Knick-Senkfuß

Der Knick-Senkfuß stellt die häufigste Fußfehlstellung dar. Ca.  70 % der Bevölkerung haben ein abgeflachtes Fußlängsgewölbe. Der Übergang vom Normalen zum Krankhaften ist jedoch fließend. Man unterscheidet einen angeborenen (kindlichen) und einen erworbenen Knick-Senkfuß.

Kindlicher Knick-Senkfuß

Im Kleinkindesalter ist ein Knick-Senkfuß völlig normal. Dieser sollte sich jedoch bis zum Schulalter ausgewachsen haben. Sollte danach noch ein deutlicher Knick-Senkfuß bestehen oder das Kind  Beschwerden haben, welche auf den Knick-Senkfuß zurückzuführen sind, wird  zunächst einmal eine Einlagenversorgung durchgeführt. Hierbei können passive oder aktive (sogenannte sensomotorische) Einlagen verordnet werden. Weiterhin ist eine Fußgymnastik, welche das Kind auch selbständig durchführen kann, sinnvoll. Sollten weiterhin Beschwerden bestehen oder eine sehr ausgeprägte Fehlstellung vorliegen, kann in einem Alter von ca. 9 bis 12 Jahren die Korrektur der Fehlstellung durch einen kleinen Eingriff erfolgen, wobei das Abknicken bzw. Absinken des Fußes durch die Implantation einer Schraube im Fersenbein (sogenannte Calcaneostop-Arthrorise) verhindert wird. Sollte dieses Verfahren nicht möglich sein, kann auch durch Umstellungen des Knochens (Osteotomie) eine Korrektur der Fehlstellung durchgeführt werden.

Knick-Senkfuß des Erwachsenen

In den meisten Fällen verursacht ein Knick-Senkfuß beim Erwachsenen keine Fußschmerzen. Hier ist dann auch keine spezielle Behandlung erforderlich. Durch das Tragen von Einlagen wird jedoch die Wahrscheinlichkeit reduziert, das irgendwann Beschwerden auftreten. Ein schmerzhafter Knick- Senkfuß des Erwachsenen ist in der Regel Folge von Verschleißerscheinungen von Bändern und Sehnen. Hierbei lag entweder schon ein Knick-Senkfuß vor, welcher durch die Verschleißerscheinungen verschlimmert wurde oder es entwickelte sich auf Grund von Verschleißerscheinungen, insbesondere der sogenannten Tibialis posterior-Sehne, ein Knick-Senkfuß. Hier ist in den meisten Fällen eine konservative Therapie erfolgsversprechend. Diese besteht aus einer Versorgung mit Maßeinlagen und einer konsequenten physiotherapeutische Behandlung. Bei akuten und stärkeren Beschwerden kann auch eine medikamentöse Therapie oder eine kurzzeitige Ruhigstellung erfolgsversprechend sein.

Bei sehr ausgeprägten Fällen oder wenn die konservative Therapie nicht zur Beschwerdefreiheit geführt hat, ist eine operative Therapie eine gute  Möglichkeit, langfristig beschwerdefrei zu werden. Bei korrigierbaren (flexiblen) Knick-Senkfüßen erfolgt dieses durch knöcherne Korrekturen im Bereich des Fersenbeines (Calcaneusverlängerungsosteotomie oder Calcaneusverschiebeosteotomie) oder im Bereich der Fußwurzel. Gleichzeitig wird hier eine Rekonstruktion der Sehnen und Bänder durchgeführt. Sollte der  Knick-Senkfuß nicht korrigierbar (kontrakt) sein, erfolgt die operative Therapie durch korrigierende Versteifungsoperation (z.B. Triple-Arthrodese).

zurück zum Leistungsspektrum