Arthrose des oberen Sprunggelenks

Im Vergleich zur Arthrose des Hüft-  und Kniegelenkes ist die Arthrose des oberen Sprunggelenkes selten, dennoch sind ca. 1 % der Bevölkerung davon betroffen. Aufgrund der hohen Kongruenz des oberen Sprunggelenkes, der größeren Regenerationsfähigkeit und der höheren Belastbarkeit des Gelenkknorpels im oberen Sprunggelenk sind primäre Arthrosen eher selten. Daher ist eine Arthrose des oberen Sprunggelenkes in ca. 75 % der Fälle die Folge eines Unfalls wie z.B. Knochenbrüche oder Bandverletzungen mit daraus resultierenden chronischen Instabilitäten.

Operationsverfahren bei Arthrose im Sprunggelenk

Primär erfolgt in der Regel eine konservative Therapie wie z.B. eine entsprechende Einlagenversorgung oder Schuhzurichtung. Schmerzmedikamente oder Injektionen in das Gelenk können häufig zumindest zeitweise eine Beschwerdelinderung verschaffen. Weiterhin ist eine begleitende krankengymnastische Behandlung häufig hilfreich. Bestehen trotz dieser Maßnahmen weiterhin Beschwerden, können diese durch eine Operation am Sprunggelenk gelindert werden. Folgende Operationsverfahren werden in der Sektion für Fuß- und Sprunggelenkchirurgie angeboten:

Gelenkerhaltende Operationen am oberen Sprunggelenk

Ist die Arthrose noch nicht weit fortgeschritten und sind nur Teile des Gelenkknorpels betroffen, besteht die Möglichkeit einer gelenkerhaltenden operativen Therapie. Kleinere Knorpeldefekte können durch eine Rekonstruktion des Gelenkknorpels z.B. durch Anbohren des Gelenkknorpels (Mikrofrakturierung), gegebenenfalls bei größeren Defekten mit Auflegen einer speziellen Kollagenmembran (Matrix assoziierte Mikrofrakturierung) behandelt werden.

Bei Fehlstellungen des oberen Sprunggelenkes kann durch eine knöcherne Korrektur der Gelenkachse (Umstellungs-Osteotomie) die Fehlstellung im oberen Sprunggelenk wieder gerade ausgerichtet werden und somit der von der Arthrose stärker betroffene Gelenkanteil entlastet werden.

Bei Instabilitäten ist zusätzlich häufig eine Rekonstruktion des Bandapparates erforderlich. Durch diese Maßnahme lässt sich häufig eine Beschwerdelinderung erreichen, das Fortschreiten der Arthrose kann dadurch gebremst, im Idealfall sogar aufgehalten werden. Häufig kann dadurch die Implantation eines Kunstgelenkes oder eine Versteifung um viele Jahre aufgeschoben werden, im Idealfall sind keine weiteren Eingriffe mehr notwendig.

Künstliches Sprunggelenk (Sprunggelenks-Totalendoprothese)

künstliches Sprunggelenk
künstliches Sprunggelenk

Bestehen trotz konservativer Therapie weiterhin Beschwerden und lassen Ausprägung und Stadium der Arthrose kein gelenkerhaltendes Vorgehen mehr zu, ist die Implantation eines Kunstgelenkes (Totalendoprothese) möglich. Hierbei wird der zerstörte Gelenkknorpel entfernt und durch ein Kunstgelenk ersetzt.

Ein künstliches Sprunggelenk besteht in der Regel aus drei Komponenten. Der Gelenkanteil des Schienbeines und des Sprungbeines wird jeweils durch ein Metallimplantat ersetzt. Dazwischen befindet sich ein Kunststoff-Inlay. Die Fixierung erfolgt in der Regel ohne Knochenzement. Die Oberflächen der Endoprothesen-Komponenten sind so beschaffen, dass sie mit der Zeit am körpereigenen Knochen anwachsen. Die 10-Jahres-Überlebensrate von Sprunggelenks-Totalendoprothesen beträgt zur Zeit ca. 75 %.

Ein endoprothetischer Eingriff am oberen Sprunggelenk erhält die Beweglichkeit des Gelenks und ermöglicht damit ein flüssigeres Gangbild. Nach der Implantation der Sprunggelenks-Prothese und abgeschlossener Wundheilung erfolgt die Mobilisation unter Vollbelastung in einem speziellen Stiefel (Walker), welcher bis ca. 6 Wochen nach der Operation getragen werden muss.

zurück zum Seitenanfang

Versteifung des oberen Sprunggelenkes (Arthrodese)

Bei der Arthrodese des oberen Sprunggelenkes wird der Gelenkknorpel entfernt und der darunter liegende Knochen aufeinander gestellt und in Neutralstellung des Fußes durch Schrauben, Platten oder Nägel stabilisiert, so dass der Knochen hier zusammenwachsen kann. Nach diesem Eingriff ist nach abgeschlossener Wundheilung  eine Teilbelastung in einem Walker möglich. Volle Belastbarkeit ist nach ca. 10 bis 12 Wochen erreicht. Im weiteren Verlauf ist das Tragen von Einlagen und einer Abrollsohle empfehlenswert. Eine gewisse Restbeweglichkeit ist durch die Mobilität der weiteren Fußgelenke, insbesondere des unteren Sprunggelenkes, möglich. Es besteht jedoch in den meisten Fällen eine leichte Beeinträchtigung des Gangbildes. Weiterhin kommt es durch eine Überlastung der Fußgelenke nach vielen Jahren häufig zu Verschleißerscheinungen insbesondere des unteren Sprunggelenkes.

Wenn möglich sollte deshalb eine gelenkerhaltende Therapie angestrebt werden. Falls dieses nicht mehr möglich ist, entscheiden wir individuell, welches Verfahren (Versteifung oder Sprunggelenks Prothese) für den  betroffenen Patienten die sinnvollste Lösung darstellt.

zurück zum Seitenanfang