Moderne OP-Verfahren für Eingriffe im Hals,- Nasen,- Rachenraum

Prof.h.c. Dr. med. Michael Schröter, Facharzt für Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde

Patienten von Prof.h.c. Dr. med. Michael Schröter haben die Nase voll, einen dicken Hals oder leben mit einem Partner, der nachts Geräusche hört. Professor Schröter ist Facharzt für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde. Und chronische Nasen-Nebenhöhlen-Entzündungen, geschwollene Mandeln und Schnarchproblematiken gehören zu den häufigsten Beschwerden, die Menschen zu einem Besuch im HNO-Zentrum in Montabaur veranlassen. Bei diesen Erkrankungen ist oft auch ein stationärer operativer Eingriff notwendig, die Professor Schröter in der Paracelsus-Klinik Bad Ems durchführt.

Menschen, die schnarchen, kommen relativ häufig zu Ihnen. Was raten Sie denen?
Die Schnarcherei ist oberflächlich betrachtet, störend, vor allen Dingen für den Partner, der beim Schlafen gestört wird. Darüber hinaus macht das Schnarchen, oft verbunden mit Atemaussetzern, aber auch einfach krank. Ich rate deshalb immer zur Behandlung.

Wie kann man das Schnarchen behandeln?

Das kommt auf die genaue Ursache des Schnarchens an. Manchmal liegt es an einer chronischen Entzündung der Nasennebenhöhlen, manchmal sind ein Schiefstand der Nasenscheidewand oder zu große Mandeln die Ursache. Häufig liegt es auch an einem schlaffen Gaumensegel oder der Kehlkopf ist in seiner Funktion beeinträchtigt. Ich muss also zunächst die genaue Ursache orten. Ich behandele dann entweder operativ oder es wird über eine Untersuchung im Schlaflabor eine Schlafmaske verschrieben, das kommt aufs Schnarchverhalten an.

Wie können Sie denn wissen, wie jemand schnarcht?
Wir stellen unseren Patienten ein so genanntes Polygraphiegerät zur Verfügung. Das ist ein kleines Kästchen, das die Patienten nachts tragen. Und das misst die Häufigkeit und Länge der Atemaussetzer, den Sauerstoffgehalt im Blut, die Schlafstellung und einige andere Parameter. Je nach Messergebnis schicke ich die Patienten zur sicheren Diagnosestellung auch noch in ein Schlaflabor.

Wann ist denn eine Operation sinnvoll?
Wenn die Menschen nachts schnarchen, weil sie aufgrund einer chronischen Nebenhöhlenentzündung oder einer schiefen Nasenscheidenwand nicht genügend Luft bekommen, dann kann ich das gut operativ behandeln.

Lässt sich das ambulant operieren?
Nein, wir machen das stationär in der Paracelsus-Klinik. Nach einer solchen Operation sind die Patienten noch drei Tage in der Klinik. Insbesondere die Behandlung von chronischen Nebenhöhlenentzündungen ist schon ein anspruchsvoller operativer Eingriff. Oft sind nämlich die Schleimhäute des Ethmoidalzellsystems betroffen und das reicht bis tief in den Schädel hinein. Ich arbeite dabei also mitten im Kopf, eine solche Operation braucht viel Erfahrung. Ich selbst beispielsweise habe rund 5.000 Eingriffe dieser Art gemacht. In der Paracelsus-Klinik steht uns eine sehr gut ausgestattete OP-Einheit mit Operationsmikroskop, Endoskopie und modernste Lasertechnik wie Yag-Laser zur Verfügung. Den Laser setzte ich zum Beispiel ein, wenn ein schlaffes Gaumensegel die Ursache ist. Die Laserbehandlung bringt sehr langfristig Erfolg bei der Straffung des Gaumensegels. Weniger Schmerzen, weniger Nachbluten, kürzere Klinikaufenthalte – das sind im Wesentlichen die Vorteile des Lasers.

Das ist wahrscheinlich eine gute Technik für die Behandlung von Kindern?
Vollkommen richtig. Wir behandeln häufig Kinder mit vergrößerten Gaumenmandeln per Laser. Und da sind die Eltern natürlich froh um jeden Tag, den das Kind früher aus dem Krankenhaus kommt. Wir haben in 2011 hier an der Klinik ein sehr schonendes Verfahren eingeführt, die Laser-Tonsillotomie. Wir entfernen dabei die Mandeln nicht vollständig sondern verkleinern sie nur. Die Mandeln sind nämlich für das Immunsystem jüngerer Kinder enorm wichtig. Wir erhalten also die Mandeln und beheben gleichzeitig Atem- und Schluckbeschwerden und Schnarchen bis hin zu Atemaussetzern, alles Folgen von stark vergrößerten Gaumenmandeln. Und nach der Operation gibt’s ein Eis aus unserem Kühlschrank. Der ist immer gut gefüllt mit Schoko- und Vanilleeis für die „poststationäre Behandlung“ unserer jüngsten Patienten. So ein Eis lindert die Halsschmerzen und trocknet manche Träne.

Sie sind als HNO-Arzt in eigener Praxis in Montabaur tätig. Wie betreuen Sie denn Ihre stationären Patienten?
Zur Visite ist immer ein Facharzt bei den Patienten, entweder ich oder mein Kollege Dr. Subramanian. Und was die Versorgung und Pflege auf Station angeht, da macht das Pflegeteam bei Paracelsus einen tollen Job. Vorteil der Zusammenarbeit mit der Paracelsus-Klinik ist die Behandlung aus einer Hand. Ich sehe meine Patienten vor der Operation, ich mache den Eingriff im Krankenhaus und die stationäre Betreuung und nach der Entlassung kommen die Patienten zur Kontrolle wieder zu mir. So lässt sich ein ordentliches Vertrauensverhältnis zwischen Arzt und Patient aufbauen.

Was würden Sie bei sich selbst als Ursache für die Berufswahl Mediziner diagnostizieren?
Mit 16 Jahren habe ich den Trainerschein für Basketball gemacht und ein Fach war Sportmedizin. Das hat mich direkt sehr angesprochen. Da ich aber noch den Wehrdienst absolvieren musste habe ich mich nach dem Abitur für 2 Jahre als Reserveoffizieranwärter im Sanitätsdienst bei der Bundeswehr verpflichtet. Danach absolvierte ich mein Studium in Gießen und trat während dessen wieder in die Bundeswehr ein. Nach der Approbation habe ich dann insgesamt 8 Jahre lang am Bundeswehrkrankenhaus Koblenz gearbeitet und zwischenzeitlich die Facharztprüfung absolviert. Nach meiner Entlassung aus der Bundeswehr habe ich mich in Montabaur als HNO-Arzt niedergelassen. Damals war die Praxis noch am Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in Montabaur angesiedelt, seit 2011 befindet sich das HNO-Zentrum Montabaur mitten in der Stadt.