Diagnostik

Grundvoraussetzung zur Erstellung eines individuellen Therapieplanes und zur Betreuung onkologischer Patienten ist das Wissen um die aktuelle Situation: Handelt es sich um eine/n tumorfreie/n Patientin / Patienten (komplette Remission), um eine manifeste Tumorerkrankung im Sinne eines Rezidivs oder gar einer Tumorprogression?

Aus den Unterlagen zur bisherigen onkologischen Therapie und der aktuellen klinischen und apparativen Diagnostik lässt sich ein Momentbild der onkologischen Situation herstellen. Ohne Kenntnis dieses "Tumorstatus" ist keine vernünftige Rehabilitationsplanung möglich.

Die häufig notwendige multimodale Therapie in den genannten Indikationsgruppen führt mit den resultierenden Krankheits- oder Behandlungsfolgen zu unterschiedlichen funktionellen Einschränkungen und Belastungen, die erst durch eine spezielle rehabilitativ orientierte Anamneseerhebung und Diagnostik festgestellt werden.

Beispielhaft seien hier genannt: Chemotherapie-indizierte Nervenschädigungen (PNP), Einschränkungen der körperlichen Beweglichkeit nach Operation durch Narbenbildungen, postoperative Lymphödeme, chronische Diarrhöen und Mangelernährung (Kachexie) nach Operationen der Verdauungsorgane, chronische Schmerzsyndrome, psychovegetative Hormonausfallserscheinungen, Sexualstörungen und Partnerprobleme, Inkontinenzprobleme nach Tumor-Operationen oder Bestrahlung im kleinen Becken.

Die Komplexität dieser Krankheits- und Therapiefolgen wird interdisziplinär in Zusammenarbeit der ärztlichen Mitarbeiter mit Sporttherapeuten, Psychologen, Ergotherapeuten und Diätassistentinnen erfasst und diagnostiziert.

Die Diagnostik umfasst folgende Bereiche und Methoden:

  • Allgemeinmedizinischer und fachärztlicher Aufnahmestatus
  • Klinisch-chemisches Labor (gegebenenfalls Einschluss geeigneter Tumormarker-Bestimmungen)
  • Allgemein-internistische Diagnostik (EKG, Belastungs-EKG, Langzeit-EKG / -Blutdruckmessung, Lungenfunktionsdiagnostik, Abdomen-/Schilddrüsensonographie) (bei Bedarf)
  • Gynäkologische Vorsorgeuntersuchung mit Kolposkopie, Zytologie, Vaginalsonografie, Sonographie der Brust, Urinstatus und Haemoccult-Test (bei Bedarf)
  • Funktionsdiagnostik durch Physio- und Ergotherapeuten
  • Ernährungsmedizinisches Screening zum Nachweis von Fehl- und Mangelernährung (z.B. mittels Bioimpedanz-Messungen)
  • Psychologische Diagnostik zur Abklärung vorhandener Belastungsfaktoren
  • Aufwändigere bildgebende Verfahren (CT, MR o.ä.) oder weitere fachärztliche Konsile erfolgen in Kooperation mit benachbarten Kliniken in Lindenberg oder Wangen i. Allgäu.