Schwarzen Substanz (substantia nigra) des Gehirns entdeckt, die durch ein Absterben der Zellen, bedingt durch Eiweißablagerungen, hervor gerufen werden
Anfang der 60er-Jahre konnte dann erstmals der verminderte Dopamingehalt im Hirnstamm bei Parkinson-Patienten nachgewiesen werden. Daraufhin wurde die Therapie mit L-Dopa, einer Vorstufe des fehlenden Botenstoffs Dopamin, eingeführt.
Die heutige Kombinationstherapie mit dem Einsatz weiterer Antiparkinson-Medikamente  lindert die Symptome der Parkinson-Krankheit und verbessert die Lebensqualität der Parkinson-Patienten deutlich. Die Heilung der Krankheit jedoch ist bisher nicht möglich.

James Parkinson und sein Werk von vor 200 Jahren haben dennoch nicht an Bedeutung verloren. An seinem Geburtstag, dem 11. April, wurde vor einigen Jahren der Welt-Parkinson-Tag ins Leben gerufen, an dem seitdem jährlich Institutionen und Selbsthilfegruppen in besonderem Maße über die Krankheit informieren. Als Namensgeber für die Krankheit wurde er für seine medizinischen Gesamtverdienste geehrt.

Im Herbst dieses Jahres starten erste klinische Patienten-Studien mit Antikörpern, die die Eiweißablagerungen im Gehirn verhindern sollen. Sollten diese Studien erfolgreich sein, könnten sie einen bedeutenden Schritt in der Heilung von Parkinson darstellen. Forschung und Medizin stehen also auch 200 Jahre nach James Parkinsons erster Beschreibung der Erkrankung vor großen Herausforderungen.