Eigenverwaltungsverfahren der Paracelsus-Kliniken wie beantragt eröffnet

1. März 2018 | Ort: Konzernzentrale Osnabrück

- Wichtiger Meilenstein für Sanierung in Eigenverwaltung erzielt - Sanierungsmaßnahmen eingeleitet und Restrukturierung schreitet voran - Personalanpassungsmaßnahmen an einzelnen Standorten unvermeidbar - Eingeleiteter Investorenprozess stößt auf reges Investoreninteresse

Osnabrück, 01.03.2018. Die Paracelsus-Gruppe hat einen weiteren wichtigen Meilenstein bei ihrer Sanierung in Eigenverwaltung erzielt. Das Amtsgericht Osnabrück hat den am 21. Dezember gestellten Anträgen auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung mit Beschlüssen vom 01. März 2018 eröffnet und wie beantragt stattgegeben und Rechtsanwalt Dr. Rainer Eckert zum Sachwalter bestellt. Der Betrieb wird an allen Standorten, abgesehen vom Klinikbetrieb in Karlsruhe, der Ende Februar 2018 aus Kostengründen eingestellt werden musste, für die Patienten uneingeschränkt fortgeführt.

Die Eigenverwaltung hat mit den drei Generalbevollmächtigten, Dr. Reinhard Wichels und den beiden Restrukturierungs- und Sanierungsexperten, Rechtsanwalt Andreas Ziegenhagen und Rechtsanwalt Daniel F. Fritz sowie mit Geschäftsführer Michael Schlickum seit dem Antrag auf Eigenverwaltung diverse Sanierungsmaßnahmen eingeleitet. „Bei weiterer entschlossener Umsetzung des Sanierungskonzeptes sind wir durchaus zuversichtlich, dass wir eine Zukunftslösung für die Paracelsus-Kliniken finden werden “, sagt Dr. Rainer Wichels, der als CRO für die operative Sanierung der Klinikgruppe zuständig ist.

Klarer Kurs durch Sanierungskonzept

Während die Einrichtungen aus dem Reha-Bereich und zahlreiche andere Akut-Kliniken gut aufgestellt sind, gilt es, einzelne defizitäre Akut-Krankenhäuser zu stabilisieren, denn jeder Standort soll künftig profitabel sein. Hierzu werden an den Standorten u. a. zu kleine unwirtschaftliche Fachabteilungen geschlossen und andere Fachbereiche hingegen weiter ausgebaut.

„Wir haben in enger Abstimmung mit dem Gläubigerausschuss einen klaren Fahrplan für die Sanierung vor Augen. Neben der Bereinigung und Optimierung des Klinik-Portfolios streben wir weitere Leistungssteigerungen an. So bauen wir die Zusammenarbeit mit Belegärzten weiter aus, schließen neue Kooperationen ab und optimieren Arbeitsprozesse und Verwaltungsaufgaben. Das zeigt nach und nach Wirkung“, sagt Rechtsanwalt Daniel F. Fritz als Generalbevollmächtigter und Partner der Kanzlei Dentons Europe LLP.

Um die Kostenstruktur der betreffenden Einrichtungen zu stabilisieren, sind Personalanpassungsmaßnahmen unvermeidbar. Nach Insolvenzeröffnung werden knapp 400 Stellen abgebaut werden. Insgesamt arbeiten rund 5.2000 Beschäftigte bei den Paracelsus-Kliniken. Rund die Hälfte der 400 Stellen, die abgebaut werden, beruht auf die Schließung der Klinik in Karlsruhe. Derzeit finden an allen vom Personalabbau betroffenen Standorten Gespräche mit den Arbeitnehmervertretern über einen Interessenausgleich und einen Sozialplan statt. Nach Beendigung des dreimonatigen Insolvenzgeldzeitraums werden ab der Verfahrenseröffnung die Löhne und Gehälter wieder von den Paracelsus-Kliniken bezahlt.

Investorenprozess schreitet zügig voran

Der mit Zustimmung des Gläubigerausschusses inzwischen eingeleitete Investorenprozess stößt bei den potentiellen Investoren auf ein reges Interesse. Der beauftragte M&A-Berater hat bereits zahlreiche Interessenten angesprochen und erste indikative Angebote erhalten. Zu den Interessenten zählen strategische Investoren sowie Finanzinvestoren aus dem In- und Ausland. Nach Durchführung der Due Dilligence werden vermutlich im späten Frühjahr die verbindlichen Gebote eingehen. Die Paracelsus-Kliniken werden im Zuge des Bieterprozesses sowohl als Ganzes als auch in Teilen angeboten.

„Wir freuen uns sehr über das hohe Interesse im Markt. Im Zuge einer bestmöglichen Befriedigung der Gläubiger sowie im Interesse der Sicherung der Arbeitsplätze favorisieren der Gläubigerausschuss und die Eigenverwaltung eindeutig eine Gesamtlösung. Aber selbstverständlich halten wir uns zunächst alle Optionen offen“, sagt Rechtsanwalt Andreas Ziegenhagen als Generalbevollmächtigter und Partner der Kanzlei Dentons Europe LLP.

Übernahme der Klinken im Sommer angestrebt

Im Zuge des strukturierten Bieterprozesses wird vermutlich bereits Mitte des Jahres der Endspurt für eine Übernahme durch einen oder mehrere Investoren stattfinden. Der Investorenprozess ist in die Wege geleitet worden, um eine tragfähige finanzielle Lösung für eine Fortführung der Paracelsus-Kliniken auszuloten sowie eine bestmögliche Gläubigerbefriedigung zu erzielen.

Ein zügig umgesetzter Bieterprozess liegt auch im Interesse der Mitarbeiter und Patienten, um die derzeitige Ungewissheit zu beseitigen. „Ich sehe gute Perspektiven für die Paracelsus-Kliniken, denn sie haben einen guten Ruf im Gesundheitsmarkt, bieten eine qualitativ hochwertige medizinische und pflegerische Versorgung an, verfügen über motivierte, zuverlässige und engagierte Teams und können sich künftig an der Seite eines starken Partners und Investors hervorragend weiterentwickeln“, sagt Dr. Rainer Eckert, Sachwalter der Paracelsus-Kliniken.

Der Sanierungsbedarf bei den Paracelsus-Kliniken ist entstanden, nachdem einzelne Standorte der Gruppe erhebliche Verluste geschrieben hatten und dadurch die gesamte Klinikgruppe in finanzielle Schieflage geraten war.