Neuropsychologische Therapie
20. Mai 2022

Neuropsychologische Therapie – Hilfe bei Funktionsstörungen des Gehirns.

Nach einem Schlaganfall, entzündlichen Erkrankungen des Gehirns oder neurodegenerativen Erkrankungen wie Morbus Parkinson oder Demenz kann eine neuropsychologische Therapie helfen.

Die Paracelsus Klinik Zwickau bietet Patientinnen und Patienten der Fachbereiche Neurologie und Neurochirurgie im Rahmen einer stationären Behandlung eine neuropsychologische Therapie an. Mit einer tiefgreifenden und ganzheitlichen Herangehensweise in Diagnostik und Therapie profitieren vor allem die Patienten. Die Klinische Neuropsychologin, Dipl. Psych. Anja Reimann, arbeitet in enger Kooperation mit allen Fachrichtungen der Paracelsus Klinik Zwickau zusammen. Jährlich erhalten etwa 600 Patienten eine neuropsychologische Therapie an der Klinik.

Die Klinische Neuropsychologie befasst sich mit der Diagnostik und Therapie beeinträchtigter Funktionen des Gehirns. Ziel ist die Regenerationsfähigkeit des Gehirns schon in einer möglichst frühen Krankheitsphase zu nutzen, um bestimmte Gehirnfunktionen zu fördern. Damit werden nach Krankheit oder Unfall Defizite minimiert und die Patienten befähigt, einen möglichst hohen Grad an Lebensselbständigkeit zu erhalten.

Die Ursachen für Funktionsstörungen des Gehirns sind vielfältig und betreffen sowohl Patienten der Neurologie als auch der Neurochirurgie. Für neurologische Patienten ist eine neuropsychologische Therapie insbesondere erforderlich bei Erkrankungen wie zum Beispiel Schlaganfall, entzündlichen Erkrankungen des Gehirns oder neurodegenerativen Erkrankungen wie Morbus Parkinson oder Demenz. Zum Beispiel finden sich bei fortgeschrittener Parkinsonerkrankung komplexe neuropsychologische Defizite, welche einer eingehenden neuropsychologischen Diagnostik und Therapie bedürfen. Auch für die Indikationsstellung zur Tiefen Hirnstimulation bei Morbus Parkinson ist eine neuropsychologische Beurteilung essenziell. In der Neurochirurgie sind es vor allem Patienten mit Schädel-Hirn-Trauma und Hirntumoren, die den Bedarf einer neuropsychologischen Analyse aufwerfen.

Diagnostische Verfahren

Für eine Diagnosestellung führen Klinische Neuropsychologen mit den Patienten ausführliche Einzelgespräche, um mehr über die Beschwerden und Einschränkungen zu erfahren. Oft werden hier auch die Angehörigen mit einbezogen. Bei einer neuropsychologischen Testung werden bei den Patienten verschiedene Funktionsbereiche des Gehirns untersucht. Dazu zählen unter anderen sprachliches und nichtsprachliches Gedächtnis, Aufmerksamkeit und Konzentration, Orientierung, visuell-räumliche Wahrnehmungen und Handlungsplanung sowie -kontrolle. Die Diagnostik bildet die Grundlage für eine sich anschließende Therapie, die schon in der Klinik beginnen und später ambulant oder in einer Rehabilitationseinrichtung fortgesetzt werden kann.

Therapeutische Maßnahmen

In einer neuropsychologischen Therapie werden Störungen der kognitiven Funktionen, wie Konzentrationsprobleme, Sprachstörungen, Orientierungsprobleme oder Gedächtnisverlust behandelt. Auch Verhaltenstherapien bei Antriebsmangel, Unruhe oder fehlender Selbstkontrolle gehören dazu. Psychologische Gespräche, Entspannungsverfahren und Methoden der Stressbewältigung unterstützen den Patienten bei der emotionalen Verarbeitung der Erkrankung. Ebenfalls ist die Beratung von Angehörigen wichtig, um den Patienten im Alltag zu unterstützen.

Weiterbildung Klinische Neuropsychologie für Psychologen

An der Paracelsus Klinik Zwickau können Psychologen Weiterbildungen und Praktika absolvieren. Als eine von wenigen Kliniken in Sachsen liegt die Weiterbildungsermächtigung für Klinische Neuropsychologie der Deutschen Gesellschaft für Neuropsychologie e. V. (GNP) vor.