Kita Pfiffiküsse/Pädagogisches Konzept

Die Kindertagesstätte bietet ein vielfältiges Ganztages-Betreuungsangebot für Krippen- und Vorschulkinder, das die individuelle Persönlichkeit der Kinder berücksichtigt. Der Erziehungs- und Bildungsauftrag leitet sich aus den Besonderheiten der verschiedenen Altersstufen der Kinder ab, denn je nach Entwicklungsstand und Altersstufe haben sie eine eigene Lernweise, der Rechnung getragen wird. Dabei steht eine liebevolle Atmosphäre, in der sie sich geborgen fühlen, im Vordergrund. Das Ziel der Kita ist es, die Kinder gut auf die Schule vorzubereiten und zu selbstbewussten und verantwortungsvollen Menschen zu erziehen, die sich selbst, Anderen und dem Leben wertschätzend und neugierig gegenüber stehen.

Gesundheitsförderung

Ein Ziel der pädagogischen Arbeit der Kindestagesstätte ist die Erziehung der Kinder zu gesundheitsbewussten Menschen. Umgesetzt wird dies durch die Integration der ganzheitlichen Gesundheitslehre Sebastian Kneipps in den Kindergartenalltag. Die Kinder lernen so spielerisch und alltäglich Eigenverantwortung für die Gesundheit zu übernehmen. Die Gesundheitstheorie von Sebastian Kneipp orientiert sich dabei nicht an der Krankheitsvermeidung, sondern am gesunden Menschen und ruht auf den fünf Säulen Wassertherapie, Bewegung, Ernährung, Heilpflanzen und Lebensordnung. Damit werden alle Bereiche der körperlichen und seelischen Gesundheit erreicht.

Bau, Einrichtung und Organisation der Kita unterstützen die Umsetzung des Konzepts.

Wassertherapie

Wasser vermittelt dem Körper Reize verschiedenster Art, die der Gesundheitsvorsorge dienen. Bereits kleine Kinder können an Wasserreize gewöhnt werden und so lernen, die positive Wirkung des Wassers für die Erhaltung der eigenen Gesundheit zu nutzen.

Dies wird auf vielfältige Art und Weise vermittelt. Dazu gehören z. B. warme Fußbäder im Winter und kalte Güsse im Sommer.

Bewegung

Innen- und Außenbereich der Kindertagesstätte sind so angelegt, dass der Bewegungsdrang der Kinder unterstützt wird. Großzügige und helle Räume bieten viel Platz zum Toben und Spielen. Im Sportraum können die Kinder mit verschiedenen Geräten und Materialien Bewegungserfahrungen sammeln. Im Außengelände ermöglichen vielfältige Spielmöglichkeiten den Aufenthalt im Freien bei verschiedensten Wetterlagen.

Ernährung

Eine bedarfsgerechte, vollwertige und schmackhafte Kost ist eine wichtige Voraussetzung für das Wohlbefinden und trägt zum Gesundbleiben bei. Die Mahlzeiten für die Kindertagesstätte werden täglich frisch in der Küche der Lebenshilfe Reichenbach zubereitet und in Wärmebehältern zeitnah geliefert. Nicht nur die Speisen sind ein Bestandteil gesunder Ernährung, sondern auch das gemeinsame Sitzen am Tisch. Im Kinderrestaurant nehmen die Kinder die Mahlzeiten gemeinsam in einer ansprechenden Atmosphäre ein. Dort haben sie außerdem regelmäßig die Möglichkeit, selbst verschiedene Speisen zuzubereiten und lernen auf diese Weise den Umgang mit Lebensmitteln und das Einhalten hygienischer Maßnahmen. Unterstützt werden die Erzieherinnen dabei von der Diätassistentin des Klinikums.

