Therapie in der Nuklearmedizin

Neben dem breiten Spektrum nuklearmedizinischer Diagnoseverfahren gibt es auch eine Reihe therapeutischer Anwendungen in der Nuklearmedizin.

Nuklearmedizinische Therapieverfahren

Radio-Jod-Therapie

Bereits Mitte des letzten Jahrhunderts etabliert, gehört die Radio-Jod-Therapie zu den anerkanntesten Therapieverfahren zur Behandlung von Schilddrüsenerkrankungen. Sie ist gut verträglich und weist verhältnismäßig geringe Nebenwirkungen für den Patienten aus, was sie neben dem operativen Eingriff zu einer bevorzugten Behandlungsmethode macht. In Deutschland geltenden Strahlenschutzvorschriften zufolge muss die Radio-Jod-Therapie stationär durchgeführt werden. Der Klinik-Aufenthalt unterscheidet sich jedoch kaum von anderen klinischen Einrichtungen. Nach Einnahme des radioaktiven Medikaments können Patienten meistens schon nach wenigen Tagen - mindestens 48 Stunden - ohne weitere Einschränkungen aus der Klinik entlassen werden.

Radiosynoviorthese

Bei entzündlichen Gelenkveränderungen (Arthritis, aktivierte Arthrose) ist die Radiosynoviorthese eine mögliche Behandlungsoption. Bei Injektion einer radioaktiven Substanz in das betroffene Gelenk sorgt die Strahlung für eine Verminderung der Schmerzen. Die Beweglichkeit bessert sich, ein möglicherweise vorhandener Erguss wird reduziert. Die seit mehreren Jahrzehnten eingesetzte Therapie zeigt bei 66-75 Prozent der Patienten einen spürbaren Erfolg.

Die Therapie wird eingesetzt, wenn vorherige konservative Therapien keinen dauerhaften Erfolg bringen. Voraussetzung für eine Behandlung an unserer Klinik ist die Überweisung durch einen Orthopäden, Rheumatologen oder Chirurgen. Patienten bringen zur ambulanten Vorstellung bitte Befunde und diagnostische Aufnahmen des behandelnden Facharztes mit.

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Palliative Schmerztherapie bei Knochenmetastasen

Abb. 1
Abb. 2

Bei Patienten mit schmerzhaften Knochenmetastasen ist die Behandlung mit Samarium-153-EDMP eine gute Möglichkeit, eine palliativmedizinische Schmerztherapie durchzuführen. Bei rund 75 Prozent der schwerstkranken Patienten kommt es zu einer erheblichen Linderung der Schmerzen bis hin zur Schmerzfreiheit. Dies macht die Behandlung zu einer wirksamen Alternative zur Morphinbehandlung oder Strahlentherapie bei Tumorschmerzen. Leider wirkt sie jedoch nur gegen den Schmerz - ein Tumorrückgang kann damit nicht erreicht werden.

Samarium-153-EDMP ist ein flüssiges Radionuklid, das intravenös verabreicht wird. Es lagert sich an alle Metastasen im Knochensystem an. Voraussetzungen für die Therapie sind

  • Vorhandene Schmerzen (Medikamentenliste)
  • normales Blutbild (aktuelle Werte)
  • aktuelle Skelettszintigrafie mit Anreicherung der radioaktiven Substanz in den schmerzhaften Knochenmetastasen

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Radioimmuntherapie

Eines der modernsten Therapieverfahren der Nuklearmedizin ist die Radioimmuntherapie. Für unterschiedliche Formen von Krebs stehen hier unterschiedliche Arzneimittel zur Verfügung, die aber letztlich alle nach dem gleichen Prinzip funktionieren: ein Antikörper wird mit einem Radionuklid beladen, das heißt, mit einem radioaktiven Teilchen. Der Antikörper bindet das Nuklid an die Krebszellen, wo es beim Zerfallen Strahlung freisetzt, die die Krebszellen beschädigt.

Zugelassen ist dieses Verfahren in Deutschland seit 2004 mit dem Radionuklid (Yttrium 90) bei rezidivierten Non-Hodgkin-Lymphomen. Nach Einsatz dieser Therapie in Kombination mit chemotherapeutischer Vorbehandlung wurden Remissionsraten von bis zu 86 % beschrieben.

Zur Konsolidierungstherapie nach erfolgter Erstlinien-Chemotherapie werden ebenfalls Antikörper-Radionuklid-Konjugate (Zevalin®) eingesetzt. Die Rituximab-Gaben (=Antikörper) erfolgen eine Woche vor der Therapie und am Tag der Therapie.

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Weitere Informationen

PDF-Informationsbroschüre "Schilddrüsenkarzinom - Therapie und Nachsorge" als Download

Hier finden Sie unsere Patienten-Informationsbroschüre "Schilddrüsenkarzinom - Therapie und Nachsorge" als PDF-Download.