30. Juni 2021

Schlaganfall Symptome ernst nehmen

Plötzliche Taubheitsgefühle oder Lähmungen in Armen oder Beinen, Schwindel, Sehstörungen, Kribbeln im Gesicht, Kopfschmerzen, Wortfindungsstörungen, Sprechstörungen, all das können Symptome eines Schlaganfalls sein, ausgelöst durch Ablagerungen im Bereich der Halsschlagader.

„Unbedingt und sofort zum Arzt“ – das rät in einem solchen Fall Dr. Grit Neubert, Chefärztin der Klinik für Chirurgie und Gefäßchirurgie der Paracelsus Klinik Zwickau. Denn diese Symptome deuten auf einen Schlaganfall hin. Vor allen Dingen dann, wenn sie plötzlich auftreten, kurz verbleiben, komplett wieder verschwinden und erneut auftreten. Die beste Versorgung bieten Kliniken mit einer Stroke Unit, wie an den Paracelsus Kliniken in Hemer und Zwickau.

Schlaganfall ist dritthäufigste Todesursache

Jährlich erleiden in Deutschland 250 000 Menschen einen Schlaganfall und mehr als 1 Million Menschen leiden unter körperlicher und geistiger Behinderung als Folge. In der Statistik der Todesursachen in Deutschland steht der Schlaganfall an 3. Stelle. 10-20 Prozent dieser Schlaganfälle, also 20 000 bis 30 000 Schlaganfälle sind durch eine Verengung der Halsschlagader bedingt. Patienten, die als Risikofaktoren einen Diabetes mellitus, Übergewicht, Bluthochdruck, erhöhte Fett- und Cholesterinwerte haben, die bereits einen Herzinfarkt hatten oder in deren Familien gehäuft Gefäßerkrankungen auftreten, sind besonders gefährdet und sollten frühzeitig untersucht werden.

Jeder Schlaganfall ist ein Notfall

„Bei einem Schlaganfall zählt jede Minute“, weiß Dr. Pieter Roelvink, Leitender Neurologe und Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie an der Paracelsus Klinik Hemer. „Denn die Blutversorgung des Gehirns wird reduziert und die Hirnzellen sterben ab, wenn nicht sofort gehandelt wird“, so der erfahrene Neurologe weiter.

Stroke Unit bietet beste Versorgung

Eine Schlaganfall-Spezialstation, eine sogenannte Stroke Unit, bietet die beste Versorgung bei einem Schlaganfall. Ausgestattet nach den Kriterien der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft, bietet eine solche Spezialstation besondere technische und personelle Ausstattung, um akute Schlaganfälle schnell und umfassend behandeln zu können. So steht beispielsweise eine umfangreiche Diagnostik mit Computertomographie, Angiographie und Ultraschall steht zur Verfügung, mit der ein Arzt die Ursache des Schlaganfalls schnell feststellen kann. Gleichzeitig bietet eine solche Spezialstation eine gut organisierte Versorgungskette für eine Sofort-Behandlung. So lassen sich die oft schweren Folgen eines Schlaganfalls verhindern oder zumindest mindern. Allen voran wird die wichtige systemische Lyse-Therapie durchgeführt, die zur Auflösung von Blutgerinnseln eingesetzt wird. Spezielle so genannte Stroke-Betten mit Monitorüberwachung, sorgen auf der Stroke Unit dafür, dass lebenswichtige Körperfunktionen wie Atmung, Blutdruck, Sauerstoffsättigung, Körpertemperatur und Blutzuckerspiegel rund um die Uhr überwacht werden.

Neurologische Früh-Reha

Direkt nach der Notfallversorgung schließt sich nahtlos die Weiterversorgung der Patienten an. Denn speziell geschulte Logopäden, Ergo- und Physiotherapeuten stehen bereit, um direkt mit der neurologischen Frühmobilisation zu beginnen. Dies unterstützt das geschädigte Gehirn, um eigene Reparaturvorgänge zu aktivieren. Nach spätestens drei Tagen können die Patienten in der Regel dann bereits ins normale Krankenzimmer verlegt werden. Dort kümmert sich auch der Sozialdienst der Klinik um sie und hilft, je nach Gesundheitszustand, den Weg in eine stationäre, teilstationäre oder ambulante Rehabilitation zu finden.