Knochenmetastasen

Knochenmetastasen sind der häufigste bösartige Tumor im Bereich des Knochens. Sie zerstören aufgrund ihres kontinuierlichen Wachstums die Knochensubstanz. Dies verursacht nicht nur erhebliche Schmerzen sondern kann auch den Bruch des betroffenen Knochens oder Gelenks nach sich ziehen. Bei Verdacht auf Vorliegen einer Knochenmetastase muss oftmals durch eine Biopsie die Diagnose gesichert werden.

In der hiesigen Klinik besteht eine enge Zusammenarbeit in einem erfahrenem Team aus Orthopäden, Strahlentherapeuten, Onkologen und Nuklearmedizinern. Interdisziplinär kann die für den jeweiligen Patienten erforderliche und sinnvolle Therapie festgelegt werden. Oftmals ist eine medikamentöse Therapie und eine Strahlentherapie erforderlich.  Die operative Therapie von Knochen- und Weichteilmetastasen nimmt im interdisziplinären Behandlungskonzept jedoch eine zunehmend wichtige Stellung ein. Auch wenn eine Heilung durch eine Operation meist nicht möglich ist, können wir durch aktuelle OP-Verfahren die Schmerzsituation und Lebensqualität der betroffenen Patienten signifikant verbessern.

Im Rahmen der Operation wird das Tumorgewebe entfernt und der Knochen stabilisiert. Ein Knochenbruch kann so verhindert werden und es kann eine belastungsstabile Situation mit verbesserter Mobilität erreicht werden. Je nach Ausmaß des Verlustes von Knochensubstanz kommen folgende Therapieoptionen in Betracht:

  • Stabilisierung der betroffenen Extremität durch Nägel bzw. Platten
  • Rekonstruktion der betroffenen Extremität durch eine modulare Tumorendoprothese

 

 

Tumorprothese als sinnvolle Option

Ist das Schultergelenk, das Hüftgelenk oder das Kniegelenk von einer Metastase befallen, besteht die Möglichkeit, durch Einsatz einer Tumorendoprothese die Metastase so weit wie möglich zu entfernen und das Gelenk durch die Tumorprothese wieder belastungsstabil, schmerzfrei und beweglich zu machen. In der Paracelsus-Klinik Osnabrück kommen spezielle modulare Prothesensysteme zur Anwendung, die eine individuelle Lösung ermöglichen.

Eine solche Prothese besteht aus einem gelenktragenden Anteil, Schäften, mit dem die Prothese im Knochen verankert wird und einem sog. Korpus, der den entfernten Knochen ersetzt. Vorteil eines solch modularen Systems ist die Möglichkeit, jeden knöchernen Defekt rekonstruieren zu können. Zudem können bei Verschleiß oder anderen Komplikationen einzelne Teile ausgetauscht werden.

Bild links: Das Röntgenbild eines Hüftgelenks mit Nachweis einer großen zystischen Struktur (Pfeile): Im Rahmen einer Biopsie wurde nachgewiesen, dass es sich um eine Absiedlung eines Nierentumors handelt. 

Bild rechts: Das Röntgenbild des Hüftgelenks nach operativer Behandlung der Metastase: Da dies die einzige Absiedlung war, wurde eine Entfernung des tumorbefallenen Knochens und Rekonstruktion mit einer Tumorprothese durchgeführt.