Heilpflanzen

Den Kindern steht das gesamte Parkgelände des Klinikums zur Verfügung. Sie haben hier die Möglichkeit, heimische Pflanzen und deren Nutzen kennenzulernen. Außerdem können saisonale Naturmaterialien aus dem Park in den Kindergartenalltag beim Basteln und bei Dekorationen einbezogen werden. So wird den Kindern ein sachkundiger Umgang mit der Natur vermittelt. Auf diese Weise entwickeln sie ein Verantwortungsgefühl für die Umwelt und den eigenen Körper.

Lebensordnung

Lebensordnung soll die innere Balance unterstützen. Sowohl zu intensive als zu geringe Belastung oder Förderung können zu einer Störung des Wohlbefindens führen. Durch einen sinnvollen Wechsel zwischen Belastung und Entlastung, Wachen und Schlafen, Bewegung und Ruhe wird inneres Gleichgewicht erreicht. Dieser Lernprozess wird unterstützt durch Regeln und Rituale, die Halt und Orientierung geben. Genauso wichtig ist es, den Kindern die Möglichkeit zu geben, einen Ausgleich zu finden. Die Kinder lernen verschiedene Arten kennen, sich zu entspannen und können selbst entdecken, womit sie sich wohlfühlen.

Durch die Integration der Kneippschen Lehre in den Alltag lernen die Kinder, auf Dauer verantwortlich mit ihrer Gesundheit umzugehen. Sie entwickeln ein hochwirksames Immunsystem, eine umfassende Fitness, eine gute Stressresistenz und eine ausgeglichene Stimmungslage.

Förderung von Sinneswahrnehmung, Begabungen und Talenten

„Alles, was wir die Kinder lehren,
können sie nicht mehr selbst entdecken
und damit wirklich lernen.“

Piaget

Alle Pädagogen der Einrichtung sind darauf ausgerichtet schon die jüngsten Kinder ganzheitlich zu bilden, sie mit ihrer Umwelt bekannt zu machen und sich damit auseinander zu setzen. Im täglichen Spiel können die Kinder ausprobieren wie etwas funktioniert, was sie selbst schon tun können, welche Hilfen sie brauchen und wie sie mit Anderen zusammen lernen können.

Der Schweizer Psychologe Jean Piaget prägte die Entwicklungspsychologie auf dem Gebiet der kognitiven Entwicklung stark und unterstützt das eigene Erleben in allen Lebensbereichen. Bezugnehmend auf Piagets Theorien und in Zusammenhang mit der Umsetzung der Leitgedanken aus dem Sächsischen Bildungsplan orientieren sich die Erzieher/innen am experimentellen Handeln der Kinder und arbeiten nach dem situationsorientierten Ansatz. Das heißt: die Wünsche, Erlebnisse, Sorgen und Fragen der Kinder stehen im Mittelpunkt und werden von den Pädagogen in der täglichen Umsetzung des Bildungsauftrages berücksichtigt.

Außerdem haben sich die Erzieher/innen erfolgreich an den Fortbildungen der IHK im Rahmen einer Zertifizierung beteiligt. Seit Juli dieses Jahres ist die Einrichtung nun zertifiziert und darf sich „Haus der Kleinen Forscher“ nennen. In diesem Rahmen werden Experimente zu unterschiedlichen Themen in allen Altersstufen durchgeführt.

Ein weiterer Bestandteil der pädagogischen Arbeit ist die Förderung der Sinneswahrnehmung. Den Kindern werden vielfältige Möglichkeiten geboten, sich selbst und die Natur mit allen Sinnen und unmittelbar zu erleben. Das fördert das Verständnis natürlicher Zusammenhänge und trägt dazu bei, dass die Kinder mit sich selbst und ihrer Umwelt im Einklang aufwachsen können. Die Sinnesförderung wird durch Klang-, Tast- und Kunstelemente unterstützt.

Die Pädagogen der Kindertagesstätte legen großen Wert auf die Schaffung von Anregungen und dem frühzeitigen Erkennen von Begabungen und Talenten und der bewussten Förderung jedes einzelnen Kindes. In den ersten Lebensjahren werden die Grundlagen für die spätere Entwicklung gelegt. Durch entsprechende Anregung und Förderung ist es möglich, die Potentiale eines jeden Menschen auszuschöpfen, denn jedes Kind besitzt das Phänomen der natürlichen Begabung.

