Bösartige Knochentumore

Die häufigsten bösartigen Knochentumoren entstehen durch Absiedlungen anderer Tumoren des Körpers. So können Krebszellen z.B. aus der Lunge oder dem Darm über die Blutbahn in den Knochen wandern und dort Tochtergeschwulste (Metastasen) bilden. Diese Knochenmetastasen werden im Volksmund auch als „Knochenkrebs“ bezeichnet.

Sehr selten sind so genannte primäre bösartige Knochentumoren (Knochensarkome). Diese Tumoren entstehen im Knochen. Anders als bei den Knochenmetastasen sind hiervon oft jüngere Patienten und Kinder betroffen. Bei V.a. Vorliegen eines bösartigen Tumors muss nach Vervollständigung der Bildgebung in jedem Fall eine Biopsie durchgeführt werden. Häufig müssen diese Tumoren nicht nur operiert werden, sondern bedürfen einer interdisziplinären Behandlung mit Chemotherapie und ggf. auch Strahlentherapie. Um bestmögliche Überlebenswahrscheinlichkeiten zu wahren sollte die Behandlung von Knochensarkomen in darauf spezialisierten Zentren durchgeführt werden. Wir pflegen daher eine enge Zusammenarbeit mit der Klinik für Allgemeine Orthopädie und Tumororthopädie der Universitätsklinik Münster, einem international anerkannten Zentrum für die Behandlung von Knochensarkomen.

Beispiel Knochensarkom

Röntgen- und MRT-Bild eines jugendlichen Kniegelenks: Die Bilder zeigen ein Osteosarkom des Oberschenkelknochens. Im Röntgenbild (links) erkennt man typische  Verknöcherungen im Bereich der Knochenhaut. (3 Pfeile). Im MRT (rechts) zeigt sich der Tumor noch deutlicher.

Beispiel Myelom

Auch das Lymphom (Lymphdrüsenkrebs) kann den Knochen befallen. Das Plasmozytom oder Myelom ist eine Sonderform des Lymphoms. Dieser Tumor kann in jedem Knochen auftreten und den Knochen schwächen. Häufig treten Knochenbrüche auf.

Im Bereich von Armen und Beinen ist nach Diagnosestellung häufig eine Stabilisierung notwendig. Die weitere Therapie erfolgt durch Strahlentherpeuten und Onkologen.

Bild links: Röntgenbild des Oberarms. Es zeigt ein Multiples Myelom mit langstreckiger Schwächung des Knochens und Knochenbruch (Pfeile).

Bild rechts: Der Oberarm wurde mit einem Marknagel stabilisiert. Nun kann mit lokaler Bestrahlung und ggf. Medikamenten die weitere Therapie eingeleitet werden.