Multiple Sklerose

Die Multiple Sklerose (MS) ist eine entzündliche Erkrankung des Nervensystems und in ihren Erscheinungsformen eine komplexe Erkrankung mit sehr unterschiedlichen Verläufen. Sie wird deshalb auch die Erkrankung mit den "1000 Gesichtern" genannt. Man schätzt, dass in Deutschland etwa 120.000 Menschen von der Krankheit betroffen sind. Es handelt sich um die häufigste neurologische Erkrankung im jungen Erwachsenenalter, wobei etwas mehr Frauen als Männer von ihr betroffen sind.

Zertifizierte Schwerpunktpraxis für MS-Patienten

Mit einer Spezialambulanz ist die neurologische Abteilung der Klinik besonders auf die Versorgung von MS-Patienten eingerichtet. Die Ambulanz ist  als Schwerpunktpraxis der Deutschen Multiple Sklerose-Gesellschaft zertifiziert. Seit mehr als 30 Jahren besteht dieser Behandlungsschwerpunkt bereits.

Ursachen und Symptome von MS

Multiple Sklerose ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems, die das Gehirn, das Rückenmark und die Sehnerven befallen kann. Zu Beginn der Erkrankung werden vorwiegend die Nervenumhüllungen durch das eigene Immunsystem angegriffen, im Verlauf auch der Nerv als solcher. Durch die Entzündungen können Symptomen entstehen wie

  • Gefühlsstörungen
  • Lähmungen
  • Sehstörungen

Die Krankheit verläuft anfangs zu 80 % schubförmig, nach einem solchen Schub können sich die Symptome vollständig zurückbilden. Es kann jedoch auch zu dauerhaften neurologischen Schädigungen kommen, ohne Behandlung findet meist ein Übergang in eine schleichend fortschreitende Form der Erkrankung statt. 

Genetische und immunologische Faktoren spielen ebenso wie äußere Einflüsse eine Rolle in der Krankheitsentstehung. Rund 150 Gene wurden bereits identifiziert, die mit MS in Zusammenhang stehen. Die Multiple Sklerose tritt umso häufiger auf, je weiter die Menschen vom Äquator entfernt leben.

Durch die medizinischen Fortschritte ist MS eine Erkrankung, deren Verlauf beeinflussbar geworden ist. Studie: Schlafstörungen und MS

MS tritt am häufigsten bei jüngeren Menschen zwischen 20 und 40 Jahren erstmals auf. Für eine erfolgreiche Behandlung ist eine frühzeitige Diagnose wichtig. Die Neurologische Abteilung der Paracelsus-Klinik hat sich mit einer umfassenden Diagnostik darauf eingerichtet. 

Diagnostik bei Multipler Sklerose

Die Multiple Sklerose lässt sich im Frühstadium mitunter nur schwer feststellen. Eine sorgfältige Erhebung der Krankheitsgeschichte durch den erfahrenen Neurologen steht deshalb am Anfang einer umfassenden Diagnostik. In der Neurologischen Abteilung stehen durch die Zusammenarbeit mit den anderen Abteilungen der Paracelsus-Klinik zahlreiche diagnostische Möglichkeiten zur Verfügung:

  • Die MRT-Untersuchung des zentralen Nervensystems
  • Untersuchung des Sehnerven (visuell evozierte Potentiale (VEP) = Schachbrettmusteruntersuchung)
  • Untersuchung der zentralen Nervenbahnen (MEP, SEP)
  • Untersuchung des Nervenwassers (Liquor)

Therapie bei Multipler Sklerose

Angesichts der höchst unterschiedlichen Symptomatiken und Verläufe bei Multipler Sklerose ist eine individualisierte Therapie essentiell. Die langfristige und engmaschige Versorgung der MS-Patienten bildet deshalb den Schwerpunkt unserer Arbeit. Die Therapie der Multiplen Sklerose setzt sich aus drei Bausteinen zusammen:

  • die Therapie des akuten Schubs
  • eine langfristige medikamentöse Immuntherapie
  • eine symptomatische Therapie mittels Medikamente und ergänzender Rehabilitationsverfahren