Die Räume der Kindertagesstätte laden zum spielerischen Lernen ein. Sie sind stimulierend eingerichtet, sie inspirieren, regen zur Kreativität an und lösen Neugier und Wissenserwerbsprozesse aus. Neben Freiräumen, um ihre Ideen umzusetzen, erhalten die Kinder auch Anregungen und werden vor herausfordernde Aufgaben gestellt, bei denen sie ihre Kompetenzen und Talente einbringen können.

Weitere wichtige Bestandteile des Konzepts wurden aus den Interessen des Klinikums und der Netzwerkpartner, die die Wünsche vieler Berufstätiger repräsentieren, heraus erarbeitet. Die Kindertagesstätte hat bei Bedarf von Montag bis Samstag von 5:45 Uhr bis 18:00 Uhr geöffnet und steht Kindern ab dem 6. Lebensmonat offen. Den Partnern des Netzwerkes werden kurzfristige Aufnahmemöglichkeiten geboten.

Dieses erweiterte Betreuungsangebot ist eine wertvolle Unterstützung für berufstätige Eltern, denn betriebsnahe Kinderbetreuung bedeutet nicht nur die räumliche Nähe zum Arbeitsplatz, sondern auch das Angebot von Öffnungszeiten, die nah an den Arbeitszeiten der Mitarbeiter/innen liegen.

Diese Flexibilität und Individualität bei den Betreuungsangeboten gewährleistet eine optimale und kindgerechte Entwicklung und stellt zufriedene und motiviert arbeitende Eltern sicher.

Elternarbeit

Die Eltern der Kinder werden als Bündnispartner und Impulsgeber, die die Einrichtung mit Engagement begleiten, betrachtet, denn der Erziehungs- und Bildungsauftrag der Kita kann nur in ständigem Kontakt mit den Eltern optimal pädagogisch wirksam wahrgenommen werden. Aus diesem Grund ist eine enge Zusammenarbeit zwischen Kita und Eltern notwendig.

Für die Kita ist es von großer Bedeutung, mit der Lebenssituation der Kinder vertraut zu sein, denn die Lebensbedingungen der einzelnen Kinder haben großen Einfluss auf Fähigkeiten, Eigenarten und Entwicklungsstand. Je vertrauter die Kita mit der Lebenssituation des Kindes ist, umso optimaler ist eine Förderung durch die Kita möglich.

Die Eltern haben viele Möglichkeiten und Gelegenheiten zum Kontakt, so dass Gespräche und Austausch stattfinden können. Regelmäßig finden Elternabende statt. Zusätzlich haben die Eltern jederzeit die Möglichkeit, Elterngespräche zu führen und sich über den Entwicklungsstand ihrer Kinder zu informieren. Außerdem gibt es einen gewählten Elternrat, welcher die Interessen im Namen aller Eltern wahrnimmt und die Pädagogen bei Aktivitäten und Festlichkeiten in der Einrichtung unterstützt. So können die Eltern und Pädagogen die Entwicklung der Kinder gemeinsam begleiten und mögliche Probleme zusammen lösen.

Die Mitarbeiter/innen der Kindertagesstätte stärken die Eltern bei der Wahrnehmung ihrer Bildungs- und Erziehungsaufgabe und helfen die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu sichern.

Zusammenarbeit mit Partnern

Um die Förderung der Kinder zu optimieren und um berufstätige Eltern zu entlasten werden Räume und Material für spezielle Angebote zur Verfügung gestellt, wie z. B. Logopädie, Frühförderung, sportliche Betätigung.

Im Rahmen ihrer Ausbildung zu anerkannten Logopäden, Erziehern und Sozialassistenten bietet die Kita Praktikumsplätze an, welche von ausgebildeten Praxisanleitern betreut werden.